Was ist eine akute Bronchitis?

Eine akute Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhäute der Bronchien im Bereich der unteren Atemwege. Sie wird meist durch Viren, seltener durch Bakterien hervorgerufen.

 

Begünstigende Faktoren sind Zigarettenrauch, kalt-feuchtes Wetter und Luftverschmutzung. Eine akute Bronchitis tritt auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie zum Beispiel einer Grippe auf.

 

Was sind die Aufgaben der Bronchien?

Die Atemwege leiten und verteilen die Atemluft vom Nasen-Rachen-Raum in die beiden Lungenflügel. Neben der Verteilung der Atemluft ist es aber auch Aufgabe der Bronchien, die Luft zu erwärmen, anzufeuchten und zu reinigen. Die Bronchialschleimhaut produziert einen Schleim, der Staubpartikel, abgestorbene Zellen und andere Verunreinigungen in Richtung Mundraum befördert. Größere Schleimansammlungen in den Atemwegen lösen einen reinigenden Hustenstoß aus. Darüber hinaus erfüllt der produzierte Schleim aber auch eine Abwehraufgabe, denn er enthält Substanzen und Zellen, die Bakterien und Viren abwehren.

 

Wie äußert sich eine akute Bronchitis?

Einer akuten Bronchitis geht häufig eine banale Erkältung mit Schnupfen, Niesen und allgemeinem Krankheitsgefühl voraus. Beginnender Husten mit Schmerzen hinter dem Brustbein weist dann in der Regel auf eine Bronchitis hin. Anfangs ist der Husten in der Regel trocken (Reizhusten). Nach wenigen Tagen löst sich der Husten und durch vermehrte Schleimbildung der Bronchien kommt es zu Auswurf. Dieser ist bei viralen Infektionen durchsichtig oder weiß. Bakterielle Infektionen verursachen einen gelblichen bis grünlichen Auswurf. Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen und Heiserkeit können hinzukommen. Der Verlauf der akuten Bronchitis erstreckt sich über zwei bis drei Wochen, sofern keine Komplikationen auftreten. Unter ungünstigen Bedingungen wie etwa Inhalation von Tabakrauch, Staub oder schlechten Witterungsverhältnissen kann sich die Erkrankung auch über sechs bis acht Wochen erstrecken.

 

Ernsthafte Komplikationen treten häufiger bei abwehrgeschwächten oder älteren Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen auf. Hierzu zählen eine Lungenentzündung sowie eine zusätzliche bakterielle Infektion der Bronchien. Selten kann eine akute Bronchitis in eine chronische Form übergehen.

 

Wie wird die akute Bronchitis erkannt?

Die Diagnose der akuten Bronchitis stellt der Arzt anhand der Beschwerden und des Abhörens der Lunge. Bei schwer beeinträchtigten Patienten kann eine Blutuntersuchung klären, ob eine virale oder eine bakterielle Infektion hinter der Erkrankung steckt. Der Arzt untersucht zudem häufig auch Nase, Rachen und Ohren und tastet den Hals ab, um zu überprüfen, ob die Lymphknoten geschwollen sind.

 

Hält der Husten über längere Zeit an oder kommt es zu Blutbeimengungen im Auswurf, kann dies natürlich auch andere Ursachen haben und sollte vom Arzt durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden.

 

Wie wird die akute Bronchitis behandelt?

Da es sich vor allem um Infektionen mit Viren handelt, sind Antibiotika unwirksam. Die Therapie orientiert sich auch aufgrund des meist unkomplizierten Verlaufs an den Beschwerden der Erkrankten. Sie sollten streng auf das Rauchen verzichten. Auch eine schadstoffreiche Umgebung sowie extreme Temperaturen der Atemluft sollten vermieden werden. Eine ausreichende Luftfeuchtigkeit schützt ebenfalls die Schleimhaut der Bronchien.

 

Die Gabe schleimlösender Medikamente hilft, das zähe Bronchialsekret zu verflüssigen, sodass es leichter abgehustet werden kann. Auch Inhalationen, zum Beispiel mit Kamille oder Salz, und die Anwendung von Hausmitteln wie beispielsweise Thymiantee oder Zwiebelsaft dienen diesem Ziel und lindern den lästigen Hustenreiz. Menthol und Eukalyptus als Einreibung können unterstützend wirken, können aber vor allem bei Kindern selbst reizend wirken, sodass hier Vorsicht geboten ist.

 

Wichtig ist, auf eine ausreichende Trinkmenge (zum Beispiel heißer Tee oder Wasser) zu achten, um das Sekret flüssig zu halten. Liegt ein alleiniger Reizhusten ohne nennenswerten Auswurf vor, kann der behandelnde Arzt auch kurzzeitig hustenstillende Medikamente verordnen, um den Teufelskreis Reizung der Schleimhaut durch Husten und dadurch vermehrter Husten zu durchbrechen.

 

Bei bakteriellen Infektionen der Bronchialschleimhaut, die sich durch einen langen, schwierigen Verlauf und eitriges Sekret auszeichnen, werden Antibiotika eingesetzt.