Ziegen - gewitzte Kletterkünstler

Störrisch und dumm? Stimmt nicht! Ziegen sind viel schlauer, als manche Menschen behaupten. Außerdem sind Ziegen echte Kletterkünstler, die manchmal sogar auf Bäumen und Büschen herumturnen, um an die frischesten Zweige zu gelangen. TK-Logo hat einige spannende Fakten über die gewitzten Tiere zusammengetragen.

 

Wusstest Du, dass ...

Eine Ziege klettert auf einer Steinmauer herum.Ziegen klettern gerne auf Bäume oder Mauern. © pixelio.de/ Dieter Schütz

... Ziegen ganz schön neugierig sind?

Ziegen sind lebhaft. Sie lieben es, ihre Umgebung zu erkunden und sie knabbern so ziemlich alles an, was ihnen in die Quere kommt. Ein "normaler" Lattenzaun stellt für Ziegen kein echtes Hindernis dar. Mühelos springen sie bis zu eineinhalb Meter hoch oder zwängen sich einfach zwischen den Latten durch. Häufig gelingt es den geschickten Tieren, Riegel oder Tore zu öffnen, um einen Ausflug auf die grüne Wiese zu unternehmen - ganz schön neugierig eben.

 

... Ziegen große Feinschmecker sind?

Ziegen kommen mit relativ wenig Futter und Wasser aus: Sie fressen beispielsweise trockenes Gestrüpp, Disteln, Sträucher und Baumrinde. Wilde Ziegen sind häufig in sehr kargen Gegenden zuhause - in steilen Bergen ebenso wie in trockenen Gebieten. Ihr unempfindlicher Gaumen hat sich an die harten, scharfkantigen Gräser und dornigen Sträucher des Mittelmeerraums angepasst - denn dort kommen die Ziegen ursprünglich her. Trotz allem sind Ziegen echte Feinschmecker: Am liebsten mögen sie saftige Wiesen mit Wildkräutern, Klee, jungen Brennnesseln, Bärenklau und wilder Möhre.

 

... Ziegen mehr Milch geben als Kühe?

Käse,Käserei,ZiegeZiegen leben am liebsten mit vielen Artgenossen zusammen. © icomedias/EppelinZiegen werden etwa 80 Kilo schwer. Ein ausgewachsener Ziegenbock bringt bis zu 150 Kilo auf die Waage. Pro Kilogramm Körpergewicht gibt eine Ziege rund 15 Liter Milch im Jahr, eine Kuh dagegen lediglich 10 Liter. Jedes Jahr gibt eine Hausziege etwa 1.000 Liter Milch. Daraus lassen sich ungefähr 90 Kilo Ziegenkäse herstellen. Ziegen wurden früher auch als "Kuh des kleinen Mannes" bezeichnet. Wieso das? Ärmere Menschen konnten sich eine Ziege eher leisten als seine Kuh, weil Ziegen weniger Platz und Futter brauchen. In Europa werden Ziegen heute noch vor allem in ärmeren und trockenen Regionen gehalten. Aber auch in Deutschland sind „Ziegenhöfe" in den letzten Jahren auf dem Vormarsch: Bei einer Allergie gegen Kuhmilch ist Ziegenmilch ein prima Ersatz und inzwischen gibt es nicht nur köstlichen Käse, sondern auch leckeres Speiseeis aus Ziegenmilch.

 

... Ziegen nicht gerne allein leben?

Ziegen sind Herdentiere und lieben es gesellig. Innerhalb einer Herde gibt es eine klare Rangordnung: Manche Ziegen dürfen mehr „bestimmen" als andere. Sie leiten die übrigen Mitglieder der Herde. Kontakt zu anderen Ziegen ist für die Tiere wichtig. Ziegen sollten deshalb nicht allein gehalten werden, sondern Artgenossen oder andere Tiere - Pferde zum Beispiel - zur Gesellschaft haben. Pferde und Ziegen vertragen sich sehr gut. Einzeln gehaltene Ziegen können krank und aggressiv werden und schlimmstenfalls vor Einsamkeit sterben. Ziegen können zehn bis fünfzehn Jahre alt werden, manche sogar bis zu 20 Jahre.

 

Über Zicken reden

Sicher kennst Du die Redensarten "Du bist ja heute wieder ganz schön zickig" oder "Sei doch nicht immer so bockig". Ziegen haben in unserer Alltagssprache viele Spuren hinterlassen. Weil sie als Haustiere eng mit den Menschen zusammenleben, vergleichen wir unser Verhalten mit ihrem. Ziegen haben ihren eigenen Willen und können ganz schön widerspenstig sein, deshalb bezeichnen wir schwierige Personen manchmal unfreundlich als "blöde Ziegen" oder "Zimtzicken". "Zimt machen" war früher ein anderer Ausdruck für "Schwierigkeiten machen". "Ziegenlippe" heißt ein Pilz, dessen Form an die Unterlippe einer Ziege erinnert. Auch der lange Kinnbart mancher Männer ähnelt dem "Ziegenbart" eines Ziegenbocks.

... Ziegen auf der ganzen Welt zuhause sind?

Ziegen gehören neben Hunden und Schafen zu den ältesten Haustieren. Forscher haben herausgefunden, dass Menschen in Asien und Europa schon in der Steinzeit Ziegen als Haustiere hielten. Heute ist die Hausziege auf der ganzen Welt verbreitet. Zu den wilden Vorfahren unserer Hausziegen gehören die Bezoar-Ziege, die Schraubenziege und der Alpensteinbock. Laut Schätzungen von Experten gibt es weltweit 200 bis 300 Hausziegenrassen: von der afrikanischen Owambo-Ziege bis zur Zwergziege. Davon leben vier Rassen in Deutschland: die Weiße Deutsche Edelziege, die Bunte Deutsche Edelziege, die Erzgebirgsziege und die Thüringer Waldziege, die auf der roten Liste der bedrohten Tierarten steht.

 

... alle Ziegen Bartträger sind?

Nahaufnahme eines Ziegenkopfes mit Ziegenbart.So sieht er aus, der Ziegenbart! © pixelio.de/ HuberZiegen haben Bärte - die weiblichen ebenso wie die männlichen. Die männliche Ziege nennen Experten "Bock", die weibliche Ziege "Geiß". Die Jungen heißen "Ziegenlamm" oder "Zicklein". Der typische "Ziegenbart" am Kinn, den sich ja auch manche Menschen gerne wachsen lassen, ist beim Ziegenbock stärker ausgeprägt als bei der Geiß. Männchen und Weibchen haben Hörner, die innen durchblutet und deshalb warm sind. Bei den Ziegenböcken sind die Hörner oft gedreht und länger als bei den Weibchen. Sie können bis zu einem Meter lang werden.