Licht aus mit Kaisernatron!

Kennst Du Kaisernatron? Beim Backen ist es nützlich, denn es lässt den Kuchen im Ofen aufgehen. Das Multitalent kann aber noch mehr: Die chemische Substanz macht Rotkohl zu Blaukraut, hilft gegen Schweißfüße, reinigt Silberbesteck und eignet sich für Versuche im heimischen Chemie-Labor. Probiere es aus!

 

Für das kleine Experiment brauchst Du folgende Materialien:

  • ein großes, flaches Gefäß (mit einem Durchmesser von etwa 15 Zentimetern)
  • eine kleine Kerze oder zwei Teelichter
  • Streichhölzer
  • zwei Tüten Kaisernatron je 50 Gramm (gibt es im Supermarkt bei den Backzutaten)
  • etwa fünf Esslöffel Zitronensaft
Wichtig!

Da Du bei diesem Versuch eine Kerze entzünden wirst, lass Dir auf jeden Fall von einem Erwachsenen helfen. Da Kaisernatron als chemische Substanz ungefährlich ist, brauchst Du zum Experimentieren aber keine Schutzbrille oder Handschuhe.

Nun geht es los!

 

  1. Setze die Kerze oder die Teelichter in das Gefäß.
  2. Streue Kaisernatron darum - der Boden muss bedeckt sein.
  3. Nun entzünde die Kerze mit den Streichhölzern.
  4. Danach gieß die Zitronensäure vorsichtig am Rand des Gefäßes auf das Kaisernatron und beobachte die Reaktion.

Du ahnst, was nun passiert? Richtig, nach kurzer Zeit erlischt die Kerze.

 

Schritt für Schritt


Zwei Teelichter in einer Glasschüssel mit Natron© icomediasIn einem flachen Gefäß stellst Du eine Kerze oder zwei Teekerzen aufeinander und streust Kaisernatron um sie herum. Danach entzündest Du sie.

 

Zwei Teelichter in einer Glasschüssel mit Natron© icomediasAnschließend gießt Du vorsichtig den Zitronensaft hinzu. Damit der Schaum gleichmäßig verteilt ist, gieße von rechts und links.

 

Zwei Teelichter in einer Glasschüssel mit Natron© icomediasDas Natron-Zitronengemisch schäumt sofort stark auf. Es dauert nicht lange, bis die Kerze ausgeht und der Schaum zusammenfällt.

 

Welche chemische Reaktion steckt dahinter?

Chemisch gesehen ist Kaisernatron "Natriumhydrogencarbonat". Puh, das ist ein schweres Wort. Einfacher zu merken ist der Begriff Natriumcarbonat, kurz Natron. Carbonate sind Salze, die häufig in der Natur vorkommen und von der Kohlensäure abstammen.

 

Aufgepasst!

Natron ist absolut ungefährlich und wird, wie Du schon weißt, zum Backen und Kochen eingesetzt. Verwechsle es aber keinesfalls mit einer chemischen Substanz, die sich ähnlich anhört: die Natronlauge. Sie ist ätzend und zum Beispiel in scharfen Reinigungsmitteln enthalten!

 

Warum erlischt die Kerze?

Kommt Natron mit Säure in Kontakt, wie Zitronensaft, reagieren die Stoffe und bilden das so genannte Kohlendioxid Co2. Da dieses Gas farblos ist, kannst Du sein Entweichen leider nicht direkt beobachten. Deshalb brauchst Du die Kerze - sie ist der Beweis, dass bei der chemischen Reaktion Kohlendioxid entsteht. Denn das Co2 verdrängt den Sauerstoff, den die Kerze zum Brennen braucht. Folglich erlischt die Kerze.

 

Was ist Kaisernatron?

Kaisernatron ist ein geschützter Begriff. Das bedeutet, dass nur eine Firma ihn verwenden darf, nämlich die, die sich den Namen hat schützen lassen. Kaisernatron ist nichts anderes als die chemische Substanz Natron. Es ist seit dem Altertum bekannt. Bis heute kommt Natron in seiner natürlichen Form in einigen Seen Ägyptens vor. Außerdem wird es aus großen Salzbeständen in den USA gewonnen. Natron ist in Mineral- oder Heilwasser enthalten. Hierzulande wird es aus Kochsalz hergestellt. Woher der Name Kaisernatron stammt, ist übrigens ungeklärt.