TK: Praxisalltag muss stärker auf sprechende Medizin ausgerichtet werden

Hamburg, 30. Juni 2017. Die Techniker Krankenkasse (TK) spricht sich dafür aus, das Arzt-Patienten-Gespräch im Praxisalltag zu stärken. Dafür müssen Vergütungsanreize für Arztentlastung geschaffen und die Telemedizin ausgebaut werden. Die Aufgaben zwischen medizinischen Berufsgruppen müssen effizienter verteilt werden. Der zusätzliche Zeitaufwand durch "sprechende Medizin" sollte Medizinern - an Qualitätsindikatoren geknüpft- vergütet werden.


"Patienten erwarten heute - zu Recht - gut beraten und aufgeklärt zu werden, um gemeinsam mit dem Mediziner informierte Entscheidungen zu treffen. In vielen Sprechzimmern herrscht jedoch hoher Zeitdruck und diese wichtige ärztliche Aufgabe kommt zu kurz. Der Praxisalltag muss wieder stärker auf das Arzt-Patienten-Gespräch ausgerichtet werden. Diese Zeit müssen sich Ärzte auch leisten können. Das gelingt nur, wenn dies auch in der Vergütung berücksichtigt und Bürokratie abgebaut wird. Zudem müssen Mediziner durch nichtärztliches Personal entlastet und die Chancen durch die Digitalisierung auch genutzt werden dürfen", sagt Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK anlässlich der Woche der ambulanten Versorgung.

 

TK-Studie: Wunsch nach sprechender Medizin ist groß

Dass die Menschen in Deutschland von Medizinern umfassende Aufklärung und Beratung erwarten und selbstbestimmt Entscheidungen in Sachen Gesundheit treffen wollen, zeigt der Meinungspuls der TK: Demnach erwarten nahezu alle Befragten (98 Prozent) von Ärzten, sie über alle Vor- und Nachteile der Behandlungsmethoden zu informieren. Dabei besteht auch keine Scheu, selbst Stellung zu beziehen. 97 Prozent der Befragten sagen es ihrem Arzt, wenn sie den Eindruck haben, eine Behandlung sei nicht die richtige für sie. Wie groß der Wunsch nach eigener medizinischer Entscheidungskompetenz ist, zeigt auch, dass 84 Prozent der Befragten, sich vor einer Entscheidung für eine Behandlungsmethode noch anderweitig informieren. Nur eine Minderheit von 38 Prozent vertritt die Ansicht, der Arzt sollte ihnen als Fachmann diese Entscheidung ganz abnehmen.
Tatsächlich angemessen aufgeklärt und beraten fühlten sich bei ihrer letzten ernsteren Erkrankung drei Viertel der Befragten - immerhin jeder Fünfte kam jedoch unzufrieden aus dem Gespräch mit dem behandelnden Arzt.

 
Hintergrund für die Redaktionen

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Januar und Februar 2017 bevölkerungsrepräsentativ 2.001 Erwachsene in Deutschland zum Gesundheitssystem befragt. Der 52-seitige Studienband "TK-Meinungspuls Gesundheit 2017" mit den Ergebnissen steht unter www.presse.tk.de (Webcode: 945984) zum Download bereit.

 

Dort sind ebenfalls die politischen Positionen der TK zur Bundestagswahl sowie eine Zusammenfassung der Studienergebnisse, Pressefotos und Infografiken zu finden.

 

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