Behandlungen für Patienten sicherer machen

"Zuallererst nicht schaden" ‒ dieses medizin-ethische Grundprinzip galt in den Lehren des griechischen Arztes Hippokrates bereits im 4. Jahrhundert vor Christus. Noch älter ist die Erkenntnis, dass Irren menschlich ist. In Deutschland haben wir pro Jahr 19,2 Millionen Krankenhausfälle und über 700 Millionen Arztkontakte im ambulanten Bereich. Bei so hohen Zahlen bleiben Fehler nicht aus – trotz einer vergleichsweise hohen Behandlungssicherheit. Dennoch: Diese Behandlungssicherheit zu garantieren und nach Möglichkeit auszubauen ist ein gesundheitswissenschaftlich und -politisch konsentiertes Ziel. Die Techniker Krankenkasse (TK) und mit ihr das WINEG leisten dazu aktiv ihren Beitrag.

 

 

WINEG-Publikationen zur Patientensicherheit finden Sie über unsere Suche:

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Was versteht man unter „Patientensicherheit“?
Patientensicherheit wird definiert als „Abwesenheit unerwünschter Ereignisse“ in der medizinischen Versorgung. Zu den zentralen Begriffen der Patientensicherheit siehe: Glossar des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS)

 

Welche Rolle spielen dabei die Krankenkassen?

Die Krankenkassen wurden mit dem Patientenrechtegesetz 2013 stärker verpflichtet, die Versicherten bei Behandlungsfehlern zu unterstützen. Ziel sollte aber auch sein, vermeidbare, unerwünschte Ereignisse in der medizinischen Behandlung zu reduzieren. So engagiert sich die TK auch bei der Weiterentwicklung der Fehlerprophylaxe und beim Ausbau einer möglichst sicheren gesundheitlichen Versorgung. Die TK widmet sich seit vielen Jahren intensiv dem Thema der systematischen Verbesserung der Patientensicherheit. So ist die TK seit der Gründung des APS vor mehr als zehn Jahren Mitglied und setzt sich gemeinsam mit dem APS aktiv für konkrete Verbesserungen der Patientensicherheit ein. Ein Beispiel hierfür ist die Unterstützung der Aktion "Saubere Hände".

 

Die Herausforderungen

Die Vermeidung von unerwünschten Ereignissen in der Versorgung ist zum einen eine technologische Herausforderung. Die Ursachen für Diagnose-Fehler, Fehl-Behandlungen, Medikations-Fehler, Eingriffs- oder Personenverwechslungen und arbeitsorganisatorische Fehler sowie die Sicherheit von Medizinprodukten lassen sich durch technische Verbesserungen reduzieren. Zum anderen aber gibt es noch die zwischenmenschliche Ebene. Hier gilt es, ein Klima herzustellen, das einen vorbehaltlosen Umgang mit Fehlern erlaubt.

 

„Aus Fehlern wird man klug“, heißt es. Damit man aber wirklich klüger wird, brauchen alle Akteure ein gemeinsames Verständnis der Probleme und der Problemlösungen. Diese sogenannte Sicherheitskultur entsteht, wenn sich Leistungserbringer (z. B. Ärzte, Krankenhäuser), Patienten und auch Krankenkassen aktiv dem Thema annehmen und damit eine Sicherheitskultur entwickeln.

 

Lösungen

Die TK engagiert sich in der Stärkung und im Ausbau der Patientensicherheit. Neben dem Engagement in der nationalen Plattform für Patientensicherheit, dem APS vor allem durch Projekte und Angebote für TK-Versicherte.

 

Mit Partnern hat die TK eine Umfrage unter allen deutschen Krankenhäusern zum Stand des klinischen Risikomanagments durchgeführt. Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise zum Status Quo und identifizieren Fortschritte und Handlungsbedarfe.

 

Das Projekt TK-CIRS unterstützt Fehlerberichts- und Lernsysteme für den ambulanten Bereich. Hier wird Ärzte-Netzwerken eine technische Plattform angeboten, um kritische Ereignisse in ihrem Versorgungsalltag zu melden. Diese Meldungen werden später analysiert, um daraus in allgemeiner Form zu lernen.

 

Die Versicherten selbst können wesentlich zu einer sicheren Versorgung beitragen. Das WINEG fördert dies mit der Erstellung eines Patientenleitfadens, der Informationen und Hilfen während des Krankenhausaufenthaltes anbietet.

 

Krankenhauskeime, und dabei diejenigen, die gegen Antibiotika resistent sind, sind eine immense Herausforderung für die Patientensicherheit. Diese Herausforderung ist nur unter Einbeziehung der Patientinnen und Patienten zu bewältigen. Die TK entwickelte für die Einbeziehung der Patienten ein Infopaket für Versicherte.

 

Das WINEG engagiert sich in der Diskussion, beteiligt sich an Fachkongressen und richtet auch eigene Veranstaltungen zum Thema Patientensicherheit aus. Im dritten Hamburger Symposium Patientensicherheit 2016 wurden neue Theorien zur Patientensicherheit und zum Erkenntnis-Transfer in andere medizinische Versorgungsbereiche diskutiert. Im Januar 2018 diskutierten renommierte Akteure des Gesundheitswesens und der Versorgungsforschung über die Fortschritte des Projektes CIRSforte.