Zweitmeinung erhöht Behandlungsqualität bei Hodentumoren

Berlin/Hamburg, 30. Mai 2017. Hodenkrebs zählt in Deutschland mit jährlich 4.200 diagnostizierten Neufällen zu den seltenen Krebserkrankungen, weshalb aktuellste Therapieoptionen nicht immer zeitnah und flächendeckend implementiert sind. Vor diesem Hintergrund agiert das Nationale Zweitmeinungsprojekt Hodentumor, das sich seit April dieses Jahres mit neuer Internetplattform und in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse (TK) präsentiert.

 

"Seit dem Start vor elf Jahren hat sich das Zweitmeinungsprojekt Hodentumor zu einer erfolgreichen Größe in der Uroonkologie entwickelt", sagt Prof. Dr. Maurice Stephan Michel, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), die das Projekt von Anbeginn fördert und begleitet. Die Beurteilung der Erstdiagnose und der geplanten Therapie über das Nationale Zweitmeinungsprojekt Hodentumor ist bislang in über 5.300 Fällen in Anspruch genommen worden.

 

Bei dem Zweitmeinungsprojekt der DGU und der Deutschen Hodentumor Studiengruppe (GTCSG) können sowohl Klinikärzte als auch niedergelassene Urologen ihre Befunde in ein Onlineportal eingeben. Innerhalb von 48 Stunden erhalten sie von einem erfahrenen Spezialisten aus dem Netzwerk eine Rückmeldung zu ihrem Therapieplan. Bei jedem dritten Patienten wird eine Änderung empfohlen. In 40 Prozent dieser Fälle konnte so bisher die Dosis der Chemotherapie reduziert werden, was die Lebensqualität der Patienten deutlich verbesserte. Einem Viertel der Patienten wurde dagegen zu einer intensiveren Behandlung geraten.

 

Studien zeigen, dass die Behandlungserfahrung der Ärzte, gemessen an der Zahl der Hodentumor-Fälle, einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg der Therapie hat. Prof. Dr. Mark Schrader, Leiter des Zweitmeinungsprojekts, sagt: "Wenn noch mehr Ärzte die vereinte Expertise der Urologie-Spezialisten in Deutschland nutzen, werden wir die Versorgungsqualität bei Hodentumoren weiter verbessern."

 

Die TK unterstützt die Urologen fortan mit einem integrierten Versorgungsvertrag. Zurzeit wird bei jedem vierten neu diagnostizierten Hodentumor-Fall ein Spezialist aus dem Zweitmeinungsportal hinzugezogen. Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements, sagt: "Wir hoffen, dass durch unseren Versorgungsvertrag künftig noch mehr Urologen das Angebot nutzen und so die Behandlung unserer Versicherten verbessern." Durch den neuen Vertrag können die behandelnden Ärzte erstmals ihren Aufwand für das Einpflegen der pseudonymisierten Patientendaten abrechnen. Auch die Arbeit des Zweitmeinungsexperten und die Nachsorgedokumentation werden von der TK honoriert.

 

Das Zweitmeinungsprojekt zielt darauf, unnötige oder belastende Behandlungen zu vermeiden und so die Versorgung für die Versicherten zu verbessern.

 

Mit etwa 4.200 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland tritt Hodenkrebs eher selten auf und ist richtig behandelt gut heilbar. Bei den unter 50-jährigen Männern ist er jedoch die häufigste bösartige Tumorerkrankung. Der einzelne Patient verliert durch sie durchschnittlich acht Lebensjahre.

 

 

Hinweis für die Redaktionen

Das vom aQua - Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH in Göttingen bereitgestellte Onlineportal des Nationalen Zweitmeinungsprojekts Hodentumor finden Sie hier.

 

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