Der Stuhltest

Der Test soll winzige Mengen von Blut im Stuhl aufspüren, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. Dieser Test wird zur Früherkennung von Darmkrebs eingesetzt, weil Tumore und Polypen manchmal bluten.

 

Den Stuhltest, auch "Haemoccult Test" oder "Schnelltest“ genannt, können Sie zum Teil selber vornehmen. Beim Hausarzt oder in der Apotheke erhalten Sie die Sets der Testbriefchen. Manchmal werden auch kleine Röhrchen verwendet.

 

Jedes Briefchen hat zwei oder drei kleine Testfelder. Darauf tragen Sie üblicherweise mithilfe von mitgelieferten Spateln jeweils eine erbsengroße Menge Ihres Stuhls auf. Dann verschließen Sie das Briefchen oder das Röhrchen.

 

Das Ganze wiederholen Sie bei drei aufeinanderfolgenden Stühlen mit einem neuen Briefchen oder Röhrchen. Dann schicken Sie Ihrem Arzt die Proben per Post zu oder geben sie in der Praxis ab. Es gibt auch Verfahren, die von dem hier beschriebenen leicht abweichen.

 

Folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Test, den Sie verwenden. Ob sich Blut im Stuhl befindet, erkennt Ihr Arzt im Labor an der Verfärbung, wenn er eine Speziallösung auf die Rückseiten der Testfelder träufelt.

 

Wie kann man sich den Stuhltest leichter machen?

Manchen Menschen ist es unangenehm, mit dem Holzspatel die Proben aus der Toilette zu holen. Bei manchen Toiletten kann das auch eine umständliche Prozedur sein. Achten Sie also zunächst auch auf die Form der Toilette, bevor Sie eine Stuhlprobe nehmen.

 

Ein Tiefspülbecken etwa ist ungeeignet, weil die Ausscheidungen direkt ins Wasser "plumpsen“. Manchmal hilft es hier, Toilettenpapier in die Toilette zu legen. Bei manchen Stuhltests wird auch eine Kunststoffhalterung oder ein Papierstreifen mitgeliefert. Beides kann den Stuhl rechtzeitig auffangen, und die Probe kann bequem entnommen werden.

 

Was Menschen oft fragen: Muss ich mich auf den Test vorbereiten?

Ja. Zur Vorbereitung des Tests sollten Sie drei Tage lang möglichst viel Müsli und Vollkornbrot essen, es kommt dabei auf die Ballaststoffe an. Aber Sie sollten kein rohes Fleisch, keinen Broccoli oder Blumenkohl essen und auch keine Bananen. Denn diese Speisen können das Testergebnis verfälschen. Das gilt auch für größere Mengen von Vitamin C.

 

Was bringt mir der Stuhltest?

Der Stuhltest kann Ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, senken. Studien haben ergeben, dass der Stuhltest sieben von 1.000 Menschen nützlich ist, weil bei ihnen Darmkrebs entdeckt wurde, der ohne Stuhltest zu diesem Zeitpunkt unbemerkt geblieben wäre.

 

Auch das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, sinkt etwas: Studienauswertungen von Gesundheitswissenschaftlern der Universität Hamburg bei Menschen zwischen 45 und 89 Jahren haben ergeben: Ohne Stuhltest starben sieben von 1.000 Menschen an Darmkrebs. Mit dem Stuhltest alle zwei Jahre starben sechs von 1.000 Menschen an Darmkrebs und mit dem jährlichen Stuhltest nur noch vier von 1.000. Kurz: Der Stuhltest nützt einem bis drei von 1.000 Teilnehmern, weil sie nicht an Darmkrebs sterben.

 

Allerdings: Die Ergebnisse des Stuhltests können auch täuschen. Wenn er zum Beispiel kein Blut im Stuhl anzeigt, kann dennoch Krebs vorliegen. Unter Umständen könnten Sie dann über das Testergebnis beruhigt sein - aber trotzdem Krebs haben. Statistisch gesehen ergeht es einem von 1.000 Menschen zwischen 40 und 59 Jahren so, die einen Stuhltest gemacht haben.

 

In der Altersgruppe zwischen 60 und 79 Jahren erhalten zehn von 1.000 Menschen ein falsches Ergebnis. Umgekehrt bedeutet der Befund "Blut im Stuhl" eher selten, dass Sie auch tatsächlich Krebs haben. Das Untersuchungsergebnis "Blut im Stuhl" rührt meistens von bestimmten Speisen her oder von einer Wunde im Darm.

 

900 von 1.000 Menschen im Alter von 40 bis 59 Jahren und 400 von 1.000 Personen zwischen 60 und 79 Jahren waren laut der Studienauswertung der Universität Hamburg gesund, obwohl der Stuhltest Blut anzeigte.

 

Genauigkeit des StuhltestsDie Ergebnisse des Stuhltests können auch täuschen: Eine Studienauswertung der Universität Hamburg zeigt, wie oft sich der Stuhltest irrte. 

Was Menschen oft fragen: Mir ist die Darmspiegelung unangenehm. Genügt es zur Früherkennung nicht, wenn ich einen Stuhltest mache?

Wenn Sie genau wissen wollen, ob Sie Krebs haben oder nicht, bringt Ihnen der Stuhltest wenig. Denn zeigt der Test Blut an, folgt ohnehin eine Darmspiegelung, um dem Krebsverdacht nachzugehen. Wenn der Test kein Blut anzeigt, können Sie auch nicht völlig sicher sein, dass Ihr Darm gesund ist. Die Darmspiegelung ist zur Erkennung von Krebs zuverlässiger.

 

Was Menschen oft fragen: Was bedeutet nach einer medizinischen Untersuchung "positiv" und "negativ"?

Wenn der Test in den Ausscheidungen Blut anzeigt, nennt man das Ergebnis "positiv", weil man etwas gefunden hat, wonach man gesucht hatte. Zeigt das Testbriefchen kein Blut im Stuhl an, nennt man das Ergebnis "negativ“, weil nicht gefunden wurde, wonach man gesucht hatte.

 

Nach dem Test

Wenn der Test kein Blut im Stuhl anzeigt, folgen auch keine weiteren Untersuchungen. Wenn der Test aber Blut anzeigt, rät Ihnen der Arzt zu einer Darmspiegelung. Denn so kann besser abgeklärt werden, woher das Blut stammt.

 

 

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