Thermoablation von Schilddrüsenknoten

Schilddrüsenknoten zählen zu den häufigsten Veränderungen der Schilddrüse. Werden sie zu groß, können sie zu Beschwerden führen. Oft raten Ärzte dann, weite Teile des Organs oder sogar die gesamte Schilddrüse operativ zu entfernen. Ein schonenderes Verfahren bietet die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt an. Schilddrüsenknoten werden dort in einem sogenannten thermoablativen Verfahren gezielt durch Hitze zerstört, sodass auf eine Operation verzichtet werden kann.

Professor Dr. Dr. Hüdayi Korkusuz, Leitender Oberarzt an der Klinik für Nuklearmedizin, erklärt einer Patientin die Mikrowellenablation, in der Hand die Sonde, durch die die Mikrowellen geleitet werden. Die Mikrowellenablation ist eines der verschiedenen thermoablativen Verfahren, die am Universitätsklinikum angeboten werden.

Die Schilddrüse ist eine hormonbildende Drüse knapp unterhalb des Kehlkopfes. Die Hormone, die sie produziert, beeinflussen den Stoffwechsel und eine Vielzahl von Körperfunktionen wie beispielsweise Verdauung, Psyche und Herz. Eine der häufigsten Veränderungen der Schilddrüse ist der Schilddrüsenknoten, der unangenehme Folgen hervorrufen kann. Drückt der Knoten auf die Luft- oder Speiseröhre, kann beispielsweise das Gefühl von einem "Kloß im Hals" entstehen oder es können Probleme beim Schlucken oder Heiserkeit auftreten.

 

Dr. Frank GrünwaldProf. Dr. Frank Grünwald Zur Behandlung von Schilddrüsenknoten verwendet die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt mehrere schonende Verfahren als alternative Therapiemöglichkeit zu einer Operation. Neben der Radiojodbehandlung, die am Uniklinikum schon seit Langem erfolgreich eingesetzt wird, ist dies die sogenannte Thermoablation.

 

"Wir sind sehr froh, dass wir am Universitätsklinikum sämtliche zur Verfügung stehenden Methoden für die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen anbieten können. Eine zunehmende Zahl von Patienten kommt hier an das Zentrum für Thermoablation von Schilddrüsenknoten (DZTA) nach Frankfurt, um sich über moderne Behandlungsmethoden zu informieren und die angebotenen Therapiemöglichkeiten in Anspruch zu nehmen", sagt Professor Dr. Frank Grünwald, Vorsitzender des Deutschen Zentrums für Thermoablation von Schilddrüsenknoten e.V. an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt.

 

Thermoablative Verfahren

Die Klinik bietet insgesamt drei verschiedene thermoablative Verfahren an: die Mikrowellenablation, die Radiofrequenzbehandlung sowie die Ultraschalltherapie. Bei den Verfahren wirken hohe Temperaturen auf den Schilddrüsenknoten, wodurch ausschließlich das erkrankte Gewebe zerstört wird. Bei der Mikrowellen- und der Radiofrequenzablation wird unter örtlicher Betäubung eine Sonde durch die Haut in dem Schilddrüsenknoten platziert, durch die das veränderte Gewebe mit Mikrowellen beziehungsweise hochfrequentem Wechselstrom behandelt wird. Bei der Ultraschalltherapie wird ein Spezialgerät von außen auf die Haut aufgesetzt, das Ultraschallwellen auf einen präzisen Punkt fokussiert, vergleichbar mit einer Lupe, die Sonnenstrahlen bündelt. Bei allen drei Verfahren wird das veränderte Gewebe schnell und intensiv so stark erwärmt, dass es die Zellen schädigt: Bei Temperaturen über 60 Grad Celsius baut der Körper das behandelte kranke Gewebe ab. Der Knoten wird in kürzester Zeit kleiner.

 

Vorteile der Methode 

"Die Patienten berichten bereits wenige Tage nach der Behandlung über eine deutliche Besserung der Beschwerden. Die Thermoablation der Schilddrüsenknoten selbst ist weniger schmerzhaft als eine Behandlung beim Zahnarzt", sagt Professor Dr. Dr. Huedayi Korkusuz, Leitender Oberarzt an der Klinik für Nuklearmedizin des Uniklinikums Frankfurt.

 

Ein großer Vorteil der Methode ist, dass die typischen Risiken einer Operation und der dazugehörigen Vollnarkose komplett entfallen. Außerdem ist durch diese Behandlung eine bleibende Narbe sehr unwahrscheinlich.

 

Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Was die Entwicklung und Anwendung neuer Therapieformen zur Behandlung von Schilddrüsenknoten betrifft, gilt die Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt als eine der weltweit führenden Kliniken mit einer großen Vielfalt an thermoablativen Verfahren zur Therapie von Schilddrüsenknoten. Die Spezialisten Professor Dr. Frank Grünwald und Professor. Dr. Hüdayi Korkusuz therapieren sowohl sogenannte heiße als auch kalte Schilddrüsenknoten. Durch die Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten kann für jeden Patienten individuell das am besten geeignete Verfahren gewählt werden.