... zur Hospiz und Palliativversorgung

Derzeit wird im Bundestag ein neues Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland beraten. Es geht darum, sterbenden Menschen eine humane und angemessene Betreuung zukommen zu lassen.

 

In Baden-Württemberg gibt es über 250 ambulante Hospizdienste, 29 ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste und 23 stationäre Hospize. In 25 Kliniken wurden Palliativstationen eingerichtet. Mehr als 6.000 Menschen, die für ihre Aufgabe theoretisch und praktisch geschult wurden, engagieren sich ehrenamtlich in der Hospizarbeit. Jetzt berät der Bundestag über eine humane und angemessene Betreuung.

 

Andreas VogtAndreas Vogt Herr Vogt, haben wir Defizite in der Betreuung Sterbender?

 

Leider ja. Vor allem im ländlichen Raum ist das Netz der Palliativ- und Hospizversorgung noch löchrig. Unser Ziel muss sein, eine flächendeckend gleichwertige Qualität in der Sterbebegleitung zu erreichen.

 

Gibt es ausreichend ambulante Angebote?

 

Viele Menschen möchten zu Hause sterben. Dafür gibt es bereits heute die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV). Hier haben wir in den Ballungsräumen in den letzten Jahren viele neue Angebote geschaffen. Aber in strukturschwächeren Gebieten fehlt es an Einrichtungen und geeignetem Personal. Daneben engagieren sich viele ehrenamtliche Helfer in ambulanten Hospizdiensten sehr segensreich. Die Krankenkassen fördern das in Baden-Württemberg jährlich mit mehr als 6,3 Millionen Euro.

 

Gilt das auch für Kinder?

 

In Deutschland sterben jährlich etwa 5000 Kinder und Jugendliche an einer schweren Erkrankung. Die Begleitung dieser Kinder und ihrer Angehörigen ist eine ganz besondere Herausforderung. Wir begrüßen daher, dass die Bundesregierung im neuen Gesetz die Finanzierung von palliativmedizinischer Begleitung von Kindern und von Kinderhospizen verbessert.

 

Ist denn fehlendes Geld das Hauptproblem?

 

Nicht alleine. Wichtig ist auch, dass wir für diese schweren Aufgaben ausreichend fachkundiges Personal gewinnen. Zum Beispiel könnte die Hospizkultur in Pflegeheimen durchaus noch verbessert werden. Die Aus- und Weiterbildung aller beteiligten Berufsgruppen muss noch ausgebaut werden. Daneben können Vergütungen die richtigen Anreize setzen. Die TK spricht sich daher dafür aus, die ambulante Palliativversorgung uneingeschränkt und ohne Budgetierung den Betroffenen zur Verfügung zu stellen.

 

Keine Kostenbegrenzung auch für stationäre Hospize?

 

Im Prinzip durchaus. Aber natürlich müssen wir Krankenkassen im Interesse der Beitragszahler auch prüfen, ob die von den Krankenhäusern für Palliativstationen eingeforderten Mittel auch tatsächlich dafür benötigt werden.

 

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