Arzneimittelforschung auf dem Prüfstand - der Innovationsreport 2017

Preise für neue Arzneimittel steigen stark an, doch echte Innovationen bleiben dabei aus. Das ist das Ergebnis des Innovationsreports 2017, in dem neue Arzneimittel des Jahres 2014 kritisch bewertet werden. Der zeitliche Abstand ermöglicht den Autoren, die Präparate fundierter zu bewerten.

 

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Innovationsreport 2017

Innovationsreport 2017 - TitelbildTK-Chef Dr. Baas stellte den Report am 20. September auf einer Pressekonferenz in Berlin vor, wobei auch Schwachpunkte des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) näher beleuchtet werden.

 

Mit ihm auf dem Podium Prof. Dr. Gerd Glaeske, vom SOCIUM-Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik an der Universität Bremen, und Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.

 

Noch nie wurden in einem Innovationsreport so viele Medikamente wie in diesem Jahr bewertet und noch nie hat kein Präparat eine "grüne Gesamtampel" erhalten. 17 neue Medikamente erhielten eine "gelbe Gesamtampel", während die übrigen 15 mit einer "roten Gesamtampel" bewertet wurden.

 

 

Innovationsreport 2017 (PDF, 4,2 MB)

 

Neben dem geringen Nutzen für die Patienten ist das Ergebnis vor allem auf die hohen Preise der neuen Arzneimittel zurückzuführen. Die Therapiekosten mancher Wirkstoffe reichen bis zu 1,2 Mio. Euro und der Preis für eine einzelne Tablette bis zu 700 Euro. Die Preise werden wohl auch in Zukunft stark steigen. Dieses Jahr ist der durchschnittliche Preis pro Packung um 1.000 Euro auf 2.458 Euro gestiegen.

 

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Biosimilars bieten Möglichkeit zur Kostensenkung

In einem Sonderkapitel wird das Thema der hochpreisigen und komplexen Arzneimittel der Biologika behandelt. Immer mehr Patente laufen in diesem Bereich ab. Ein Austausch der teuren Biologika gegen kostengünstigere Biosimilars bietet die Möglichkeit, Kosten zu senken. Dabei entstehen keine klinischen Nachteile für Patienten, wie Sicherheits- oder Wirksamkeitsdefizite. Für Biosimilars gelten genau dieselben strengen Anforderungen wie für ihre Referenzmittel. Daher sollte das Potenzial von Biosimilars in Zukunft noch vielmehr ausgeschöpft werden.

 

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Mehr Qualität für faire Preise

Wir brauchen eine leistungsfähige und profitable Pharmaindustrie, dabei muss die Solidargemeinschaft die Kosten schultern und von Innovationen profitieren können. Eigentlich sollte das AMNOG von 2011 genau dafür sorgen. Der Innovationsreport deckt die Schwachpunkte des AMNOG auf und fordert schnelle Maßnahmen, um die Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelforschung zu verbessern. Für eine Qualitätssicherung muss auf die AMNOG-Frühbewertung auch eine Spätbewertung folgen, etwa drei bis fünf Jahre nach der frühen Nutzenbewertung. Dringend erforderlich ist eine systematische Versorgungsforschung nach der Zulassung eines neuen Arzneimittels.

 

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Für eine bessere Wirtschaftlichkeit muss der Herstellerabschlag auf 10 Prozent erhöht werden. Darüber hinaus werden Innovationen vor allem in Bereichen benötigt, in denen ein hoher "medical need" besteht - das heißt in Bereichen, in denen Fortschritte in der Arzneimittelforschung dringend notwendig sind -, deshalb sollte die Arzneimittelforschung auch gezielt dort ansetzen, statt dort, wo es die meiste Rendite gibt. Ein Beispiel wäre der Bereich der Antibiotikaforschung.

 

Livestream

Die Pressekonferenz am 20. September 2017 zur Vorstellung der Ergebnisse des Innovationsreports 2017 wurde auch per Livestream übertragen.

 

Kontakt

Dennis ChytrekTK-Pressestelle

Dennis Chytrek

 

Telefon Telefonnummer:040 - 69 09-30 20

dennis.chytrek@tk.de

 

 

Twitter www.twitter.com/TK_Presse

 

 

 

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