Auslandsbeschäftigung: die zehn häufigsten Fragen

Geschäftsreisen, Entsendungen oder Saisonarbeit: Die internationale Beschäftigung wirft in Sachen Sozialversicherung immer wieder Fragen auf. Wir haben die am häufigsten gestellten Fragen gesammelt - und liefern die entsprechenden Antworten gleich dazu.

 

Die Auslandsmobilität deutscher Unternehmen steigt - das spüren wir auch anhand der Zahl von Anfragen zu sozialversicherungsrechtlichen Themen. Wenn Sie eine Frage vermissen, die Sie gern beantwortet hätten, nutzen Sie einfach unser Feedbackformular am Ende des Artikels.

 

Wo erhalte ich die Bescheinigung A1 und wann muss ich den Antrag stellen?

Für die Freistellung von der Sozialversicherungspflicht im Ausland stellt die deutsche Krankenkasse einen besonderen Vordruck (A1) aus. Für Arbeitnehmer, die nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, wird die Bescheinigung vom zuständigen Rentenversicherungsträger zur Verfügung gestellt. Um den Vordruck zu erhalten, ist ein formeller Antrag erforderlich.

 

Ab wann wird die A1-Bescheinigung nur noch elektronisch beantragt?

Das elektronische Verfahren ist zunächst noch optional. Ab dem 1. Januar 2019 wird es für alle Antragsteller verpflichtend sein. In der Übergangsphase können die Arbeitgeber selbst entscheiden, ob sie den Antrag schriftlich oder auf dem neuen elektronischen Weg stellen.

 

Weitere Informationen dazu finden Sie im Artikel "Elektronische Beantragung von A1-Bescheinigungen" im TK-Service Ausland.

 

Ein Mitarbeiter aus einem EU-Land sagt, er sei in der Heimat versichert. Wer trägt die Beweislast?

Als deutscher Arbeitgeber müssen Sie prüfen, ob Ihre ausländischen Arbeitskräfte während des Beschäftigungszeitraums dem deutschen Versicherungssystem oder dem System des ausländischen Staates angehören. Dies hängt unter anderem davon ab, ob Deutschland mit dem jeweiligen Staat durch europäisches Recht oder durch ein Sozialversicherungsabkommen (SV-Abkommen) rechtlich verbunden ist. Handelt es sich um eine Entsendung, muss der Mitarbeiter die A1-Bescheinigung des jeweiligen Trägers vorlegen können.

 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel "Sozialversicherung = Pflichtversicherung" im TK-Service Ausland.

 

Ich möchte einen Mitarbeiter aus dem Ausland als Saisonkraft einstellen. Was muss ich beachten?

Grundsätzlich unterliegen Saisonarbeitnehmer der Versicherungspflicht in allen Zweigen der deutschen Sozialversicherung. Die wichtige Ausnahme: Wenn sie pro Kalenderjahr bei einer Fünf-Tage-Woche nicht mehr als drei Monate beschäftigt sind, besteht hierzulande - mit Ausnahme der Unfallversicherung - keine Sozialversicherungspflicht.

 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel "Saisonarbeitskräfte" im TK-Service Ausland.

 

Wie lange darf eine Entsendung maximal dauern, damit weiter deutsches Recht gilt?

In EWR-Mitgliedsstaaten darf eine Entsendung maximal 24 Monate dauern, in Staaten mit Sozialversicherungsabkommen kommt es auf das Abkommen an.

 

Im TK-Service Ausland finden Sie eine Übersicht mit den Sozialversicherungsabkommen. Achtung: Auch wenn in der Tabelle mit Sozialversicherungsabkommen "ohne Begrenzung" steht, so muss die Entsendung weiterhin im Voraus zeitlich begrenzt sein, um als solche zu gelten.

 

Weitere Informationen zur Beschäftigung im Ausland finden Sie im Artikel "Beschäftigung im Ausland" im TK-Service Ausland.

 

Ab welcher Aufenthaltsdauer ist von einer Entsendung auszugehen?

Jegliche Tätigkeit im Ausland - unabhängig vom zeitlichen Umfang - unterliegt zunächst nicht mehr dem deutschen Sozialversicherungsrecht. Hierbei ist die Bezeichnung dieser Tätigkeit als Dienstreise (ob mit oder ohne einen Anspruch auf Reisekostenerstattung) unerheblich. Damit auch für die Zeit der Auslandstätigkeit deutsches Sozialversicherungsrecht fortbesteht, muss eine Entsendung vorliegen, welche innerhalb der EU durch eine A1-Bescheinigung nachgewiesen wird. Die Techniker bietet Arbeitgebern die Möglichkeit, bei eiligen Entsendungen per Fax die A1-Bescheinigung zu beantragen.

 

Welche Konsequenzen gibt es, wenn man den A1-Antrag nicht stellt?

Dem Arbeitnehmer entsteht eine Lücke in seiner Versicherungszugehörigkeit. Bei einer Kontrolle im Ausland kann es außerdem passieren, dass die Tätigkeit als nicht versicherte Tätigkeit und somit als Schwarzarbeit angesehen wird. Die Ahndung von Schwarzarbeit im Ausland kann vom Einstellen der Arbeit über eine Geldbuße bis hin zu Gefängnisstrafen führen. Einige Länder wie Frankreich und Österreich haben ihre Kontrollen massiv ausgeweitet.

 

Weitere Informationenfinden Sie im Artikel "Versicherung beantragen" im TK-Service Ausland.

 

Kann für Arbeitnehmer, die häufig im europäischen Ausland auf Dienstreise sind, der A1-Antrag für mehrere Mitgliedsstaaten gestellt werden? Wie wird dies gewöhnlich definiert?

Hierzu muss eine Ausnahmevereinbarung mit der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA) geschlossen werden.

 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel "Versicherung beantragen im TK-Service Ausland.

 

Welches Arbeitsrecht gilt bei Entsendungen?

An sich gilt deutsches Arbeitsrecht, es sei denn, es gibt zwingende Rechtsvorschriften des Auslandes wie zum Beispiel Vorschriften zu Arbeitsschutz und Mindestlohn. 


 

Weitere Informationen zum Arbeitsrecht finden Sie im TK-Service Ausland.

 

Wo finden Arbeitgeber aus dem Ausland Informationen zur Anmeldung von Arbeitnehmern nach deutschem Recht?

Grundsätzlich gilt das Prinzip, dass Arbeitnehmer dort versichert sein müssen, wo sie tätig sind - auch wenn der Arbeitgeber seinen Sitz im Ausland hat.

 

Unternehmen aus dem Ausland melden Arbeitnehmer bei der Sozialversicherung an, als seien sie ein deutsches Unternehmen. Hierfür hat die TK ein Beratungsblatt für Arbeitgeber erstellt, das keine Fragen offenlässt.

 

Weitere Informationen finden Sie im Artikel "Häufige Fragen zum Meldeverfahren" im TK-Firmenkundenportal.