Pubertät – wenn die Zeit reif ist

Die Pubertät ist eine aufregende und anstrengende Zeit voller körperlicher und seelischer Veränderungen. Eine tragende Rolle bei der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen spielen die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Wie sie genau arbeiten, liest Du hier.

 

Junge Frau beisst mit Appetit in ein Vollkornbrötchen.Hormone steuern zum Beispiel, wann Du Hunger bekommst. © photocase.com/ nininoOhne Hormone läuft nichts in Deinem Körper. Sie werden in so genannten Drüsenzellen gebildet, gelangen über das Blut zu den einzelnen Organen und vermitteln dort bestimmte Informationen. Hormone sind Botenstoffe. Sie beeinflussen, wie stark Du wächst, ob Du fröhlich oder niedergeschlagen bist und wann Du Hunger hast. Man könnte meinen, Hormone seien Alleskönner.

 

Aufgaben klar verteilt

Doch das stimmt nicht ganz. Die mehr als 30 Hormone im Körper lenken zwar gemeinsam mit dem Nervensystem das Zusammenspiel Deiner Organe und überbringen wichtige Botschaften. Austauschbar sind sie aber nicht, im Gegenteil: Jedes Hormon hat seine eigene Aufgabe.

 

Typisch männlich, typisch weiblich

Das männliche Sexualhormon Testosteron als 3D-Modell.3D-Modell des Sexualhormons Testosteron. © istockphoto.comDie Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron zum Beispiel spielen während der Pubertät eine wichtige Rolle. Schon an ihrem Namen "Geschlechtshormone" kannst Du erkennen, dass sie die Geschlechtsorgane beeinflussen und für die Entwicklung der Sexualität wichtig sind. Östrogen und Testosteron bewirken, dass sich der Körper in der Pubertät entweder typisch männlich oder typisch weiblich entwickelt.

Bevor die beiden Botenstoffe sich bemerkbar machen, legt ein anderes Hormon „einen Schalter im Körper um". Es gibt sozusagen den Startschuss für die Pubertät.

 

Übrigens

Auch Mädchen produzieren ein wenig Testosteron, Jungen Östrogen. Das ist normal. Man geht davon aus, dass das männliche Hormon bei Mädchen zum Beispiel die Empfindlichkeit der Brustwarzen beeinflusst. Jungen brauchen Östrogene für den Knochenaufbau.

Und nun geht es im Körper der Jugendlichen nach einem festen Ablaufplan weiter:


1. Die Steuerzentrale im Gehirn (Hypothalamus) sendet chemische Signale an die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und informiert sie so über den Stand der bisherigen körperlichen Entwicklung.

2. Je nach Stand der körperlichen Reife schüttet die Hirnanhangdrüse zwei spezifische Hormone aus. Sie wirken bei den Mädchen auf die Eierstöcke, bei Jungen auf die Hoden.

3. Die Eierstöcke produzieren vermehrt Östrogen. Die Hoden produzieren vermehrt Testosteron.

4. Die Nebennierenrinde schüttet ein weiteres Hormon aus. Es führt dazu, dass Mädchen und Jungen wachsen und Achsel- und Schamhaare sprießen.

 

Welche Aufgaben haben Östrogen und Testosteron?

Östrogen - das weibliche Sexualhormon wird überwiegend in den Eierstöcken gebildet. Es führt bei Mädchen dazu, dass

  • die Brüste wachsen.
  • sich die Scheide und die Gebärmutter vergrößern.
  • sich die Schleimhaut und die Muskulatur in der Gebärmutter ausbilden.
  • das Becken breiter wird.
  • sich an der Hüfte, Bauch und den Oberschenkeln Fett anlagert.
  • es im Eierstock monatlich zum Eisprung und damit zur Monatsblutung kommt.

Testosteron - das männliche Sexualhormon wird zum größten Teil in den Hoden gebildet. Es führt bei Jungen dazu, dass

  • die Hoden und der Penis wachsen.
  • der Bart wächst.
  • die Zahl der Muskelzellen zunimmt.
  • die Schultern breiter werden.
  • der Kehlkopf, der Adamsapfel und die Stimmbänder wachsen und so die Stimme tiefer wird.