Telemedizin als Chance

Die Versorgung im ländlichen Raum braucht innovative Lösungen.

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Flächenland und die demographische Entwicklung schreitet voran. Die Morbidität der Bevölkerung wächst und es bestehen Schwierigkeiten, frei werdende Arztsitze neu zu besetzen. Diese und weitere Einflussfaktoren können eine wohnortnahe und bedarfsgerechte Versorgung im ländlichen Raum gefährden. Bereits 2008 hat die TK mit der Universitätsmedizin Greifswald ein damals bundesweit einmaliges Telemedizin-Projekt zur Versorgung von Glaukom-Patienten etabliert. Telemedizin und elektronische Patientenakte ermöglichten eine optimale Zusammenarbeit zwischen Augen- und Allgemeinärzten. 2013 folgte die Dermatologie-App.

 

Für die Sicherstellung der Versorgung im ländlichen Raum wird sich der Stellenwert der Telemedizin weiter erhöhen. Aus Sicht der TK ist die Weiterentwicklung entsprechender Angebote Grundvoraussetzung.

 

Verbesserung der Kommunikation und Kooperation

Durch die Telematik wird eine ortsunabhängige Kontrolle und Therapie ermöglicht. Der schnellere Zugriff auf behandlungsrelevante Informationen stellt einen zentralen Vorteil für alle an der telemedizinischen Versorgung beteiligten Akteure dar. Darüber hinaus ist es möglich, medizinisches Wissen in Echtzeit über vernetzte Fachzentren auszutauschen. Interdisziplinarität steht bei allen telemedizinischen Lösungen im Fokus. Beispielsweise können Ärzte, Unikliniken und andere Leistungserbringer fachübergreifend zusammenarbeiten.

 

Technische Machbarkeit und medizinische Sinnhaftigkeit

Die Digitalisierung ist kein Trend mehr, sondern Realität. Die Telematik ist dabei ein wichtiger Fortschritt auf dem Weg ins digitale Zeitalter des Gesundheitswesens. Smartphones und Tablets sind im Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Auch in der medizinischen Versorgung werden diese Geräte bald fester Bestandteil sein. Telemedizinische Angebote entfalten ihr vollständiges Potential erst, wenn sie an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet und benutzerfreundlich sind.

 

Entwicklung von Rahmenbedingungen für telemedizinische Verfahren

Grundvoraussetzung ist der Aufbau einer technischen Infrastruktur. Dies gilt insbesondere für den ländlichen Raum. Weiterhin sichern Kommunikations- und Dokumentationsstandards die Qualität von telemedizinischen Verfahren. Für die Etablierung telemedizinischer Versorgungsangebote ist die Entwicklung von Finanzierungskonzepten essentiell. Darüber hinaus müssen rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.

 

Akzeptanz bei Patienten und Leistungserbringern

Die Akzeptanz der Leistungserbringer für telemedizinische Angebote ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den Einzug der Telemedizin in die Gesundheitsversorgung. Hierbei hat der behandelnde Arzt eine Schlüsselfunktion. Nur wenn er von dem Nutzen überzeugt ist, findet die Telematik Anwendung in den individuellen Behandlungspfaden. Für Patienten ist die Einhaltung des Datenschutzes ein bedeutender Faktor in der Entscheidungsfindung. Eine einfache Bedienbarkeit entsprechender Apps ermöglicht auch Patienten höherer Altersklassen den Zugang zu den Innovationen.

 

Verbesserung der Qualität, Wirtschaftlichkeit und Transparenz

Die Telemedizin erleichtert den Zugang zu Gesundheitsinformationen und erhöht die Transparenz für die eigenen Patientendaten. Es wird eine engmaschige Kontrolle und die Vollständigkeit der Patienteninformationen sichergestellt. Auch wird die Anzahl von Arztbesuchen vermindert. Routineuntersuchungen oder die Kontrolle von Parametern können bequem von Apps oder anderen mobilen Geräten übernommen werden. Ein Aspekt, der vor allem Patienten aus ländlichen Regionen zugutekommt. Lange Wartezeiten können überbrückt und weite Anfahrtswege erspart werden. Ferner unterstützen die neuen technischen Anwendungen die Optimierung des Krankheitsmanagements. Dies verbessert die Qualität der medizinischen Versorgung chronisch kranker Patienten.