Minijobs und befristete Aushilfsjobs

Wer einen Minijob hat oder in einem befristeten Aushilfsjob geringfügig beschäftigt ist, muss grundsätzlich aus dieser Beschäftigung keine eigenen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Es gibt aber auch Fälle, in denen das nicht so ist.

Geringfügig beschäftigt sind Sie, wenn Sie in einem Minijob mit einem Einkommen von maximal 450 Euro arbeiten. Oder wenn Sie nur kurzfristig einen befristeten Aushilfsjob machen, zum Beispiel als Schüler in den Ferien. Dann müssen Sie aus dieser Beschäftigung grundsätzlich keine eigenen Beiträge an die Kranken-, die Pflege- und die Arbeitslosenversicherung zahlen.

 

Mit einer Ausnahmen: Sind Sie freiwillig versichert, gibt es auch Konstellationen, in denen Sie für Ihre Einnahmen aus dem Minijob Beiträge zahlen müssen. Das betrifft jedoch nur freiwillig Versicherte, die nicht als Arbeitnehmer versichert sind.

 

Zur Rentenversicherung fallen allerdings Beiträge an. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt derzeit bei 18,7 Prozent. Davon trägt der Arbeitgeber bei geringfügigen Beschäftigungen 15 Prozent. Die restlichen 3,7 Prozent zahlen Sie selbst. Von der Rentenversicherungspflicht können Sie sich allerdings befreien lassen. Dafür legen Sie Ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag (PDF, 47 KB) vor. Der Antrag gilt für alle von Ihnen ausgeübten geringfügigen Beschäftigungen und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend.

 

Wann ist ein Minijob beitragsfrei?

Ein Minijob ist grundsätzlich beitragsfrei für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, wenn Sie damit nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Beiträge zur Rentenversicherung fallen beim Minijob allerdings an. Sie können sich aber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Legen Sie dazu Ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag (PDF, 47 KB) vor. Der Antrag gilt für alle von Ihnen ausgeübten geringfügigen Beschäftigungen und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend.

 

Bei einem Minijob kommt es nicht darauf an, wie lange oder wie oft Sie arbeiten, sondern nur auf den Verdienst. Erhalten Sie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, zählt es anteilig zu Ihrem monatlichen Verdienst hinzu.

 

Ein Minijob führt nicht dazu, dass Sie kranken- und pflegeversichert sind. Daher müssen Sie anderweitig kranken- und pflegeversichert sein, zum Beispiel familienversichert oder versichert als Arbeitnehmer oder Studierende.

Wann muss ich Beiträge für das Einkommen aus einem Minijob zahlen?

Ein Minijob ist nur beitragsfrei zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, wenn Sie nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Das gilt auch, wenn Sie mehrere Minijobs nebeneinander haben. Dann werden die Verdienste zusammengerechnet.

Kann ich mit einem Minijob familienversichert bleiben?

Ja, wenn Sie in dem Minijob nicht mehr als 450 Euro pro Monat verdienen. Weitere beitragspflichtige Einkünfte dürfen Sie allerdings als Familienversicherter nicht haben.

 

Mehr über die Voraussetzungen zur Familienversicherung erfahren Sie hier:

Bin ich über den Minijob krankenversichert?

Nein. Das gilt auch für einen geringfügigen befristeten Aushilfsjob. Sie müssen also auf jeden Fall anderweitig krankenversichert sein, zum Beispiel familienversichert. Oder versichert als Student, Rentnerin, Arbeitnehmer oder als Künstlerin oder Publizist.

 

Ist das nicht möglich, können Sie sich freiwillig versichern. In diesem Fall kann es jedoch sein, dass Sie Beiträge für Ihr Einkommen aus dem Minijob zahlen müssen.

Ich bin arbeitslos. Kann ich einen Minijob annehmen?

Diese Frage entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Bitte wenden Sie sich an die für Sie zuständige Behörde.

Kann ich mehrere Minijobs nebeneinander haben?

Ja. In diesem Fall werden die Verdienste zusammengerechnet.

 

Dabei gilt: Wenn Sie insgesamt - mit allen Ihren Jobs - mehr als 450 Euro monatlich verdienen, werden Sie als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig, und es fallen Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung an.

Kann ich einen Minijob neben meinem Hauptberuf haben?

Ja. Ist es nur ein einzelner Minijob, brauchen Sie dafür keine Beiträge in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen.

 

Bei mehr als einem Minijob werden die Verdienste aber mit dem Verdienst aus der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet. Auf den so errechneten Verdienst zahlen Sie und Ihre Arbeitgeber dann Beiträge. Nur für die Arbeitslosenversicherung brauchen Sie auch bei Ihrem zweiten und weiteren Minijob keinen Beitrag zu zahlen.

Ich bin in Elternzeit. Kann ich einen Minijob annehmen?

Ja. Wenn Sie damit höchstens 450 Euro im Monat verdienen, brauchen Sie dafür keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Allerdings fallen Beiträge zur Rentenversicherung an. Sie können sich aber auf Antrag (PDF, 47 KB) davon befreien lassen. Dafür legen Sie Ihrem Arbeitgeber den schriftlichen Antrag vor. Der Antrag ist für die Dauer des Minijobs bindend. Falls Sie mehr als einen Minijob ausüben, gilt er auch für die anderen Minijobs.

 

Den Minijob können Sie auch bei dem Arbeitgeber machen, bei dem Sie Ihre Beschäftigung gerade wegen der Elternzeit unterbrechen.

Ich mache einen befristeten Aushilfsjob. Muss ich Beiträge zahlen?

Häufig nicht. Denn innerhalb eines Kalenderjahres können Sie grundsätzlich insgesamt drei Monate lang beitragsfrei beschäftigt arbeiten, ohne sozialversicherungspflichtig zu werden. Der Arbeitsvertrag muss allerdings von vornherein festlegen, dass die Beschäftigung auf maximal drei Monate befristet ist. Arbeiten Sie weniger als fünf Tage in der Woche, muss der Vertrag die Beschäftigung auf 70 Arbeitstage befristen.

 

Mehrere kurzfristige Beschäftigungen innerhalb eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet. Das bedeutet für Sie: Wenn Sie durch mehrere Aushilfsjobs in einem Kalenderjahr mehr als drei Monate arbeiten, müssen Sie sich als Arbeitnehmer/in selbst krankenversichern und Beiträge zu allen Zweigen der Sozialversicherung zahlen. Wenn Sie nicht volle drei Kalendermonate beschäftigt waren, gelten statt der drei Monate 90 Kalendertage. 

 

Die Höhe Ihres Verdienstes spielt für die Sozialversicherung bei der befristeten geringfügigen Beschäftigung in der Regel keine Rolle.

Welche Beiträge muss der Arbeitgeber beim Minijob zahlen?

Bei einem Minijob zahlt Ihr Arbeitgeber einen pauschalen Beitrag zur Kranken- und Rentenversicherung: 13 Prozent für die Krankenversicherung und 15 Prozent für die Rentenversicherung.

 

Eine Krankenversicherung entsteht dadurch allerdings für Sie als Minijobber nicht. Deshalb müssen Sie immer anderweitig krankenversichert sein, zum Beispiel familienversichert oder versichert als Arbeitnehmer, Student oder Rentner.

 

Die Beiträge für Minijobs führt der Arbeitgeber an die Minijob-Zentrale ab. Sie ist eine Einrichtung der Knappschaft Bahn See, die bundesweit für Fragen zu den Minijobs zuständig ist. Ihr Arbeitgeber findet ausführliche Informationen über die geringfügigen Beschäftigungen auf dem Firmenkundenportal der TK.

Wie kann ich mich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen?

Legen Sie Ihrem Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag vor. Der Antrag gilt für alle von Ihnen ausgeübten geringfügigen Beschäftigungen und ist für die Dauer der Beschäftigungen bindend. Das bedeutet auch, dass Sie mit Ihrem Minijob keine Ansprüche auf spätere Leistungen aus der Rentenversicherung erwerben.

Wenn Sie sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, zahlen Sie für die Rentenversicherung einen Beitragssatz von 3,7 Prozent. Die Beiträge führt Ihr Arbeitgeber zusammen mit seinem Anteil von 15 Prozent an die Rentenversicherung ab.