Frühgeborene besser vor Infektionen schützen - TK: digitales Infopaket für Eltern ab heute online

Hamburg, 17. November 2017. Etwa jedes elfte Kind in Deutschland kommt zu früh auf die Welt. 2016 waren es bundesweit rund 70.000 Frühgeborene. Insbesondere sehr kleine Frühchen haben ein höheres Risiko, an einer Infektion im Krankenhaus zu erkranken, denn ihr Immunsystem ist noch nicht ausgereift und kann Keime schlechter abwehren. Auch tragen sie oft mit der Geburt bereits Bakterien in sich. Bei den Kindern, die bei der Geburt nur ein bis zwei Pfund wiegen, ist fast jedes dritte von einer solchen Infektion betroffen. Etwa 3,4 Prozent dieser Infektionen werden von multiresistenten Erregern (MRE) ausgelöst. Diese vergleichsweise niedrige Rate ist dennoch brisant, weil bei diesen Erregern Antibiotika nur noch sehr eingeschränkt wirken und die Reservemedikamente mit schweren Nebenwirkungen verbunden sind. 

 

Infopaket der TK

Ein Teil der Infektionen insgesamt ist durch Vorbeugungsmaßnahmen wie eine bessere Händehygiene vermeidbar. Die Techniker Krankenkasse (TK) stellt daher Eltern von Frühchen spezielle Informationen zum Schutz vor Infektionen bereit. Pünktlich zum Europäischen Antibiotika-Tag (18. November) sind ab heute unter www.tk.de (Webcode 965094) die Hinweise zur  Versorgung von Frühgeborenen verfügbar.

 

Balance zwischen Nähe zum Kind und Hygiene

Frühgeborene Kinder werden keineswegs von ihren Eltern isoliert, um sie vor Infektionen zu schützen. Der enge Körperkontakt ist wichtig, damit die Frühchen sich psychisch und körperlich gut entwickeln. Auch kann die Bindung der Eltern zum Kind gestärkt werden. Der leitende Pränatal-Arzt Prof. Dr. Singer vom Universitätsklinikum Hamburg empfiehlt daher: "Eltern sollten während ihrer Besuche auf eine konsequente Händehygiene achten, auf das Tragen von Schmuck verzichten und sich an die Hygieneanweisungen des Krankenhauses halten." Auch Muttermilch trägt zum Schutz der Kinder vor Infektionen bei. So können schädliche Darmbakterien im Körper der Frühchen besser abgewehrt werden, so der Experte. "Sachliche Informationen sollen Eltern Ängste nehmen, sie aber auch ermutigen, gemeinsam mit den Ärzten und Pflegekräften im Krankenhaus eine gute Balance zwischen größtmöglicher Nähe und größtmöglichem Schutz zu finden", sagt Katharina Rubin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im WINEG, dem wissenschaftlichen Institut der TK, das die Informationen und praktikablen Handlungsempfehlungen zusammengestellt hat.

 

Beitrag zum internationalen Kampf gegen multiresistente Keime

"Die Stärkung der Gesundheitskompetenz zu den Themen Antibiotika und Infektionsprävention ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen multiresistente Erreger", so Rubin weiter. Das MRE-Informationspaket der TK ist ein Teil der vielfältigen Anstrengungen, Antibiotikaresistenzen einzudämmen. Es richtet sich an die Patienten und unterstützt so die "Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie" (DART 2020), die das Bundeskabinett 2015 beschlossen hat. Auch international steht der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen auf der Agenda. Denn MRE nehmen weltweit zu. Antibiotika sind - gezielt eingesetzt - eines der wichtigsten und effektivsten Mittel im Kampf gegen bakterielle Infektionen. Jedoch führt ein falscher Einsatz genau zum gegenteiligen Effekt. Es können sich MRE bilden, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken.

 

Hintergrund

Als zu früh geboren gelten Kinder, die vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen. Regulär dauert eine Schwangerschaft neun Monate bzw. 40 Wochen. Je geringer das Geburtsgewicht der Frühgeborenen ist, desto höher ist ihr Infektionsrisiko. Von im Krankenhaus erworbenen Infektionen - Experten sprechen von nosokomialen Infektionen - sind 49 Prozent der Frühgeborenen unter 500 Gramm, 27 Prozent der Kinder mit 500 bis 999 Gramm und 7 Prozent der Kinder mit 1.000 bis 1.499 Gramm Geburtsgewicht betroffen. Die häufigsten Infektionen sind Blutvergiftung, Lungenentzündung und entzündliche Erkrankungen der Darmschleimhaut.

 

Weitere Informationen zum Thema multiresistente Keime sind auf www.tk.de (Webcode 889772) und www.wineg.de (104648) zu finden. Über Frühgeburten berichtet zudem der TK-Geburtenreport, der unter www.tk.de (Webcode 951934) verfügbar ist.

 

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