Brillen und Kontaktlinsen

Wir beteiligen uns bei Kindern und stark Sehgeschädigten an den Kosten für Brillengläser und Kontaktlinsen. Bei Erwachsenen sind die Dioptrien der Augen entscheidend.

 

Zuschuss zu Brillengläsern: Was ändert sich durch das neue Heil- und Hilfsmittelgesetz?

Für Erwachsene wird der Anspruch auf Brillengläser erweitert. Die Neuregelung sieht vor, dass für Erwachsene ein Zuschuss gezahlt werden soll, wenn sie zur Korrektur einer Sehschwäche

  • einen Fernausgleich von mehr als sechs Dioptrien bei Kurz- oder Weitsichtigkeit oder
  • einen Fernausgleich von mehr als vier Dioptrien wegen einer Hornhautverkrümmung brauchen.

Die übrigen Voraussetzungen für Sehhilfen bei schweren Sehbeeinträchtigungen auf beiden Augen (das heißt beide Augen haben nur eine Sehleistung von bis zu 30 Prozent) oder für therapeutische Sehhilfen bleiben unverändert bestehen. Ebenso bleibt der Anspruch für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren unverändert bestehen.

Ob eine dieser Voraussetzungen bei Ihnen vorliegt, beurteilt Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt. Damit der Zuschuss mit uns abgerechnet werden kann, brauchen Sie eine ärztliche Verordnung, die nach Inkrafttreten des Gesetzes ausgestellt wird.

 

Den Zuschuss übernehmen wir grundsätzlich in Höhe der bundeseinheitlichen Festbeträge für Sehhilfen. Da sich diese unter anderem nach der benötigten Sehstärke richtet, erfragen Sie den genauen Betrag bitte bei Ihrem  Augenoptiker. Außerdem fällt eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe zehn Prozent des Abgabepreises an, mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

Wann übernimmt die TK die Kosten für eine Brille oder Kontaktlinsen?

Wir zahlen die Kosten für die Brillengläser in folgenden Fällen:

  • Wenn Sie unter 18 Jahre alt und fehlsichtig sind.

  • Ab 18 Jahren, wenn Ihr Augenarzt Ihnen eine Fernbrille verschreibt, weil Ihre Fehlsichtigkeit mehr als sechs Dioptrien oder eine Hornhautverkrümmung von mehr als vier Dioptrien beträgt.

  • Ab 18 Jahren, wenn beide Augen schwer sehbeeinträchtigt sind. Von einer schweren Sehbeeinträchtigung spricht man, wenn Sie auf dem besseren Auge trotz Brille oder Kontaktlinsen eine maximale Sehschärfe von 30 Prozent erreichen.

Liegen diese Voraussetzungen vor und sind aus medizinischen Gründen Kontaktlinsen notwendig, übernehmen wir im Ausnahmefall auch hier die Kosten. 

Wie viel zahlt die TK, wenn der Arzt mir eine Brille oder Kontaktlinsen verordnet?

Wenn Sie eine Verordnung Ihres Augenarztes haben, bezahlen wir die Kosten für Brillengläser und Kontaktlinsen in Höhe der bundesweit vereinbarten Festbeträge. Ihr Optiker berät Sie gern, wie hoch dieser Betrag in Ihrem Fall ist, denn der Festzuschuss hängt unter anderem von der benötigten Sehstärke ab. Das Brillengestell bezahlen Sie selbst.

 

Außerdem fällt eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe zehn Prozent des Abgabepreises an, mindestens fünf und höchstens zehn Euro.

 

Wenn Sie Brillengläser oder Kontaktlinsen wählen, die den Festbetrag überschreiten, tragen Sie die Mehrkosten selbst. Aufgrund gesetzlicher Regelungen darf die TK für Brillengestelle und Kontaktlinsen-Pflegemittel keine Kosten übernehmen.

 

Sollten Sie sich für eine aufwändigere Ausstattung Ihrer Brillengläser entscheiden, wie zum Beispiel eine Entspiegelung oder Härtung, tragen Sie die Mehrkosten selbst. Da die Preise sehr unterschiedlich sein können, empfehlen wir Ihnen, sich von unterschiedlichen Optikern einen Kostenvoranschlag geben zu lassen. 

Ich bin über 18 Jahre und benötige eine Brille. Übernimmt die TK die Kosten?

Wir können die Kosten übernehmen, wenn

  • Sie mit Brille eine maximale Sehschärfe von 30 Prozent auf dem besseren Auge erreichen.

  • Ihre Fehlsichtigkeit in der Ferne mehr als sechs Dioptrien bei Kurz- oder Weitsichtigkeit beträgt.

  • Ihre Fehlsichtigkeit in der Ferne mehr als vier Dioptrien wegen einer Hornhautverkrümmung beträgt.

Ihr Augenarzt informiert Sie, ob die Voraussetzungen vorliegen und stellt gegebenenfalls eine Verordnung aus. 

Was ist eine schwere Sehbeeinträchtigung?

Sie liegt vor, wenn beide Augen trotz Brille nicht mehr als 30 Prozent Sehleistung erbringen. Schon beim Lesen normaler Texte werden dann oft vergrößernde Sehhilfen benötigt, wie zum Beispiel Leselupen, Lupenbrillen oder Bildschirmlesegeräte. 

Werden Arbeitsplatz- und Bildschirmbrillen bezahlt?

Wenn Sie eine solche Brille für Ihren Arbeitsplatz benötigen, wenden Sie sich bitte direkt an Ihren Arbeitgeber. Wir dürfen uns an diesen Kosten nicht beteiligen. 

Mein Kind benötigt eine Brille. Was muss ich beachten?

Damit wir die Kosten für die Brillengläser übernehmen können, muss der Augenarzt diese verordnen. Das Brillengestell zahlen Sie selbst.

 

Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, die nach einer ersten Verordnung vom Augenarzt erneut eine Brille benötigen, können Brillengläser direkt vom Augenoptiker beziehen. Der Augenoptiker rechnet seine Leistungen direkt mit der TK ab.

 

Wenn Ihr Kind unter 14 Jahren innerhalb von drei Monaten einen Ersatz für die neue Brille benötigt - zum Beispiel wenn sie beschädigt oder verloren wurde - können Sie auch direkt zum Optiker gehen. Sie benötigen erst eine neue Verordnung, wenn sich die Dioptrien-Zahl geändert hat. 

Ist die Bestimmung meiner Sehschärfe eine Kassenleistung?

Die TK trägt die Kosten für diese Untersuchung, wenn sie beim Augenarzt stattfindet. Sehtests beim Augenoptiker zahlt die TK für Erwachsene nicht, in bestimmten Fällen aber bei Jugendlichen zwischen und 14 und 17 Jahren.

 

Beim Augenarzt

Findet der Sehtest beim Augenarzt statt, kann er die Untersuchung und Kosten für die Verordnung einer Sehhilfe direkt über Ihre Versichertenkarte abrechnen. Das gilt auch, wenn wir keine Kosten für Ihre Brille übernehmen können.

 

Sie haben dennoch von Ihrem Augenarzt eine Rechnung erhalten? Sprechen Sie Ihn unbedingt darauf an. Hat das keinen Erfolg, melden Sie sich bitte bei unserem TK-ServiceTeam unter der Telefonnummer 0800 - 285 85 85 (gebührenfrei innerhalb Deutschlands), 24 Stunden täglich an 365 Tagen im Jahr. 

 

Beim Augenoptiker

Sie möchten den Sehtest direkt beim Augenoptiker durchführen lassen? Für Erwachsene können wir keine Kosten übernehmen. Bei Kindern bis 13 Jahren erfolgt die Sehschärfenbestimmung durch den Augenarzt - auch wenn Ihr Kind bereits eine Brille hatte.

 

Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren können die Kosten für eine Sehschärfenbestimmung über die Versichertenkarte abgerechnet werden, wenn Ihr Kind bereits eine Brille hatte und sofern Ihr Kind keine therapeutische Sehhilfe benötigt, zum Beispiel bei Schielen.