Ohrenschmalz

Reinigung für die Ohren

Was haben wir nicht alles in unseren Ohren: Hammer, Amboss und Steigbügel, ein Trommelfell, eine Schnecke und auch noch Schmalz! All diese Bestandteile brauchen wir zum Hören. Ja, auch das Ohrenschmalz ist wichtig: Es hält die Ohren sauber und schützt vor Insekten und Bakterien.

 

Wattestäbchen mit OhrenschmalzWattestäbchen mit Ohrenschmalz
© Wikimedia Commons / Gregory F. Maxwell / GNU-FDL 1.2
In der Haut unseres Gehörgangs gibt es kleine Drüsen, die das Ohrenschmalz herstellen - die Haarbalgdrüsen und die Schweißdrüsen. Die gelbliche Masse enthält Fette, Öle, Seifen und Säuren und fühlt sich wachsartig an. Daher hat das Ohrenschmalz auch seinen wissenschaftlichen Namen "Cerumen". Der Begriff ist vom lateinischen Wort "cera" abgeleitet, der "Wachs" bedeutet. Wissenschaftler kennen zwei Arten von Ohrenschmalz: feuchtes gelblich-braunes und trockenes weißliches. Welches davon in unseren Ohren produziert wird, bestimmen die Gene. In Europa ist das feuchte Ohrenschmalz verbreitet, in Ostasien überwiegt die trockene Variante

Ob feucht oder trocken - das Ohrenschmalz hat wichtige Aufgaben: Es kleidet die Haut im Gehörgang aus und hält sie geschmeidig. Das Schmalz befeuchtet und schützt auch das Trommelfell, das die Schallwellen an unser Innenohr weiterleitet. Die wichtigste Aufgabe des Ohrenschmalzes ist jedoch die Reinigung des Ohres.

 

Infografik: Aufbau des InnenohresOhrenschmalz wird in speziellen Ohrenschmalzdrüsen gebildet.
© exozet / D. Nagengast / Langnickel

Reinigung und Schutz für das Ohr

Im Laufe der Zeit schiebt sich das Ohrenschmalz über feine Härchen im Gehörgang in Richtung Ohrmuschel. Dabei nimmt es Staub, Schmutz und abgestorbene Hautschüppchen mit. Die Bewegung entsteht durch unsere Kiefermuskulatur. Beim Kauen bewegt sich das Ohr mit, das Ohrenschmalz rutscht ganz langsam weiter nach draußen.

Das Ohrenschmalz enthält neben den bereits erwähnten Bestandteilen auch den Stoff Lysozym. Dieser und noch einige andere Stoffe im Schmalz können schädliche Bakterien abwehren. Sie machen den Krankheitserregern den Garaus und verhindern so, dass sie sich in den Ohren einnisten. Das zähe Ohrenschmalz schützt aber auch vor Insekten. Sein bitterer Geschmack und der strenge Geruch halten die Tierchen davon ab, in den Gehörgang zu krabbeln.

 

Ganz schön clever: Wie Du Deine Ohren richtig reinigst!

Mit Wattestäbchen solltest Du ihnen jedenfalls nicht zu Leibe rücken! Und auch Handtücher, Pinzetten oder spitze Gegenstände gehören nicht in die Ohren! Sie könnten das Trommelfell oder den Gehörgang verletzen.

Es reicht völlig aus, wenn Deine Ohren beim Duschen nass werden und Du die Ohrmuschel beim Abtrocknen mit einem weichen Handtuch vorsichtig sauber machst. So entfernst Du das nach außen gewanderte Schmalz. Du kannst beim Duschen auch etwas Wasser in die Ohren laufen lassen. So bleibt das Ohrenschmalz geschmeidig und kann gut zum Ausgang rutschen.

Wenn Ohrenschmalz zum Problem wird

Ohrenschmalz ist ein normaler Bestandteil unserer Ohren und kein Schmutz! Es wird meistens erst dann zum Problem, wenn wir versuchen, es zu entfernen. Wenn Du Deine Ohren mit einem Wattestäbchen reinigst, kann es passieren, dass Du das Schmalz immer weiter in den Gehörgang schiebst. Dadurch kann es sich vor dem Trommelfell sammeln und austrocknen. Ein Ohrenschmalzpfropf bildet sich, der manchmal schmerzhaft auf das Trommelfell drückt. Meist bemerken wir einen solchen Verschluss, weil wir auf einem Ohr plötzlich schlechter hören. Versuche niemals, den Pfropfen selbst zu entfernen, sondern gehe in diesem Fall mit Deinen Eltern zum Ohrenarzt. Er schaut mit einer Art Trichter in Dein Ohr hinein und löst den Pfropfen mit einer Spülung auf.

Durch Ohrenstäbchen kann auch noch ein zweites Problem auftreten. Wenn Du mit ihnen regelmäßig den Gehörgang sauber putzt, trocknet die Haut im Inneren aus und die kleinen Transporthärchen verkümmern. Ohne Ohrenschmalz ist das Ohr nicht mehr richtig geschützt und Schmutz und Krankheitserreger können ungehindert eindringen.