Qualität statt blindes Vertrauen: TK fordert Konsequenzen aus Skandal um Krebsmedikamente

Hamburg, 20. November 2017. Krebspatienten müssen darauf vertrauen können, dass sie die richtigen Medikamente erhalten. Die Techniker Krankenkasse (TK) fordert daher verpflichtende Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Sie sollen gewährleisten, dass Krebsmedikamente - sogenannte Zytostatika - ordnungsgemäß hergestellt und abgegeben werden. Anlass für diesen Vorstoß ist der aktuelle Skandal um einen Bottroper Apotheker, der mutmaßlich Krebsmedikamente an Patienten abgegeben hat, die nur geringe Mengen oder gar keinen Wirkstoff enthielten.

 

"Der Fall aus Bottrop zeigt, dass das heutige System eklatante Schwächen aufweist", erklärt Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. "Wir benötigen daher dringend wirksame Maßnahmen, die verhindern, dass auf Kosten von Patienten getrickst wird - und schon gar nicht in einem so sensiblen Bereich wie der Krebsmedizin, im dem es häufig um Leben und Tod geht.."

 

Konkret schlägt die TK folgendes Maßnahmenbündel zur Qualitätssicherung vor: Rund 300 Apotheken in Deutschland sind berechtigt, Zytostatika herzustellen. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen, sollten zum Beispiel mehr - auch unangekündigte - Kontrollen vor Ort stattfinden. Außerdem sollte der Wirkstoffgehalt der hergestellten Krebsmedikamente regelmäßig per Stichprobe überprüft werden. Und auch für den Herstellungsprozess sollten klare Regeln für das Qualitätsmanagement gelten, die beispielsweise ein verpflichtendes "Vier-Augen-Prinzip" umfassen.

 

Darüber hinaus ermöglichen Ausschreibungen der Krankenkassen und der zentrale Einkauf von Zytostatika-Wirkstoffen mehr Kontrolle und Sicherheit. "Rabattverträge der Kassen schaffen nicht nur mehr Transparenz über die Beschaffung der Wirkstoffe, sondern auch über die Finanzierung der Medikamente", so Ballast weiter.

 

Nach Ansicht der TK sollte auch die Justiz besser aufgestellt werden, um Fehlverhalten im Gesundheitswesen effektiver aufdecken und bekämpfen zu können. Denn die in vielen Fällen komplizierte Rechtslage und schwierige Beweislage machen die Strafverfolgung oftmals schwer. Gute Erfahrungen in anderen Bereichen sprechen dafür, auch für das Gesundheitswesen mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften zu schaffen, um Kompetenzen und Fachwissen stärker zu konzentrieren.

 

Es ist derzeit nicht möglich abzuschätzen, wie viele TK-Versicherte potenziell betroffen sein könnten. Die TK hat in dem Fall aus Bottrop bis heute keine Akteneinsicht erhalten.

 

Ansprechpartner Presse

Dennis ChytrekDennis Chytrek

Stellvertretender Pressesprecher

 

Telefon Telefonnummer:040 - 69 09-30 20

dennis.chytrek@tk.de

 

 

Twitter www.twitter.com/TK_Presse

Blog www.wirtechniker.tk.de