Was ist Heuschnupfen und wodurch wird er ausgelöst?

Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis) ist eine allergische Erkrankung, die durch eine Überempfindlichkeit des Abwehrsystems gegenüber Blütenpollen oder Pilzsporen (Allergene) hervorgerufen wird. Pflanzenpollen sind feinste Körnchen des Blütenstaubs.

 

Heuschnupfen tritt meist zu bestimmten Jahreszeiten auf, den typischen Pollenflugzeiten im Frühjahr und Sommer. Viele Betroffene sind gegen unterschiedliche Pollen allergisch. Zudem können einzelne Pflanzenarten schon im Februar oder bis in den Herbst hinein blühen, sodass manche Menschen unter Umständen fast ganzjährig vom Heuschupfen betroffen sind.

 

Jede Pollenart fliegt nur in bestimmten Monaten durch die Luft, dementsprechend treten die durch sie ausgelösten allergischen Reaktionen nur in dieser Zeit auf.

 

Ein Pollenflugkalender informiert den Allergiker, wann und wo die verschiedenen Pollen vorkommen. Pollen enthalten zahlreiche Substanzen, auf die Allergiker mehr oder weniger heftig reagieren. Bereits eine geringe Menge genügt, um typische Beschwerden auszulösen.

 

Die Symptome des Heuschnupfens können aber nicht nur durch Pollen, sondern zum Beispiel auch bei Kontakt mit Tieren, Hausstaubmilben, bestimmten Nahrungsbestandteilen oder Stäuben am Arbeitsplatz auftreten. Allergischen Schnupfen, der nicht nur durch Pollen ausgelöst wird, nennt man allergische Rhinitis.

 

Tipp: TK-AllergieApp "Husteblume"

Mit der TK-AllergieApp "Husteblume" können sich Allergiker auf ihrem Smartphone die persönliche Pollenbelastung vorhersagen und Tipps zur medikamentösen Behandlung geben lassen. Die App zeigt unter anderem die Pollenanzahl in der Luft, errechnet die individuelle Belastung aus und gibt frühzeitig Hinweise, wann die Einnahme von Medikamenten sinnvoll ist.

Wie verbreitet ist Heuschnupfen?

Der Heuschnupfen ist nicht selten: Schätzungen zufolge hat jeder vierte bis fünfte Erwachsene diese Allergieform. Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. Bei den Kleinkindern sind es etwa zehn bis 20 Prozent und bei den Teenagern 15 bis 30 Prozent. Künftig wird die Zahl der Heuschnupfenpatienten sogar noch weiter zunehmen, vermuten Experten.

 

Häufig sind Allergiker nicht nur gegen eine oder mehrere Pollenarten sensibilisiert, sondern reagieren zugleich überempfindlich auf pflanzliche Nahrungsmittel. Dieses Phänomen nennt man Kreuzallergie. Viele Betroffene mit Heuschnupfen zeigen beispielsweise  aufgrund einer Hasel-, Erlen- oder Birkenpollenallergie auch allergische Reaktionen beim Verzehr von Haselnüssen und Äpfeln.

 

Wie äußert sich Heuschnupfen?

Die Krankheit manifestiert sich vor allem an den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Augen. Typische Symptome sind daher: Nasenlaufen (wässriges Sekret), Niesanfälle, Behinderung der Nasenatmung, tränende, gerötete, brennende oder juckende Augen, angeschwollene Augenlider sowie Jucken und Kitzeln im gesamten Nasen-Rachen-Bereich.

 

Häufige Allgemeinsymptome sind Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Kopfschmerzen. Daneben sind auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Blähungen oder Durchfälle möglich. Diese treten vor allem dann auf, wenn Pollen verschluckt werden.

 

Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen, so schätzen Fachleute, entsteht im Verlauf ein allergisches Asthma, das durch Symptome wie Husten, Luftnot oder Atemgeräusche charakterisiert ist.

 

Wie kommt es zur allergischen Reaktion beim Heuschnupfen?

Die einer Allergie zugrunde liegende Reaktion des Immunsystems ist eigentlich eine nützliche Maßnahme, denn sie dient der Abwehr von körperfremden, potenziell gefährlichen Substanzen. Bei Allergikern läuft diese Reaktion jedoch überschießend ab. Die Körperabwehr kämpft gegen Fremdstoffe, die eigentlich gar kein Gesundheitsrisiko darstellen. Prinzipiell kann so jeder Stoff unserer Umgebung zu einem Allergen werden und Allergien auslösen.

 

Heuschnupfen-Symptome sind die Folgen einer allergischen Reaktion vom sogenannten Soforttyp (Typ-I-Allergien). Abwehrzellen des Körpers (Immunzellen) reagieren dabei nach wenigen Sekunden bis Minuten auf Oberflächenstrukturen von im Grunde harmlosen Pflanzenpollen. Nachdem ein erster Kontakt zu den Pollen stattgefunden hat, werden vom Immunsystem des Körpers besondere Abwehrstoffe, die IgE-Antikörper gebildet. Findet dann ein neuerlicher Kontakt mit Blütenstaub statt, binden sich die IgE-Antikörper an sogenannte Mastzellen. Diese gehören auch zur körpereigenen Abwehr und schütten dann Histamine aus. Diese Entzündungsbotenstoffe verursachen die typischen oben beschriebenen Allergiebeschwerden.

 

Bei den meisten Allergenen handelt es sich um Eiweißsubstanzen tierischer oder pflanzlicher Herkunft. Menschen, bei denen solche, eigentlich neutralen Stoffe, sehr leicht zu einem Allergieauslöser werden, nennt man Atopiker. Man vermutet, dass Faktoren wie zum Beispiel erbliche Veranlagung, allzu hygienische Lebensverhältnisse und der allgemeine westliche Lebensstil die Entstehung von Allergien begünstigen.

 

Die Krankheit ernst nehmen

Heuschnupfen ist keine banale Erkrankung und sollte keineswegs auf die leichte Schulter genommen werden: Es besteht die Gefahr, dass die Krankheit nicht auf die oberen Atemwege beschränkt bleibt. Bei etwa 30 bis 40 Prozent der Erkrankten kann es zu einem Etagenwechsel der Allergie kommen, das heißt tiefere Atemwege (Bronchien) sind betroffen - ein allergisches Asthma bronchiale entsteht. Nur durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung lässt sich verhindern, dass die Allergie von den oberen auf die unteren Atemwege übergreift.

 

Wichtig ist vor allem, den Auslöser der allergischen Reaktion zu bestimmen. Dazu spritzt der Arzt verschiedene Allergene in die Haut und beobachtet die Reaktion. Anschließend gleicht er das Ergebnis mit den vom Patienten geschilderten Beeinträchtigungen ab.

 

Wie wird Heuschnupfen behandelt?

Prinzipiell sollten Patienten mit allergischen Erkrankungen die auslösenden Stoffe meiden. Besonders bei Heuschnupfen und Hausstauballergien ist das aber nur schwer möglich. Eine große Rolle bei der Therapie spielen Medikamente, die die überschießende Abwehrreaktion eindämmen sollen.

 

Die meisten Medikamente blockieren die Freisetzung des Hauptbotenstoffs allergischer Reaktionen, das Histamin, das für Rötung, Schwellung und Juckreiz verantwortlich ist. Auf diese Weise verschaffen Antihistaminika Linderung.

 

Andere Arzneimittel sind Kortison und die Cromoglicinsäure, die zur Wirkstoffgruppe der Cromonen gehört. Im akuten Anfall helfen Cromone jedoch nicht. Das Arzneimittel wirkt nur vorbeugend und sollte deshalb regelmäßig angewendet werden.

 

Außerdem wird auch mit nasalem Ipratropiumbromid und mit oralen Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LTR) sowie mit der allergenspezifischen Immuntherapie behandelt. Daneben können Inhalationen mit salzhaltigem Wasser die allergischen Reaktionen abschwächen. Besteht bereits ein Asthma bronchiale, ist dieses entsprechend zu behandeln.

 

Welche Möglichkeiten der Behandlung infrage kommen, wird der Arzt zusammen mit dem Betroffenen individuell klären.

 

Hinweis zur korrekten Anwendung von Nasensprays                             

Um ein Nasenspray korrekt anzuwenden, beachten Sie bitte Folgendes: 

  1. Sprühflasche gut schütteln

  2. Kopf nach vorne neigen, d.h. nach unten zu den Füßen blicken

  3. Für das linke Nasenloch die Sprühflasche in die rechte Hand nehmen und die Spitze der Sprühflasche in das linke Nasenloch einführen und gegen die Seite der Nasenwand sprühen; für das rechte Nasenloch umgekehrt.

  4. Beim Sprühen nicht gleichzeitig intensiv Einziehen. 

Behandlungshinweise Auge

Achtung: Wenn Sie auch Nasenbeschwerden haben, so folgen Sie den Hinweisen zur Behandlung dieser Beschwerden und benutzen zusätzlich nur Medikamente, die direkt in das Auge gegeben werden.  

 

Behandlung mit Antihistaminika

H1-Antihistaminika-Tabletten

Die neue, zweite Generation von oralen H1-Antihistaminika in Form von Tabletten, wie zum Beispiel Azelastin, Cetirizin, Levocetirizin, Desloratidin, Loratadin, Ebastin, wird empfohlen bei Erwachsenen mit saisonaler allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) ohne oder mit begleitender Augenbindehautentzündung.

 

Die Antihistaminika der neuen Generation haben im Vergleich zu den früheren Präparaten keine Wechselwirkung mit den körpereigenen Cytochrom-P450-Enzymen. Diese Enzyme werden durch die alte Generation der H1-Antistaminika gehemmt. Da sie auch am Abbau von Arzneistoffen in der Leber beteiligt sind, kann sich - für den Fall, dass noch anderer Medikamente eingenommen werden - durch die Hemmung der Cytochrom-P450-Enzyme die Wirkung dieser Arzneimittel verstärken. In der Folge kann es dann zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen und Ähnlichem kommen.

 

Die neue Generation der H1-Antihistaminika passiert auch nicht die Blut-Hirnschranke, die das Gehirn vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern, Toxinen und Botenstoffen schützt. Die neuen Antihistaminika erreichen das Gehirn nicht und schränken die Funktionen des zentralen Nervensystems nicht oder kaum ein. Das heißt, die Kontrolle von Körperhaltung und Bewegungen, das kontrollierte Zusammenspiel aller Organe, des Hormonhaushalts und der Atmung, der Schlaf-Wach-Rhythmus, die Verarbeitung von eintreffenden Informationen aus der Umwelt und dem Körperinneren, Bewusstsein, Sprache, Denken, Lern- und Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeit und Vorstellungsvermögen und unsere Gefühle und Triebe bleiben unverändert.

 

Kindern mit gleichzeitiger atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und/oder einer positiven Familiengeschichte für Allergien oder Asthma werden die H1-Antihistaminika-Tabletten nicht zur Vermeidung von Giemen oder asthmatischen Beschwerden empfohlen.

 

Intranasale H1-Antihistaminika (Sprays)

Intranasale H1-Antihistaminika, wie zum Beispiel Azelastin, Levocabastin als Nasenspray, werden empfohlen für Erwachsene und Kinder mit einer saisonalen allergischen Rhinitis, zum Beispiel Heuschnupfen, nicht aber bei einer ganzjährigen Rhinitis, wie zum Beispiel einem Milbenschnupfen.                                                                        

 

Sie haben bei Erwachsenen eine mäßige Wirkung auf die Symptome der allergischen Rhinitis und sind damit ähnlich wirkungsvoll wie die oralen H1-Antihistaminika (Tabletten). Damit kann der Patient wählen, welchen Weg der Anwendung er lieber hat.

 

Intranasale H1-Antihistaminika können für solche Personen besser als H1-Antihistaminika Tabletten geeignet sein, bei denen die Tabletteneinnahme Müdigkeit hervorruft. Allerdings können intranasale H1-Antihistaminika einen unangenehmen Geschmack haben. Als Nebenwirkungen treten Geschmacksstörungen und örtliche Irritationen auf.

 

Insgesamt wird Erwachsenen und Kindern mit saisonaler und ganzjähriger allergischer Rhinitis eher zur Therapie mit oralen H1-Antihistaminika als mit intranasalen H1-Antihistaminika geraten.

 

H1-Antihistaminika für das Auge

Patienten mit Heuschnupfen, die neben den Nasensymptomen unter Augenbeschwerden (Augenrötung, Augentränen, Juckreiz) leiden, können H1-Antihistaminika in das Auge tropfen.

 

Behandlung mit Cromonen (Cromoglicinsäure)

Ein anderes Arzneimittel ist die Cromoglicinsäure, die zur Wirkstoffgruppe der Cromone zählt. Im akuten Anfall hilft das Arzneimittel jedoch nicht, es wirkt nur vorbeugend und sollte deshalb regelmäßig angewendet werden.

 

Nasale Cromone

Nasale Cromone, zum Beispiel Allergocrom-Nasenspray, können von Erwachsenen und Kindern mit Heuschnupfen benutzt werden, sie müssen allerdings, um eine ausreichende Wirkung zu haben, viermal täglich angewendet werden, was im Alltag oft schwierig ist. Sie haben praktisch keine Nebenwirkungen.

 

Cromone für das Auge

Cromone können auch direkt in das Auge getropft werden. Ihre Wirkung ist gering; Nebenwirkungen treten nicht auf.

 

Behandlung mit Kortison

Intranasales Kortison

Intranasales Kortison, zum Beispiel Beclometason, Fluticason, Mometason und andere, wird bei Erwachsenen und Kindern mit Heuschnupfen empfohlen. Es ist wirkungsvoller als H1-Antihistaminika (Tabletten) und Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LTR, siehe unten).

 

Als Nebenwirkungen wurden Nasenbluten, Kopfschmerzen, Geschmacksveränderung und eine Pharyngitis beschrieben. Systemische Nebenwirkungen, also Nebenwirkungen, die den gesamten Organismus betreffen, treten nicht auf. Das liegt daran, dass der über die Nasenschleimhäute aufgenommenen Wirkstoff nur zu einem geringen Anteil unverändert im Körperkreislauf zur Verfügung steht. Der Fachmann spricht von einer geringen "systemischen Bioverfügbarkeit" des intranasalen Kortisons.

 

Systemisches Kortison (Kortisontabletten)

Patienten mit allergischen Schnupfen, deren mäßige oder starke nasale und/oder konjunktivale Beschwerden nicht durch andere Medikamente kontrolliert werden können, wird eine kurze Anwendung von bis maximal sieben Tagen von Kortisontabletten empfohlen. Sie sollten aber niemals als erstes Medikament zur Behandlung eines Heuschnupfens eingesetzt werden. Auch für Kinder, Schwangere und Patienten mit bekannten Kontraindikationen sollten sie nicht benutzt werden.

 

Intramuskuläre Anwendung von Kortison

Kortison sollte intramuskulär zur Behandlung von Heuschnupfen in keinem Lebensalter erfolgen, da die Gefahr schwerer Nebenwirkungen deutlich größer ist als die möglichen Auswirkungen von Heuschnupfen.

 

Behandlung mit Ipratropiumbromid, Leukotrienrezeptor-Antagonisten

Nasales Ipratropiumbromid

Nasales Ipratropiumbromid, zum Beispiel Atrovent nasal, ist mehr zur Anwendung von ganzjährigem als für den saisonalen Schnupfen, wie den Heuschnupfen, geeignet. Es reduziert vor allem das Nasenlaufen, nur wenig aber die anderen Symptome wie Juckreiz, Niesen oder verstopfte Nase. Als Nebenwirkungen sind das Auftreten einer trockenen Nasenschleimhaut und gelegentlich Harnverhalt und Glaukom beobachtet worden.

 

Orale Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LTR)

LTR, zum Beispiel Montelukast, wird Erwachsenen und Kindern mit Heuschnupfen und Vorschulkindern mit ganzjährigem allergischem Schnupfen empfohlen. Erwachsene mit ganzjährigem allergischem Schnupfen wird LTR nicht empfohlen. Als Nebenwirkungen wurden unter anderem Kopfschmerzen und Magen-Darmbeschwerden beobachtet.

 

Vergleichsweise werden H1-Antihistaminika (Tabletten) den LTR-Tabletten bei Erwachsenen mit Heuschnupfen und Kindern im Vorschulalter mit ganzjähriger Rhinitis vorgezogen.

  

Allergenspezifische Immuntherapie

Die allergenspezifische Immuntherapie, auch als spezifische Immuntherapie (SIT), Hypo- oder (früher) Desensibilisierung bekannt, spielt eine wichtige Rolle in der Therapie des Heuschnupfens und anderer Formen des allergischen Schnupfens. Sie ist die einzige Therapieform, die langfristig den Verlauf des Heuschnupfens positiv beeinflusst.

 

Die Therapie besteht darin, die körpereigene Abwehr an das Allergen zu gewöhnen, um sie so abzuschwächen. Unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Hyposensibilisierung ist, dass man die Stoffe kennt, die eine allergische Reaktion hervorrufen.

 

Die Therapie ist in zwei Formen der Anwendung bekannt:

  • als sogenannte subkutane Immuntherapie (SCIT) oder
  • als sublinguale Immuntherapie (SLIT).                                    

Bei der SCIT wird der Allergenextrakt in kleinen und meist steigenden Mengen oder Konzentrationen unter die Haut gespritzt, bei der SLIT unter die Zunge oder hinter die Unterlippe als Tropfen oder Tablette gegeben.

 

Die SCIT und die SLIT haben ihre Vorzüge und Nachteile, es bleibt eine individuelle Entscheidung, welche Form bei welchem Patienten zur Anwendung kommen sollte.

 

Beide Verfahren haben gleiche oder ähnliche Erfolge:

  • Reduziert die Symptome und die notwendige Begleitmedikation

  • Verringert das Risiko, dass sich im Kindesalter aus dem Heuschnupfen ein Asthma entwickelt

  • Verringert die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Allergie gegen andere Allergene

  • Verbessert die Lebensqualität des Behandelten

Die Behandlung erfordert Geduld, denn der Prozess der Hyposensibilisierung kann sich über mehrere (maximal drei) Jahre hinweg ziehen.

 

Nebenwirkungen der Hyposensibilisierung reichen von leichten allergischen Reaktionen an der Einstichstelle bis - im seltenen Ausnahmefall -  zu einer gefährlichen allergischen Reaktion des gesamten Körpers. Daher muss der Patient nach einer Injektion zur Sicherheit noch eine halbe Stunde in der Praxis bleiben.

 

Bei einer sublingualen Immuntherapie muss der Patient die erste Dosis unter Aufsicht eines allergologisch erfahrenen Arztes anwenden. Sind keine Nebenwirkungen zu beobachten, geht man davon aus, dass er die Behandlung gut verträgt. Er kann sie dann selbstständig fortführen.

 

Worauf ist bei Heuschnupfen zu achten?

Folgende Tipps können helfen, auch als Allergiker gesund durch den Alltag zu kommen:

  • Die Pollenflugvorhersage (Rundfunk, Telefondienste) nutzen.
  • Pollenflugkalender oder die TK-AllergieApp "Husteblume" informieren über die jeweiligen Flugzeiten der verschiedenen Pollenarten.
  • Die Wohnung während der Pollenflugzeit nur morgens (in der Stadt) oder abends (auf dem Land) lüften.
  • Freizeitaktivitäten mit Bedacht planen: Auf dem Land ist die Belastung durch Pollen am frühen Morgen am größten, in der Stadt dagegen am Abend.
  • Möbel häufig mit einem feuchten Tuch abwischen.
  • Wäsche nicht im Freien trocknen.
  • Möglichst häufig die Bettwäsche wechseln.
  • Während des Autofahrens Fenster schließen und Lüftung ausschalten; spezielle Pollen-Luftfilter einbauen und diese regelmäßig erneuern. Auch im Zug die Fenster geschlossen halten.
  • Abends die Haare waschen oder kräftig bürsten, damit Pollen nicht ins Bett gelangen.
  • Lassen Sie Ihre Kleidung vor dem Schlafzimmer liegen.
  • Schlafen Sie bei geschlossenem Fenster.
  • Während der Heuschnupfen-Hochsaison in einem Gebiet mit geringer Pollenbelastung Urlaub machen.

Was sind Kreuzallergien?

Mehr als 50 Prozent der Pollenallergiker reagieren auch auf Nahrungsmittel allergisch. Zu den typischen Symptomen - etwa nach dem Verzehr eines rohen Apfels - gehören Kribbeln und Juckreiz bis hin zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute. Es kann auch zu Magen-, Darm-, Haut- oder Kreislaufbeschwerden bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen. Wer auf Frühblüher reagiert, verträgt hauptsächlich keine Haselnüsse, rohes Kern- und Steinobst oder Kiwi. Beifuß gilt als Leitallergen für Kräuter- und Gewürzallergien, am häufigsten ist eine Kreuzreaktion auf Sellerie.

Gleichzeitig sind meistens auch andere Gemüse und Gewürze wie rohe Karotte, rohe Tomate, Anis, Koriander, Kümmel, Curry und Chilipfeffer unverträglich. Bei Gräser- oder Getreidepollenallergikern können Reaktionen auf rohe Tomate, Melone und Erdnuss auftreten. Die Empfehlungen für den einzelnen Pollenallergiker sind individuell unterschiedlich. Nicht immer ist ein ganzjähriger Verzicht auf zum Beispiel rohes Obst nötig. Viele pflanzliche Nahrungsmittelallergene sind hitzelabil und somit in gekochter Nahrung verträglich.

Eine umfassende, allgemeine Aufstellung zu möglichen Kreuzreaktionen ist für den Betroffenen nur bedingt aussagekräftig. Im Rahmen einer individuellen Ernährungsberatung zum Thema pollenassoziierte Kreuzreaktionen können individuelle Auslöser und Triggerfaktoren aufgespürt werden und der Pollenallergiker erhält einen individuellen Ernährungsplan.

Was sind die häufigsten Kreuzallergien?

Bei Allergien gegen Frühblüher ist Vorsicht geboten bei: rohem Kern- (Apfel, Birne) und Steinobst (Pfirsich, Aprikose, Kirsche, Pflaume und Zwetschge), Kiwi, Haselnuss, Mandel, Walnuss, rohem Gemüse wie Sellerie, Karotte, Kartoffel, Tomate.

Wer gegen Gräser/Roggen allergisch ist, sollte auch aufpassen bei: rohem Roggen- und Weizenkorn (Müsli, Frischkorn-brei), Sojabohne, Erbse, Erdnuss, Linse, Banane, Tomate, roher Kartoffel.

Eine Beifuß-Allergie geht häufig einher mit einer Allergie gegen: Tomate, Sellerie, rohe Karotte, Kiwi, Mango, Litschi, Avocado, Pfefferminz- und Kamillentee, verschiedene Gewürze, besonders schwarzer Pfeffer, Paprika, Sellerie Kreuzallergene bei Hausstaubmilbenallergie sind: Vorratsmilben, Nahrungsmittel: Krebse, Shrimps.