PRISCUS-Liste

Im höheren Alter leiden Menschen immer häufiger an mehreren Erkrankungen und müssen gleichzeitig mehrere verschiedene Medikamente einnehmen. Hinzu kommt, dass sich im Alter der biochemische Um- und Abbau von Arzneistoffen verändert. Das Risiko für unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen steigt. Der Forschungsverbund "priscus" hat daher eine Liste mit Arzneimitteln erstellt, die älteren Patienten nur nach einer genauen Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden sollen.

Wenn Menschen mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, beeinflusst das die Pharmakokinetik. Das ist die Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt - von der Aufnahme über die Verteilung im Körper, den biochemischen Um- und Abbau, der sogenannten Metabolisierung, bis zur Ausscheidung des Arzneistoffes.

 

Hinzu kommt, dass sich im Alter die Metabolisierung verändert. Als Folge steigt das Risiko für unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen. Vor diesem Hintergrund rückt die Therapieoptimierung für ältere Patienten immer mehr in das Interesse der Öffentlichkeit und von Fachgesellschaften.

 

Im Rahmen eines umfangreichen Aktionsplans des Bundesministeriums für Gesundheit zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit hat der Forschungsverbund "priscus" daher eine Liste mit Arzneimitteln erstellt, die älteren Patienten nur nach einer genauen Abwägung von Nutzen und Risiko verordnet werden sollen.

 

Arzneien, die möglicherweise häufiger Nebenwirkungen verursachen, werden als potenziell inadäquate Medikation (PIM) bezeichnet.


Die PRISCUS-Liste umfasst derzeit 83 relevante Wirkstoffe, erläutert deren Risiken sowie mögliche Therapiealternativen und enthält gleichzeitig Empfehlungen für Maßnahmen, falls der fragliche Wirkstoff dennoch verordnet werden soll. Sie soll Ärzten und Apothekern als Hilfestellung dienen und dadurch die Patientenversorgung verbessern - allerdings ist sie nicht als vollständig oder endgültig zu betrachten.

 

TK-ViA

Mehr Transparenz sorgt für ein besseres Therapieverständnis und damit für eine bessere Compliance. Deshalb bietet die TK mit der TK-Versicherteninformation (TK-ViA) bereits seit einigen Jahren einen besonderen Service zur Patientenaufklärung an: Unsere Versicherten erhalten auf Anfrage eine Übersicht über alle in der Apotheke eingelösten Verordnungen der vergangenen zwei Jahre, angereichert mit zusätzlichen Informationen wie zum Beispiel Notdienstgebühren.

 

Da ältere Patienten oft mehrere Medikamente von verschiedenen Medizinern verschrieben bekommen, erstellen wir die TK-ViA arztübergreifend. So können Doppelverordnungen oder potenzielle Interaktionen erkannt werden. Für Ärzte gilt: Legt Ihnen Ihr Patient die TK-ViA vor, können Sie sehen, ob und welche Arzneimittel von Ihnen und anderen Kollegen verordnet wurden.


Durch die Medien wurden unsere Versicherten immer wieder mit der PRISCUS-Liste konfrontiert. Deshalb haben wir nach deren Veröffentlichung die darin enthaltenen aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse in die TK-ViA aufgenommen. Beziehen unsere Versicherten im Alter von über 65 Jahren Arzneimittel mit dort aufgeführten Wirkstoffen, erhalten sie nun einen entsprechenden Hinweis. Unser Ziel ist es hierbei, umfangreich aufzuklären, jedoch nicht zu verunsichern.

 

Therapiehoheit des Arztes unangetastet

Wir raten unseren Versicherten, keinesfalls eigenverantwortlich die Medikation abzusetzen, sondern sich bei Unsicherheiten an den behandelnden Arzt zu wenden. Nur dieser kann beurteilen, welche Therapie im Einzelfall angemessen ist und ob eine Umstellung angezeigt ist. Die PRISCUS-Liste kann den Arzt unterstützen, eine Überprüfung der aktuellen Medikation vorzunehmen.


Die Gesundheit unserer Versicherten liegt uns am Herzen. Deshalb möchten wir zusammen mit den unsere Versicherten behandelnden Ärzten einen Beitrag dazu leisten, dass TK-Versicherte einen optimalen Therapieerfolg erzielen können. Ergänzend bieten wir einen Informationsservice an, der es unseren Versicherten ermöglicht, über teilnehmende Apotheken und das TK-ÄrzteZentrum weiteren Rat einzuholen.

 

Serviceangebot

Unsere TK-Arztberatung zum Thema TK-ViA erreichen Sie montags bis freitags, von 8 bis 22 Uhr, unter der Rufnummer Telefonnummer:0800 - 285 85 87 22 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands).

 

Ihre medizinischen und pharmakologischen Fragen beantwortet unser TK-ÄrzteZentrum unter 040 - 46 06 61 91 00.