Abgehoben: Backpulver-Essig-Rakete

Die TK-Logo-Rakete zum Selbstmachen

Eine Rakete selbst bauen – ganz ohne Feuer und Rauch? Das geht! Du brauchst nur eine spezielle Dose und zwei Zutaten, die Du zuhause in der Küche findest. Wie die TK-Logo-Rakete funktioniert, kannst Du mit unserem Experiment selbst ausprobieren!

 

Für das Experiment brauchst Du:

  • eine Filmdose (oder eine andere Dose mit fest schließendem Deckel, zum Beispiel von Brausetabletten)
  • Backpulver
  • Essig
  • Farbiges Papier
  • Schere
  • Klebeband

Schon gewusst? Wozu man Filmdosen braucht(e)

Falls Du Dich fragst, was Filmdosen überhaupt sind: Das sind die Dosen, in denen Filme für Fotoapparate verkauft werden. Bevor es Digitalkameras gab, wurden in Fotokameras lichtempfindliche Filme eingelegt. Nach dem Verknipsen der Bilder brachte man den belichteten Film zum Entwickeln ins Fotolabor. Einige Tage später konnte man die Fotos – abgezogen auf Fotopapier – abholen. Auch heute noch kannst Du solche Filme kaufen, und zwar in Fotogeschäften, aber auch in vielen Drogeriemärkten. Im Fotoladen kannst Du auch einfach nach einer leeren Dose fragen.

 

Zunächst ist ein bisschen Basteln angesagt: Deine Rakete soll schließlich gut aussehen. Dazu schneidest Du Dir aus farbigem Papier einen Kreis aus, etwa fünf Zentimeter im Durchmesser. Das ist etwas größer als der Deckel der Filmdose. Als Schablone kannst Du zum Beispiel ein kleines Glas nehmen. Den Papierkreis schneidest Du einmal gerade bis zur Mitte ein und schiebst ihn dann zu einem Hütchen zusammen. Das ist die Spitze Deiner Rakete. Klebe das Hütchen am Rand mit Klebeband fest, so dass es nicht wieder auseinander rollt. Danach klebst Du es an die Filmdose. Drehe die Filmdose vorher um – die Spitze darf nicht an den Deckel geklebt werden, sondern muss am Boden der Dose befestigt werden.
Ein Kind bastelt die Spitze der RaketeSchneide einen Kreis aus und mach einen geraden Schnitt vom Rand bis zur Mitte. © icomedias
Ein Kind bastelt die Spitze der RaketeAus dem Kreis rollst Du ein Hütchen zusammen. Das wird die Spitze der Rakete. © icomedias
Ein Kind bastelt die Spitze der RaketeDie Spitze befestigst Du mit Klebeband auf dem Boden der Rakete - nicht auf den Deckel! © icomedias

Raketenstart nur im Freien

Mit der Rakete samt Deckel, Backpulver und Essig suchst Du Dir draußen einen möglichst freien Platz mit ebenem Boden. Achtung, Deine Rakete kann mehrere Meter hoch fliegen! Es dürfen also keine Bäume oder Gebäude in der Nähe sein. Wähle den Ort für Dein Experiment so aus, dass Du nach dem Aufstellen der Rakete einige Meter zur Seite gehen kannst, denn es kann beim Start spritzen. Bitte einen Erwachsenen, Dich bei dem Experiment im Freien zu begleiten.

Bevor es losgeht, mach Dich kurz mit dem Deckel der Filmdose vertraut. Die Dosen haben einen ziemlich fest sitzenden Deckel. Das müssen sie auch, denn sonst funktioniert das Experiment nicht! Probiere ein paar Mal, den Deckel zu öffnen und zu schließen.

 

Alles startklar?

Zuerst kommt das Backpulver in die Dose. Nicht zu viel: Sie sollte höchstens zu einem Viertel gefüllt sein. Nun gießt Du den Essig dazu. Aber nur wenig – die Dose sollte nicht zu voll sein. Während es schon zu schäumen beginnt, schließe schnell den Deckel.

 

Wenn dabei etwas von der Flüssigkeit ausläuft, ist das kein Problem. Der Deckel sollte allerdings wirklich fest geschlossen sein! Drück ihn deshalb rundherum gut zu. Nun einmal gut durchschütteln, dann die Rakete schnell mit dem Deckel nach unten und der Spitze nach oben auf den Boden stellen. Geh sofort ein paar Meter beiseite – und beobachte, was passiert.
Die CO2-Rakete wird gestartetAls erstes füllst Du das Backpulver in Deine Rakete. Ein bis zwei Teelöffel reichen. © icomedias
Die CO2-Rakete wird gestartetDann kommt der Essig dazu. Auch hier: Nicht zu viel. Die Menge eines Esslöffels reicht. © icomedias
Die CO2-Rakete wird gestartetDeckel zu, schütteln, Rakete aufstellen und ein paar Meter entfernen. © icomedias

Countdown bis zum Abflug

Wie bei einem echten Raketenstart kann es einen Moment dauern, bis Deine Rakete abhebt. Bis zu zwei oder drei Minuten vielleicht – halte also Abstand und hab Geduld. Und dann: Zisch! Die Rakete schießt in die Luft. An der "Startrampe" bleiben der Deckel und heller Schaum zurück.

 

Was ist passiert?

Ob Deine Rakete tatsächlich in die Luft geht, hängt von einer chemischen Reaktion ab. Die alltäglichen Zutaten Essig und Backpulver haben nämlich besondere Eigenschaften. Das Backpulver enthält neben einem Säuerungsmittel auch das sogenannte Natriumhydrogencarbonat, besser bekannt als Natron. Im Kuchenteig reagiert das Natron mit der Säure, dadurch entsteht das Gas Kohlenstoffdioxid (CO2). Es bildet feine Gasbläschen, die den Teig "auflockern". In Deiner Rakete fügst Du dem Natron noch mehr Säure hinzu: nämlich Essig. Das verstärkt die Wirkung noch.

Sobald Natron (Backpulver) und Säure (Essig) zusammenkommen, beginnt der chemische Prozess. Das kannst Du auch sehen, denn es sprudelt, sobald Du den Essig hinzu gibst – das Gas CO2 wird freigesetzt. Anders als Pulver und Essig zusammen braucht das Gas aber mehr Platz. Es will sich ausdehnen und versucht, aus der Dose zu entweichen. Weil der Deckel zunächst fest geschlossen ist, kann es das aber nicht. Immer mehr Gas entsteht, bis der Druck schließlich zu groß wird. Ruckartig drückt die Kraft durch den Druck den Deckel auf. Durch den Rückstoß fliegt die Rakete nach oben weg, denn sie steht ja auf dem Deckel. Peng!

 

Deine Rakete startet nicht?

Du wartest und wartest, und nichts passiert? Wahrscheinlich ist der Deckel nicht richtig geschlossen. Das erkennst Du daran, dass am Deckel Schaum aus der Rakete hervorquillt. Bevor Du es noch einmal versuchst, solltest Du die Dose auswaschen.