Dr. Gottfried Ludewig, CDU

Dr. Gottfried Ludewig tritt für die CDU im Berliner Bezirk Pankow an. Im Interview erklärt der Gesundheitspolitiker, was die Digitalisierung in der medizinischen Versorgung bewirken kann und was bei der Krankenhausfinanzierung verändert werden sollte. Er setzt sich dafür ein, dass gleiche Leistungen von ambulanten Ärzten und Krankenhäusern auch gleich vergütet werden.

Gottfried Ludewig. Foto: Tobias Koch

TK: Herr Dr. Ludewig, Sie wollen von der Berliner Landespolitik in den Bundestag wechseln. Wofür wollen Sie sich in der Bundespolitik besonders stark machen?

 

Dr. Gottfried Ludewig: Unser Gesundheitssystem steht in den nächsten Jahren vor zwei wesentlichen Herausforderungen. Das sind einerseits der demographische Wandel und andererseits die Digitalisierung. Die Herausforderung wird es sein, eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung in ganz Deutschland weiterhin sicherzustellen. Die Digitalisierung kann hier einen guten Beitrag leisten und auch zu einer stärkeren Verknüpfung des ambulanten und stationären Sektors beitragen. Zudem wird das Thema der Gewinnung und besseren Unterstützung von Pflegefachkräften eine wesentliche Rolle einnehmen. Neben einer guten Bezahlung wäre hier auch die Schaffung einer Bundespflegekammer ein guter Schritt nach vorne.

 

TK: Online-Shopping, Apps und Videotelefonie gehören heute zum Alltag. Wo stehen wir bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen und was wollen Sie unbedingt verbessern?

 

Dr. Gottfried Ludewig: Die Bundesregierung hat mit dem E-Health-Gesetz bereits wesentliche Schritte auf den Weg gebracht. Der "Roll out" macht jetzt auch die praktische Umsetzung der eGesundheitskarte möglich. Das ist jedoch nur ein erster Schritt. Entscheidend ist, dass der Patient die Hoheit und einen leichten und verständlichen Zugang zu seinen Daten erhält. Er soll auch die Möglichkeit haben, die Daten für sich zu nutzen und sie beispielsweise für Zweitmeinungen freigeben können. Hierfür müssen wir die technischen (sicheren) Voraussetzungen schaffen sowie Schnittstellen definieren, damit der Datentransfer und die Nutzung von Daten für eine hochwertige medizinische Versorgung noch besser gelingen können.

 

TK: Bei der Krankenhausfinanzierung sind die Länder ihren Verpflichtungen bislang nur ungenügend nachgekommen. Wie wollen Sie den Investitionsstau abbauen und die Finanzierung der Kliniken dauerhaft sicherstellen?

 

Dr. Gottfried Ludewig: In den vergangenen Jahren, in denen die CDU in Berlin den Gesundheitssenator gestellt hat, ist uns in der Krankenhausfinanzierung eine Trendwende gelungen. Wir haben die Nettoinvestitionen in Krankenhäuser nahezu verdoppelt von 55,5 Mio. € im Jahr 2011 auf 109 Mio. € im Jahr 2017. Für Berlin gilt es, diesen Weg weiterzugehen. Weiterhin wird zu überlegen sein, in wie weit die Finanzierung ggf. auch über Investitionszuwendungen seitens der Krankenversicherungen oder des Bundeshaushaltes möglich ist.

 

Zur Person

Dr. Gottfried Ludewig wurde 1982 in Bonn geboren. Seit 2011 ist er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und dort gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Zudem ist er seit 2014 stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion. Dr. Ludewig studierte Volkswirtschaft an der Technischen Universität in Berlin und promovierte dort über den Krankenversicherungsmarkt. Parallel zu seinem Abgeordnetenmandat ist er an zwei Tagen pro Woche im Advisory Bereich der PricewaterhouseCoopers AG WPG tätig. Dr. Gottfried Ludewig kandidiert im Wahlkreis 76 im Berliner Bezirk Pankow.

 

TK: Was muss getan werden, um die ambulante Versorgung in der Fläche zu sichern und die Ärzte zwischen Stadt und Land besser zu verteilen?

 

Dr. Gottfried Ludewig: Mit der Verabschiedung der "Berliner Erklärung" haben die gesundheitspolitischen Sprecher der CDU-/CSU-Landtagsfraktionen der Sicherung der ambulanten Versorgung absolute Priorität eingeräumt. Wir setzen uns dafür ein, dass gleiche Leistungen von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern auch gleich vergütet werden. Außerdem wollen wir die Allgemeinmedizin im Medizinstudium stärken. Einen weiteren Anreiz für junge Ärzte, sich in ländlichen Gebieten niederzulassen, sollen gezielte Förderprogramme bringen. Bayern, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Thüringen und Sachsen gehen dabei bereits mit guten Beispielen voran.

 

TK: Der Wahlkampf erfordert stets Hingabe, Standfestigkeit und die nötige Expertise. Was tun Sie, um sich für die zahlreichen Reisen und Termine fit zu halten?

 

Dr. Gottfried Ludewig: Der Terminkalender ist in der Tat reichlich gefüllt. Gerade deshalb ist es mir wichtig Sport zu treiben, wann immer es meine Zeit zulässt. Am liebsten jogge ich durch den Friedrichshain. Wenn der Sommer es zulässt, gibt es nichts Schöneres als die innerstädtischen oder Brandenburger Seen – das ist in kurzer Zeit bereits Erholung pur.

 

TK: Herr Dr. Ludewig, vielen Dank!