Brücken, U-Boote und die Mona Lisa

Leonardo da Vinci - Künstler und Erfinder

Er träumte vom Fliegen, konstruierte einen Panzer und malte das berühmteste Porträt der Welt. Leonardo da Vinci war Künstler, Wissenschaftler, Ingenieur und Erfinder. Ob Brücken, Flugmaschinen oder Unterseeboote - mit seinen Plänen war der wissbegierige Forscher seiner Zeit weit voraus. TK-Logo stellt Dir das Multitalent vor.

 

"Der vitruvianische Mensch""Der vitruvianische Mensch". © Wikipedia/ Luc ViatourReiche Adlige wie der Herzog Ludovico Sforza und das Kirchoberhaupt Papst Leo X. gehörten zu Leonardo da Vincis Auftraggebern. Da Vinci lebte von 1452 bis 1519 und arbeitete in Italien und Frankreich. Er hatte so viele Talente und Interessen, dass es ihm schwer fiel, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Neue Ideen lenkten ihn ab, so dass er viele seiner Projekte nicht zu Ende brachte - sehr zum Ärger seiner Geldgeber.

 

Der Maler

Malen und Zeichnen lernte der junge da Vinci in Florenz, wo er beim Maler und Bildhauer Andrea del Verrochio in die Lehre ging. Ganz besonders interessierte ihn der menschliche Körper. Sehr bekannt ist eine Skizze aus seinen Tagebüchern mit dem Titel "Der vitruvianische Mensch". Diese Zeichnung der menschlichen Körpermaße findest Du heute auf der Rückseite der italienischen Ein-Euro-Münze. Da Vincis Notizen und Zeichnungen zum Körperbau haben Wissenschaftlern und Künstlern dabei geholfen, den menschlichen Körper besser zu verstehen und naturgetreu darzustellen.

 

Ölgemälde "Mona Lisa" von Leonardo da VinciDas Porträt der "Mona Lisa" (1503-1506) © Wikipedia/ gemeinfreiKennst Du Leonardos berühmtes Ölgemälde - die "Mona Lisa"? Sie hängt im Pariser Museum "Louvre". Wer die geheimnisvoll lächelnde Frau auf dem Bild wirklich war, ist nicht sicher. Zeitweise hing das von 1503 bis 1506 entstandene Porträt über dem Bett des französischen Kaisers Napoleon I. Leonardos bekanntestes religiöses Wandbild "Das letzte Abendmahl" schmückt bis heute die Kirche Santa Maria delle Grazie in Florenz. Das rund 41 Quadratmeter große Bild zeigt Jesus Christus mit seinen Jüngern.


Wusstest Du schon, dass …?

  • Leonardo da Vinci als Erster die Struktur der menschlichen Wirbelsäule naturgetreu abbildete?
  • Leonardo in seinen Notizbüchern immer nur in Spiegelschrift schrieb? Warum, bleibt bis heute ein Geheimnis. Vielleicht sollte nicht jeder seine Aufzeichnungen lesen?
  • Leonardo in der Stadt Mailand die Müllabfuhr einführte. Er ließ Kanäle bauen, über die Boote die Abfälle abtransportierten. Bis dahin warfen die Menschen ihren Müll einfach auf die Straße.

 

Der Erfinder

Modell eines Panzerwagens nach Plänen von Leonardo da VinciModell eines von Leonardo entworfenen Panzerwagens. © Wikipedia/ Erik MöllerAb 1482 arbeitete Leonardo da Vinci als Ingenieur und Architekt für verschiedene adlige Auftraggeber. Nebenbei malte er. In dieser Zeit gab es viele Kriege. Kein Wunder also, dass da Vinci Pläne für etliche Waffen zeichnete. Dazu gehörten zum Beispiel Panzerwagen, Kanonen und Unterseeboote. Auch Entwürfe für ein Perpetuum mobile entstanden in dieser Zeit. Als Architekt plante da Vinci Brücken, Kanäle, Kirchen, Häuser und Festungen. Die meisten Skizzen wanderten jedoch in die Schublade. In die Tat umgesetzt wurde kaum einer seiner Entwürfe.

Perpetuum mobile

Seit vielen Jahrhunderten träumen Tüftler und Erfinder davon, ein Perpetuum mobile zu bauen. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Immer in Bewegung". Die Idee dahinter: Es müsste eine Maschine geben, die - einmal in Gang gesetzt - pausenlos arbeiten kann und die nötige Energie dazu selbst produziert. Eine tolle Erfindung, oder? Leider ist es noch keinem Menschen gelungen, ein funktionierendes Perpetuum mobile herzustellen. Physiker wundern sich allerdings nicht darüber: Eine Maschine, die mehr Energie herstellt als sie verbraucht - so etwas ist nach physikalischen Maßstäben unmöglich.

 

Den Himmel erobern

Wie andere Erfinder träumte auch Leonardo vom Fliegen. Er studierte die Schwingen der Vögel und entwarf nach ihrem Vorbild eine Flughilfe in Form von Ansteckflügeln. Er erdachte noch weitere Fluggeräte, zum Beispiel eine Art Hubschrauber sowie einen Vorläufer des heutigen Fallschirms. Ob diese Geräte wirklich fliegen können? Wissenschaftler haben das vor wenigen Jahren getestet. Sie bauten auf der Grundlage von da Vincis Skizzen den Fallschirm nach, ein pyramidenförmiges Gebilde aus Segeltuch und Holz. Im Jahr 2000 - fast 500 Jahre nach Leonardos Tod - war es dann soweit: Das Gleitfluggerät segelte aus 3.000 Metern Höhe sicher zu Boden.

 

Statue Leonardo da VinciStandbild von Leonardo da Vinci in Florenz. © Wikipedia/ gemeinfrei

Kleine Biografie

Leonardo kam 1452 in einem kleinen Ort nahe der italienischen Stadt Vinci in der Toskana auf die Welt: "da Vinci" heißt "aus Vinci". Leonardos richtiger Name war Leonardo di ser Piero. Die ersten Jahre lebte er bei seiner Mutter Catarina auf dem Land. Sein Vater, ein Notar, erkannte sein künstlerisches Talent und holte ihn nach Florenz, wo er seine Ausbildung zum Maler begann. Leonardo da Vinci starb 1519 in Frankreich, wo er für König Franz I. arbeitete. Mit 67 Jahren wurde er für die damalige Zeit sehr alt. Er hinterließ zahllose Skizzen, Pläne, Zeichnungen und unvollendete Gemälde.