Probleme und Folgeschäden bei Cannabiskonsum

Die direkten Gefahren des Cannabis-Konsums betreffen vor allem die Psyche.

 

Akute Risiken

Cannabis kann erhebliche psychische Probleme verursachen, zum Beispiel ausgeprägte Angst- oder Panikgefühle. Möglich sind auch psychosenahe Zustände mit ausgeprägten Gedankensprüngen und Verfolgungsideen. Konsumenten sprechen dann davon, dass Sie die “Peilung verlieren“ beziehungsweise "Paranoia schieben“.

 

Häufiger sind Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Hierzu gehören Störungen von Aufmerksamkeit und Konzentration sowie eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses. Zudem kann sich die von vielen als positiv erlebte Wirkung auf die Kommunikation ins Gegenteil verkehren. Statt des erhofften Gemeinschaftserlebens berichten Betroffene dann ein Gefühl der Isolation.

 

Langfristige Folgen

Ob und welche Spätfolgen bei einem regelmäßigen Cannabiskonsum drohen, das haben mittlerweile zahlreiche Wissenschaftler untersucht. Ihre Forschungen ergaben beispielsweise, dass etwa vier bis sieben Prozent aller Cannabis-Konsumenten in Deutschland eine Abhängigkeit entwickelt haben.

 

Die viel diskutierte Frage, ob Cannabis Psychosen auslösen kann, beantwortete die Forschung bisher noch nicht eindeutig. Ziemlich sicher ist aber, dass Menschen mit einer Anfälligkeit für ein solches Krankheitsbild ihr Risiko, tatsächlich eine Psychose zu entwickeln, durch Cannabiskonsum erhöhen.

 

Neue Erkenntnisse gibt es mittlerweile zum "Amotivationalen Syndrom“. Mit diesem etwas sperrigen Begriff beschrieben Suchtexperten eine angebliche Tendenz zu sozialem Rückzug und zunehmender Gleichgültigkeit gegenüber Alltagsangelegenheiten bei anhaltendem Cannabiskonsum.

 

Eine solche Tendenz konnte nicht eindeutig belegt werden, andere Faktoren wie bestimmte persönliche und soziale Eigenschaften scheinen eine mindestens ebenso wichtige Rolle zu spielen. Auf die Verwendung des Begriffes "Amotivationales Syndrom“ wird daher zunehmend verzichtet.

 

Körperliche Schäden

Da Cannabisrauch mehr Teer beziehungsweise krebserregende Stoffe enthält als Tabakrauch, ist bei Dauerkonsumenten beispielsweise das Risiko für Lungenkrebs erhöht.

 

Die häufig zu beobachtende Beeinträchtigung des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Konzentration geht nach heutigem Kenntnisstand nicht mit bleibenden Hirnschäden einher.

 

Außerdem ist nicht auszuschließen, dass Cannabiskonsum während der Pubertät möglicherweise zu einer verzögerten Entwicklung führt.

 

Auswirkungen des Cannabiskonsums in der Schwangerschaft sind hingegen weiterhin umstritten. Auch für den Einfluss von Cannabis auf Hormon- und Immunsystem fehlen eindeutige Belege.

 

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