Kurzfristige Beschäftigung

Viele Ferienjobs und Urlaubsvertretungen sind kurzfristige Beschäftigungen - wenn sie von vornherein befristet sind: auf drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr.

Kurzfristige Beschäftigungen gehören neben den Minijobs zu den geringfügigen Beschäftigungen. Im Gegensatz zu den Minijobs muss der Arbeitgeber allerdings keine Pauschalbeiträge für sie zahlen.

 

Wählen Sie die richtige Zeitgrenze

Arbeitet ein Arbeitnehmer mindestens fünf Tage pro Woche, beträgt die Zeitgrenze drei Monate, also 90 Kalendertage. Arbeitet er regelmäßig weniger als fünf Tage pro Woche, setzen Sie als Maximalgrenze 70 Arbeitstage an.

 

Die Höhe des Entgelts ist nicht entscheidend

Für das Entgelt der Mitarbeiter gibt es bei kurzfristigen Beschäftigungen keinen festen Höchstbetrag. Der Arbeitnehmer darf allerdings die befristete Beschäftigung nicht "berufsmäßig" ausüben. Sie muss für ihn "von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung" sein. Das bedeutet: Er darf die befristete Beschäftigung nur nebenher annehmen, etwa um sein Einkommen ein wenig aufzubessern. Dient sie aber dazu, grundlegend seinen Lebensunterhalt zu sichern, übt er sie berufsmäßig aus.

 

Dass eine Beschäftigung berufsmäßig ist, wird auch unterstellt, wenn

  • jemand Arbeitslosengeld I oder Elterngeld erhält,
  • der oder die Beschäftigte während des Erziehungsurlaubs oder eines unbezahlten Urlaubs kurzfristig arbeitet und wenn
  • ein Schulabgänger einen befristeten Job annimmt und auch danach erwerbstätig sein will.

Arbeitnehmer, auf die eines der genannten Ausschlusskriterien zutrifft, kommen für eine kurzfristige Beschäftigung zwar nicht infrage. Sie können sie jedoch in einem Minijob beschäftigen - dort gelten diese Einschränkungen nicht.

 

Ohne Befristung keine kurzfristige Beschäftigung

Wer einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, kann nicht kurzfristig beschäftigt sein. Wenn er mehr als 450 Euro im Monat verdient, muss der Arbeitnehmer Beiträge zur Sozialversicherung zahlen, selbst wenn er nach einem Monat wieder kündigt. Unbefristete Beschäftigungen kann man auch nicht nachträglich in befristete umwandeln.

 

Auch wenn Sie einen Arbeitnehmer regelmäßig immer wieder für kurze Zeitabschnitte beschäftigen, zum Beispiel als sogenannte "Ultimoaushilfe", können Sie diese Beschäftigung nicht als kurzfristig einstufen - auch dann nicht, wenn der Beschäftigte insgesamt weniger als drei Monate oder 70 Arbeitstage pro Kalenderjahr bei Ihnen arbeitet. Auch diese Beschäftigten können Sie aber in einem Minijob einsetzen.

 

Wenn die Zeitgrenze überschritten wird

Sobald eine Beschäftigung länger dauert als drei Monate oder 70 Arbeitstage, wird sie versicherungspflichtig, und Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen dafür Beiträge zahlen - und zwar rückwirkend für die gesamte Dauer der Beschäftigung. Das gilt auch, wenn der Arbeitnehmer mehrere kurzfristige Beschäftigungen im Jahr hat. Sobald er die Zeitgrenze überschreitet, wird die aktuelle Beschäftigung versicherungspflichtig.

 

Manchmal ist eine Verlängerung des befristeten Arbeitsvertrags unerwartet. Dann brauchen Sie die Beiträge erst ab dem Tag zu zahlen, an dem erkennbar war, dass die Beschäftigung länger dauern würde als drei Monate oder 70 Arbeitstage.

 

Mehr erfahren Sie in unserem Beratungsblatt "Geringfügige Beschäftigung". Es hilft Ihnen mit anschaulichen Beispielen und Arbeitshilfen, kurzfristige Beschäftigungen auch in kniffligen Ausnahmefällen richtig einzuschätzen.

 

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