Wie ergeht es den Tieren im Winter?

Kalt ist es im Winter ja immer, aber manche Winter sind besonders hart und frostig. Wie überstehen Tiere die eisigen Temperaturen? Am Beispiel von Pinguinen und Wildschweinen erklärt Dir TK-Logo, warum manche Tiere gut und andere weniger gut mit der kalten Jahreszeit zurechtkommen.

 

Der Pinguin


Den Pinguinen im Zoo macht die Kälte nichts aus. Nehmen wir zum Beispiel die Adelie- und Kaiserpinguine. Sie leben in der Antarktis und müssen die kältesten Temperaturen aushalten - ob an Land oder zu Wasser. Um zu verstehen, wie die Pinguine dort leben können, müssen wir uns ihren Körperbau genauer ansehen:

Alle Pinguine sind mit einem Gefieder ausgestattet, das sie immer schön warm hält. Die einzelnen Daunenfedern wachsen sehr dicht beieinander und werden von den Spitzen der Federn abgedeckt. Das kannst Du Dir vorstellen wie Dachziegel, die auf einem Hausdach liegen. Die Pinguine pflegen und fetten diese Federspitzen ausgiebig mit ihrem Schnabel und machen sie dadurch wasserabweisend. Die Daunenfedern schließen die warme Luft sozusagen ein und die gefetteten Federspitzen dichten den Pinguin ab. Dadurch wird wie bei einem Taucheranzug verhindert, dass kaltes Wasser direkt an seinen Körper kommt. Außerdem verfügen Pinguine über eine Fettschicht, die sie vor allem im kalten Wasser schützt. Dank des so genannten Gegenstrom-Wärmetauscher-Prinzips verlieren sie auch sehr wenig Körperwärme.


Adeliepinguin mit NachwuchsAdeliepinguine sind kalte Temperaturen gewöhnt. © Wikimedia/Jerzy Strzelecki 

Gegenstrom-Wärmetauscher-Prinzip

Das bedeutet, dass das warme Blut, das aus dem Körperinneren durch die Arterien zu den Füßen fließt, unterwegs seine Wärme zum Teil an benachbarte Venen abgibt. Diese Venen leiten das kalte Blut von den Füßen zurück zum Körperinneren. So nimmt das kalte Blut Körperwärme auf und führt diese zurück zum Körper. Damit die Füße nicht festfrieren erreichen sie noch eine Temperatur von knapp über null Grad. Auf diese Weise werden sie noch ausreichend durchblutet und gleichzeitig wird der Wärmeverlust minimiert.

Das Wildschwein und die Nahrungssuche

Jetzt weißt Du, warum Pinguinen die Kälte nichts ausmacht und sie im Wasser nach Nahrung tauchen können. Vergleichen wir sie einmal mit den Wildschweinen, denen dieser Winter zu schaffen macht. Eigentlich kommen sie im Winter gut zurecht. Sie verfügen ebenfalls über einen natürlichen Wärmeschutz. Ihr Fell erfüllt die gleiche Funktion wie die Federn des Pinguins. Kurze feine Wollhaare schließen warme Luft nah am Körper ein. Lange Deckhaare schützen die Haut. Folglich können Wildschweine ihre Körpertemperatur sehr gut halten.

Ihr Problem hat mit der Nahrungssuche zu tun. Sie durchwühlen vor allem den Waldboden mit ihrer Schnauze, um zum Beispiel an Wurzeln, Pilze oder Insekten zu kommen. In diesem Winter waren die Böden allerdings so stark zugefroren, dass die Wildschweine es sehr schwer hatten, Nahrung freizulegen. Die Folge ist, dass sie die Wälder verließen, um in Städten und Dörfern nach Futter zu suchen. Da sie Allesfresser sind, finden sie beispielsweise in Gärten oder Abfalleimern ein reichliches Nahrungsangebot. Doch sollten Menschen ihnen Futter hinterlassen, um ihnen beim Überwintern zu helfen? Die Antwort lautet: „Nein". Denn damit laufen sie auch Gefahr den hungrigen Tieren zu begegnen. Die Deutsche Wildtier Stiftung rät jedem, den Rückzug anzutreten, der auf Wildschweine trifft. Wenn die Tiere hungrig sind, sind sie auch gestresst und leicht reizbar. Dann können sie sogar Menschen angreifen und schwer verletzen. Wenn die Witterung so extrem ist wie in diesem Winter, dürfen nur Jäger Wildschweine an Futterstellen im Wald notfüttern.


WildschweinWildschweine durchwühlen den Waldboden nach Futter. © pixelio.de/Dirk Mertens 

Wildschwein und Pinguin im Garten

Wildschweine sind sehr lernfähige Tiere. Wenn wir Menschen sie füttern, locken wir sie damit in die Dörfer und Städte, wo sie große Schäden anrichten können. Auch Pinguine suchen zuweilen die Nähe des Menschen. Denn der Lebensraum der Pinguine erstreckt sich nicht nur auf kalte, menschenunbewohnte Gebiete. Die Brillenpinguine zum Beispiel leben an den Küsten Südafrikas und Namibias. Es kann schon mal vorkommen, dass sie in einem der Gärten in den Vororten von Kapstadt brüten.

Schneeballschlacht im Zoo

Elefanten leben normalerweise nur in Gegenden, wo es nie besonders kalt ist. Anders ist es bei Zoo-Elefanten, zum Beispiel in Deutschland. Sie müssen mit dem kalten Winter zurecht kommen. Und genau das tun sie: Den grauen Dickhäutern wächst ein Winterfell und mit ihren Rüsseln veranstalten sie manchmal sogar Schneeballschlachten. Sie müssen nur aufpassen, dass sie mit ihren Hufen nicht auf dem Eis ausrutschen. Zu kalt darf es aber für die großen Tiere auch nicht werden, dann können sie sich verkühlen. Deswegen lassen einige Zoos ihre Dickhäuter im Winter gar nicht raus. Übrigens: Am meisten Wärme verlieren die Elefanten über die Ohren, daher cremen Tierpfleger sie ein.

Text: Gloria Reinhardt