Frage: Was ist eine Evolution?

Hallo!

 

Ein giftgrüner FroschAmphibien, wie Frösche, waren die ersten Tiere mit einer Wirbelsäule, die an Land leben konnten. © photocase.de/karinclausUnter Evolution versteht man eine langsam fortschreitende Entwicklung. Das Wort kommt von dem lateinischen "evolvere". Das heißt so viel wie "ablaufen, entwickeln". Ob Tiere, Pflanzen, Pilze, Bakterien oder Menschen: Seitdem es Leben auf der Erde gibt, verändern sich diese Lebewesen und entwickeln sich weiter! Das ist auch der Grund für die große Artenvielfalt auf der Erde: Derzeit sind fast zwei Millionen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten bekannt und Forscher glauben, dass es noch viel mehr sind.

 

Es dauerte viele Millionen Jahre

Wissenschaftler sagen, dass sich alle Lebewesen aus einer einzelnen, kleinen Ur-Zelle im Laufe von Millionen Jahren entwickelt haben. Die ersten Lebewesen auf der Erde bestanden also nur aus einer einzigen Zelle. Es dauerte viele Millionen Jahre, bis sich aus den Einzellern die ersten Pflanzen und die ersten einfachen Tiere entwickelt hatten. Und noch viel länger dauerte es, bis die ersten Menschen die Erde bevölkerten.

Eine wichtige Rolle bei der Evolution spielen die Gene. Alle Lebewesen haben solche Gene. In ihnen sind wichtige Informationen abgespeichert. Sie bestimmen zum Beispiel, wie ein Mensch aussieht, wie er sich ernährt, fortbewegt, fortpflanzt und auf seine Umwelt reagiert. All diese Informationen zusammen bezeichnet man als Erbgut, weil sie von Generation zu Generation weitergegeben, also vererbt, werden. Es ist wichtig, dass die Kopie des Erbguts möglichst genau an die Nachkommen weitergegeben wird, damit diese so überleben können wie die Eltern. Manchmal schleichen sich aber doch kleine Fehler in die Kopie ein. Dadurch können kleine Änderungen im Bauplan des Lebewesens entstehen.

 

Beispiel Amphibien

Schauen wir uns ein Beispiel an: Amphibien, wie zum Beispiel Frösche, waren die ersten Tiere mit einer Wirbelsäule, die an Land leben konnten. Aus den Amphibien haben sich Reptilien, wie Echsen oder Schlangen, entwickelt. Das konnte passieren, weil sich bei den Amphibien immer mehr "Fehler" in die Kopien eingeschlichen haben. So haben manche Amphibien zum Beispiel eine dickere Haut bekommen. Dieser Fehler war jedoch in trockenen Zeiten ein enormer Überlebensvorteil: In trockenen Zeiten brauchten diese Tiere weniger zu trinken, da sie über die Hautoberfläche auch weniger Wasser verloren. Und wer länger überlebt, kann auch mehr Nachkommen zeugen.

 

Fehler können vorteilhaft sein

Du siehst, Fehler in der Kopie können also vorteilhaft sein. Manchmal sind sie aber auch von Nachteil: Ein Nachkomme des Frosches hätte zum Beispiel durch einen Fehler eine dünnere Haut bekommen können. Somit wäre er vielleicht schnell ohne Wasser vertrocknet und hätte nicht viel Zeit gehabt, Nachkommen zu zeugen. Die Entscheidung, ob eine Veränderung im Erbgut vorteilhaft ist oder nicht, und damit die Entscheidung über Überleben oder Aussterben, nennen Wissenschaftler "Natürliche Selektion", das heißt natürliche Auswahl. Denn was vorteilhaft ist, hängt immer von der Umgebung ab, in der ein Lebewesen lebt. Zum Beispiel kann ein Frosch mit einer dünnen Haut in sumpfigen, feuchten Gebieten sehr wohl lange überleben. Es überlebt das Lebewesen, das am Besten an seine Umgebung angepasst ist.

Noch mal zurück zu den allerersten Lebewesen, den Einzellern! Die ersten Veränderungen im Erbgut haben dazu geführt, dass sie sich unterschiedlich weiterentwickelt haben: Eine Richtung führte zu den Bakterien, eine zweite zu den so genannten Urbakterien und aus wiederum anderen Nachkommen sollten später die Tiere, Pflanzen und Pilze entstehen. Und so verzweigten sich die einzelnen Arten immer weiter. So gingen beispielsweise aus den tierischen Zellen später die ersten Schwämme, später die Würmer hervor, dazu kamen jede Menge weitere wirbellose Tiere wie Schnecken, Seeigel, aber auch Insekten oder Spinnentiere.

 

Im Laufe der Zeit ...

Fische sind vor über 400 Millionen Jahren entstanden. Sie stellen einen ganz besonderen Schritt in der Evolution dar, denn sie waren die ersten Tiere mit einer Wirbelsäule und einem Gehirn, das durch einen Schädel geschützt wurde. Aus den Fischen entwickelten sich später die Amphibien, die halb im Wasser, halb an Land leben können. Aus denen entstanden wiederum die Reptilien, die ganz an Land leben können. Aus den Reptilien bildeten sich zwei weitere große Gruppen von Tieren: Die Vögel, und die Säugetiere. Ein Säugetier zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es seine Jungen lebend zur Welt bringt und danach mit Muttermilch stillt. Dazu gehören Mäuse, Meerschweinchen, Robben, Elefanten und auch wir Menschen. Bis sich aus den ersten Säugetieren der Mensch entwickelte, verging allerdings eine unvorstellbar lange Zeit: etwa 250 Millionen Jahre.

Ich hoffe, Deine Frage ist damit beantwortet.


Viele Grüße,
Dein TeKalino


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