Was ist eine Gebärmutterentfernung?

Die operative Entfernung der Gebärmutter bezeichnet man als Hysterektomie oder Uterusexstirpation. Dieser Eingriff ist bei einigen Erkrankungen, insbesondere bei Krebsleiden notwendig.

 

Die Gebärmutter kann auf verschiedene Weise entfernt werden:

  • Durch einen Bauchschnitt (abdominale Hysterektomie). Bei dieser Operationsmethode kann der Arzt die Gebärmutter über einen Schnitt durch die Bauchdecke entfernen. Dies ist zum Beispiel die Methode der Wahl bei einer bösartigen Erkrankung der Gebärmutter oder der Eierstöcke, aber auch bei einem sehr großen Uterus oder Verwachsungen. Diese Methode bietet dem Operateur eine gute Übersicht über das Operationsgebiet und er kann die Bauchhöhle auf auffällige Befunde überprüfen. Ein Nachteil ist, dass die betroffene Frau aufgrund des Bauchschnitts nachher stärkere Beschwerden hat als nach einer Operation durch die Scheide oder nach einer Bauchspiegelung.
  • Durch die Scheide (vaginale Hysterektomie). Die Gebärmutterentfernung durch die Scheide ist die häufigste Form der Hysterektomie. Vorteil der Methode ist, dass es sich um einen schonenden (minimal-invasiven) Eingriff mit einer kurzen Operationsdauer und schnelleren Genesung handelt. Es treten selten Komplikationen auf und es bleiben keine sichtbaren Narben. Ein möglicher Nachteil ist, dass der Operateur nur eine eingeschränkte Sicht auf das Operationsgebiet hat. Bei Komplikationen erschweren diese Umstände dem Arzt die Orientierung.
  • Durch eine Bauchspiegelung (laparoskopische Hysterektomie) Ein Vorteil dieser sogenannten Schlüssellochchirurgie ist, dass die Methode schonend (minimal-invasiv) ist und nur kleine Wunden in der Bauchdecke verursacht. Durch besondere Instrumente mit Kamera und Beleuchtung wird das Operationsgebiet vergrößert auf einem Bildschirm dargestellt und der Arzt hat gute Sichtverhältunisse. Ein Nachteil des Verfahrens ist, dass der Operateur nicht mit den Händen direkt möglicherweise auffälliges Gewebe ertasten kann.  Außerdem ist es schwieriger, falls nötig, auftretende Komplikationen, zum Beispiel eine Blutung zu beherrschen.

Bei einem neueren Verfahren, der laparoskopisch assistierten vaginalen Hysterektomie, wird die Gebärmutter durch die Scheide unter Kontrolle des Operationsverlaufes durch eine Bauchspiegelung entfernt.

 

Das Ausmaß der Operation und die Art des Zugangsweges hängen von der Grunderkrankung ab. Liegt eine bösartige Erkrankung vor, wird in der Regel ein Bauchschnitt durchgeführt und bei der Operation werden das umliegende Lymphgewebe und möglicherweise die Eierstöcke und die Eileiter mit entfernt. Bei gutartigen Tumoren, zum Beispiel Myomen, werden meist die Eierstöcke belassen. Dies ist bei Frauen vor den Wechseljahren wichtig, da die Eierstöcke weiterhin Sexualhormone produzieren.

 

Wann sollte die Gebärmutter entfernt werden?

In folgenden Fällen muss die Gebärmutter entfernt werden, um eine Heilung der Patientin zu erreichen:

  • Krebserkrankungen der Gebärmutter (mit wenigen Ausnahmen, in denen zum Beispiel eine Bestrahlung eine Therapiealternative sein kann)
  • Krebserkrankungen der Eierstöcke (Ovarialkarzinome)
  • Nach einer Geburt auftretende lebensbedrohliche Blutungen aus der Gebärmutter
  • Schwere und nicht beherrschbare Blutungen
  • Schwere Entzündungen im Bereich der inneren Genitalorgane 

In folgenden Fällen hängt die Operationsnotwendigkeit vom Ausmaß der Beschwerden ab:

  • Senkungszustände der Gebärmutter
  • Gutartige Tumoren der Gebärmutter, insbesondere Myome
  • Deutliche Vergrößerung der Gebärmutter
  • Endometriose (Versprengung von Gebärmutterschleimhaut)
  • Starke Verwachsungen im Unterbauchbereich (nach Entzündungen oder Operationen)
  • Zu häufige und/oder zu starke Regelblutungen mit einem Eisenmangel (Anämie)
  • Sehr schmerzhafte Regelblutungen

Bei diesen Erkrankungen sollte zunächst eine alternative Therapie versucht werden, zum Beispiel eine medikamentöse/hormonelle Therapie oder Beckenbodengymnastik, bevor die operative Entfernung der Gebärmutter in Erwägung gezogen wird.

 

Welche Folgen hat eine Gebärmutterentfernung?

Unmittelbare Folgen der Entfernung der Gebärmutter sind das Ausbleiben der Regelblutung und die Unfruchtbarkeit. Bei zusätzlicher Entfernung der Eierstöcke kommt es zu einem Versiegen der weiblichen Hormonproduktion und zum Einsetzen der Wechseljahre. Das Sexualleben bleibt in der Regel durch den Eingriff unbeeinflusst.

 

Darüber hinaus hat der Eingriff oft auch psychische Auswirkungen: Viele Frauen fühlen sich ohne Gebärmutter unweiblicher oder unvollständig. Hier helfen Gespräche mit dem Frauenarzt, der bei Bedarf auch Adressen von Selbsthilfegruppen, Psychologen oder Beratungsstellen vermitteln kann.

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Wie jede Operation birgt auch die Entfernung der Gebärmutter Risiken und Komplikationen.

 

Es kann zu Verletzungen von benachbarten Organen, zum Beispiel Blase, Harnleiter oder Darm, und von Nerven und Blutgefäßen kommen, die Blutungen nach sich ziehen können. Vor allem im Bereich der Wunde sind Infektionen möglich, die im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen können. Blutgerinnsel kommen selten vor.

 

Es können Verwachsungen entstehen, die insbesondere bei größeren Bauchoperationen gelegentlich zu Schmerzen aber auch beispielsweise zu einem Darmverschluss führen können. Besonders bei übergewichtigen Patientinnen kann die Naht eines Bauchschnittes aufreißen.

 

Welche Alternativen zur Operation gibt es?

Die Alternativen zur Operation hängen entscheidend von der Grunderkrankung ab.

 

Ist eine bösartige Veränderung die Ursache, kann in wenigen Ausnahmefällen die Strahlentherapie eine Operation ersetzen.

 

Die Behandlung von Myomen der Gebärmutter ist eventuell alternativ mit einem Hormonpräparat (GnRH-Agonisten) möglich. Die Patientin wird dadurch künstlich in die Wechseljahre versetzt und das Myom schrumpft. Die dabei häufig auftretenden Wechseljahresbeschwerden enden mit Absetzen des Hormonpräparates. Wächst das Myom jedoch schnell, verursacht es starke Beschwerden oder sind viele Myome vorhanden, ist meist eine Operation erforderlich.

 

Eine noch junge Möglichkeit zur ursächlichen Behandlung von mittleren bis starken Symptomen von Gebärmutter-Myomen bietet der Wirkstoff Ulipristalacetat.


Ulipristalacetat darf bei Frauen im Vorfeld einer operativen Myomtherapie über einen Zeitraum von drei Monaten zum Einsatz kommen. Durch die Gabe lässt sich die Größe der Myome reduzieren und die Blutung innerhalb einer Woche vermindern oder stoppen. Zudem wird die Anzahl an roten Blutkörperchen vor einer Operation erhöht. Seit 2014 gibt es die Zulassungserweiterung für einen zweiten Therapiezyklus von ebenfalls drei Monaten. Zwischen den Einnahmezyklen sollte eine Therapiepause eingehalten werden, bis es zu einer Blutung mit Abstoßung des überschüssigen Endometriumgewebes kommt.

 

Ulipristalacetat ist ein sogenannter selektiver Progesteronrezeptor-Modulator, der in höherer Konzentration auch als Notfallkontrazeptivum ("Pille danach") eingesetzt wird. Ulipristalacetat hat eine derart in den Hormonhaushalt eingreifende Wirkung, dass das Wachstum von Myomen eingeschränkt bzw. eine Schrumpfung (Volumenreduktion) erzielt wird.

 

Bei sehr ausgeprägten Regelblutungen kann eine Therapie mit Hormonpräparaten die Entfernung der Gebärmutter unnötig machen.

 

Eine neuere operative Behandlungsmöglichkeit ist die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation). Bei diesem wenig belastenden Eingriff wird von der Scheide aus eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) durchgeführt und unter Sicht die Gebärmutterschleimhaut dauerhaft entfernt. Damit bleibt die Periodenblutung aus.

 

Vor und auch während der Operation muss immer der Nutzen, also die Heilung der Patientin im Vordergrund stehen. Bei bösartigen Veränderungen beispielsweise kommt es bei einer Nichtbehandlung zu einem Fortschreiten der Erkrankung, wodurch sich die Aussichten auf eine vollständige Heilung verschlechtern.

 

Bei medikamentös nicht behandelbaren Blutungsstörungen kann eine Blutarmut die Folge sein. Bei Beschwerden aufgrund von Myomen oder Endometriose ist ohne Behandlung ebenfalls von einer Verschlimmerung der Erkrankung auszugehen.