Musik gegen Angst und Schmerz

Musik kann Patientinnen und Patienten bei Angst und Schmerzen helfen, zum Beispiel vor einer Operation. Auch Krebspatienten können profitieren.

 

Musik kann Schmerzen reduzieren. Wer bewusst Musik hört, wendet seine Aufmerksamkeit vom Schmerzerleben ab und unterbricht einen Schmerz-Stress-Kreislauf, der sich sonst selbst verstärken würde. Musik scheint auch die Verarbeitung der Schmerzreize im Gehirn zu dämpfen. Die schmerzlindernde Wirkung von Musik wurde zum Beispiel bei älteren Menschen mit chronischen Gelenkschmerzen nachgewiesen und bei Patienten vor Operationen.

 

Viele stresstypische Körperreaktionen können durch Musik positiv beeinflusst werden. Musik kann zum Beispiel die Herz- und Atemfrequenz senken, sie kann die Ausschüttung von Hormonen beeinflussen, die Schmerzempfindlichkeit reduzieren und den Muskeltonus senken.

 

Musik vor Operationen

Studien zeigen auch, dass die Musik Patientinnen und Patienten vor einer Operation hilft, Angst und Schmerzen zu reduzieren. Es konnte sogar gezeigt werden, dass durch den Einsatz von Musik die Schmerzmedikamente vor der Operation deutlich reduziert werden können. Bei einer Operation mit lokaler Betäubung kann Musik die Stressreaktionen vermindern.

 

Musik bei Krebs

Auch bei Krebspatienten kann Musikhören oder Musikmachen Schmerz und Angst reduzieren und die Lebensqualität erhöhen. Das legt eine Auswertung von 30 Studien über die Wirkung von Musiktherapie nahe, die die amerikanische Wissenschaftlerin und Musiktherapeutin Dr. Joke Bradt 2011 bei der renommierten unabhängigen Cochrane Collaboration veröffentljchte. Die Cochrane Collaboration ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, die sich der evidenzbasierten Medizin verpflichtet haben.

 

Nicht jede Musik hilft

Aber nicht jedem Schmerzpatienten kann Musik helfen. Nach wie vor werden die Effekte der Musik auf Schmerz und Stress in Studien genauer erforscht.

 

Auch ist nicht jede Art von Musik hilfreich. Sie sollte vielmehr individuell ausgewählt werden. Die Patienten sollten sie mögen, und sie sollte ruhig und getragen sein.

 

Eine musikalische Hausapotheke für alle gibt es leider nicht, darin sind sich die Experten einig. Denn die Entspannungsmusik, die für den einen beruhigend wirkt, kann den anderen zur Weißglut treiben. Es kommt vor allem auf die Hörerfahrungen und Vorlieben des Einzelnen an.