US-Bürger in Deutschland: arbeitsrechtliche Fragen

Unter welchen Bedingungen dürfen US-Bürger in Deutschland beschäftigt werden? Welche Vorteile genießen sie gegenüber Staatsangehörigen anderer Drittstaaten? Fragen an Reinhard von Hennigs, Anwalt und Mitglied der German American Business Association (GABA).

 

Wenn US-Bürger in Deutschland arbeiten möchten, werden sie rechtlich genauso behandelt wie Bürger aus anderen Drittstaaten?

Das Aufenthaltsrecht in Deutschland sieht für US-Amerikaner insofern eine Bevorzugung vor, als dass die USA zu den sogenannten privilegierten Drittstaaten gehören. US-Staatsbürger können ohne Visum einreisen und sich für drei Monate hier aufhalten. Sie dürfen aber nur mit einer "Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit" hier arbeiten - diese muss am ersten Arbeitstag vorliegen. Diese Regelung gilt auch für Beschäftigte aus Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland und Südkorea.

 

Auf was sollte ein Arbeitgeber achten, wenn er einen US-Amerikaner einstellen will?

Er sollte so früh wie möglich einen Antrag auf eine Vorabzustimmung bei der ZAV der Bundesagentur für Arbeit stellen. Grundsätzlich gilt: Wer als Drittstaatler in Deutschland erwerbstätig werden möchte, benötigt das Einverständnis der Arbeitsagentur.

 

Was Sie tun müssen: Im Antrag dokumentieren Sie die Qualifikation des Arbeitnehmers für die Stelle und begründen die Beschäftigung. Außerdem müssen Sie deutlich vor Arbeitsbeginn den Aufenthaltstitel bei der Auslandsvertretung beantragen - dieser wird dann als Sichtvermerk für den Reisepass des künftigen Mitarbeiters ausgestellt. Das gilt im Übrigen auch für die begleitende Familie. Eine Anerkennung des Berufsabschlusses ist nur erforderlich, wenn der Beschäftigte in einem reglementierten Beruf arbeiten will - etwa als Arzt oder Erzieher.

 

Wie beliebt ist Deutschland als Arbeitsland für US-Bürger?

Für viele Amerikaner ist Deutschland ein faszinierendes Land. Sie verbinden damit zwar häufig - etwas klischeehaft - München und das Oktoberfest, doch sehr viele zeigen sich auch begeistert über deutsche Technik, deutsches Ingenieurwesen, deutsche Autos und deutsche Autobahnen.

 

Wer die Gelegenheit hat, als Techniker bei einem deutschen Unternehmen zu arbeiten oder als Techniker für ein deutsch-amerikanisches Joint Venture unterwegs zu sein, wird sehr gern nach Deutschland kommen.

 

Amerikaner werden außerdem sehr gern eingestellt, wenn das Unternehmen ein konkretes Interesse an den USA hat. So wird sichergestellt, dass die Kommunikation mit den US-Mitarbeitern läuft. Außerdem hilft es, wenn jemand in der amerikanischen Businesskultur zu Hause ist und versteht, wie Amerikaner “ticken”.