Geschichte und Zukunft der Versichertenkarte

Weg vom Papier, hin zum sicheren elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen: Dafür ist die elektronische Gesundheitskarte Voraussetzung. Sie bereitet die digitale Kommunikation zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Patienten vor.

 

Jeder gesetzlich Krankenversicherte braucht die elektronische Gesundheitskarte. Sie löste 2014 die alte Versichertenkarte ab. Noch sind auf dem Chip der elektronischen Gesundheitskarte außer dem Geschlecht des Versicherten nicht mehr Informationen gespeichert als zuvor auf der Versichertenkarte. Doch in einigen Jahren werden Sie mit der elektronischen Gesundheitskarte medizinische Daten speichern lassen oder selber speichern können.

 

Die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte hat bereits 2009 begonnen. Denn der Gesetzgeber hatte die Krankenkassen in Paragraf 291 des Fünften Sozialgesetzbuchs auf ihre Einführung verpflichtet. In der Folge wurden zahlreiche Tests durchgeführt. In den Arztpraxen und Krankenhäusern mussten Kartenlesegeräte angeschafft werden, die die Karten auslesen konnten. 2014 waren die technischen Voraussetzungen für den breiten Einsatz geschaffen, und alle Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung erhielten die elektronische Gesundheitskarte.

 

Die Zukunft der elektronischen Gesundheitskarte

Die geplanten neuen Einsatzmöglichkeiten der Karte werden derzeit noch getestet. Fachleute sprechen von "Anwendungen". Wenn die Tests erfolgreich abgeschlossen sind, werden Sie, wenn Sie wollen, die neuen Möglichkeiten nutzen können.

 

Folgende Einsatzmöglichkeiten sind geplant:

  • Das Speichern von Notfalldaten. Zum Beispiel zu Allergien oder zu Arzneimittelunverträglichkeiten. Aufgenommen werden kann auch ein Hinweis auf Ihre Patientenverfügung oder eine andere Willenserklärung.
  • Der elektronische Arztbrief. Dieser wird dazu dienen, Patientenberichte und Befunde online zwischen Arztpraxen und beispielweise Krankenhäusern zu übermitteln.
  • Die elektronische Patientenakte. In ihr wird Ihr Arzt - natürlich nur mit Ihrem Einverständnis - Ihre individuellen Krankengeschichte, wichtige Laborbefunde, Operationsberichte, Röntgenbilder und Daten anderer Untersuchungen dokumentieren können.
  • Die Arzneimitteldokumentation. Damit werden Sie die Medikamente auflisten lassen können, die Ihnen ein Arzt verordnet hat oder die Sie in der Apotheke rezeptfrei gekauft haben. Ihr Arzt oder Apotheker werden diese Daten nutzen können, um zum Beispiel schädliche Wechselwirkungen zwischen Arzneien zu vermeiden.
  • Das elektronische Patientenfach, das Sie selbst einrichten und mit eigenen Daten füllen werden können.
  • Die elektronische Patientenquittung. Hier werden Sie sich über die für Sie abgerechneten Leistungen und über entstandene Kosten informieren können.

Sie behalten die Hoheit über Ihre Daten

Ob Sie die genannten Möglichkeiten Ihrer Gesundheitskarte nutzen oder nicht, sobald die Gesundheitskarte diese Funktionen bietet, bleibt Ihnen überlassen. So behalten Sie auch in Zukunft die Hoheit über Ihre Daten.

 

Wann die neuen Funktionen eingeführt werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Auf unseren Internetseiten werden Sie jedoch immer die aktuellen Informationen über die Möglichkeiten Ihrer Gesundheitskarte finden.

 

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