Gleiches Geld für gleiche Leistung: TK will einheitliche Preise in Kliniken und Praxen

Hamburg, 24. August 2017. Vergleichbare Operationen und medizinische Eingriffe müssen nach Ansicht der Techniker Krankenkasse (TK) endlich gleich bezahlt werden - egal ob sie ein Arzt in den Räumen einer Klinik oder in den Räumen einer Praxis erbringt. "Bei diesen Leistungen muss endlich der Grundsatz‚ gleiches Geld für gleiche Leistung‘ gelten", sagt der Leiter der Krankenhaus-Vertragsstrategie bei der TK, Jörg Manthey. Beispielsweise bei der Behandlung von Krampfadern mache es qualitativ keinen Unterschied, ob der Eingriff im Krankenhaus oder in einer Praxis erfolge.

 

Die unterschiedlichen Entgelte ließen sich nur noch historisch erklären, so der Krankenhausexperte. "Bei Eingriffen im Grenzbereich zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern müssen der medizinische Bedarf und die Interessen der Patienten darüber entscheiden, wo und in welchem Umfang der Eingriff durchgeführt wird, und nicht historisch gewachsene Entgeltstrukturen."

 

TK startet Modellprojekt

Die TK startet deshalb in Thüringen ein völlig neues Vergütungsmodell mit der Bezeichnung "Hybrid-DRG". Grundlage hierfür sind die Fallpauschalen im Krankenhaus (DRG) und der Vergütungskatalog für ambulant tätige Ärzte (EBM). Hieraus haben die Projektpartner einen Mischpreis für operative Eingriffe kalkuliert. Da die Entgelte sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich gelten, hat die TK dem Konzept den Namen "Hybrid-DRG" gegeben. Getestet wird das neue Modell zunächst bei der Behandlung von Kreuzbandverletzungen, Leistenbrüchen, Krampfadern und dem Karpaltunnelsyndrom.

 

Offen für weitere Kooperationspartner

Acht Kliniken, niedergelassene Operateure in deren Region sowie die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) beteiligen sich bisher. "Das Modell steht jedoch weiteren Einrichtungen und anderen Krankenkassen grundsätzlich offen", so Manthey.

 

Eine der zentralen Forderungen zur Bundestagswahl

Gleiche Preise für vergleichbare Leistungen im Krankenhaus und in Arztpraxen sind eine zentrale gesundheitspolitische Forderung der TK zur Stärkung der sektorenübergreifenden Versorgung. Das Thüringer Modellprojekt soll erste praktische Erfahrungen hierfür liefern.

 

Hinweis für die Redaktion

Auf dem TK-Unternehmensblog gibt es zu dem Thema den Beitrag "Zur Sprechstunde oder ins Krankenhaus?"

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