Zwei von drei Patienten bewerten die Online-Videosprechstunde positiv

Hamburg, 8. Mai 2018. Im Vorfeld des vom Deutschen Ärztetag geplanten Beschlusses zur Aufhebung des Fernbehandlungsverbots hat die Techniker Krankenkasse (TK) auf die guten Erfahrungen ihrer Versicherten bei dem Projekt "Online-Video-Sprechstunde" hingewiesen. Zwei von drei Patienten (69 Prozent), die die Online-Video-Sprechstunde der TK getestet haben, bewerten den Video-Chat als gute und praktische Ergänzung zum Arztbesuch in der Praxis. Das zeigt die Auswertung des 15-monatigen Pilotprojekts zur Online-Kommunikation zwischen Facharzt und Patient, das die TK gemeinsam mit Dermatologen, Hals-Nasen-Ohrenärzten und dem Start-up "Patientus“ durchgeführt hat. TK-Versicherte konnten sich dabei ihren Arzt bequem per Videochat ins Wohnzimmer holen und ihre medizinischen Anliegen besprechen.

 

Anfahrtswege und Wartezeiten entfallen für Patienten 

Als entscheidenden Vorteil der Videosprechstunde nannten zwei Drittel der Teilnehmer den Wegfall von Anfahrtswegen und Wartezeiten in der Arztpraxis. Zudem empfanden sie den Kontakt über den Bildschirm persönlicher und direkter als ein Telefonat. „Mit der Videosprechstunde haben wir gezeigt, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen funktioniert“, erklärt Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der TK. „Die vorliegenden Ergebnisse liefern gute Argumente dafür, Bedenkenträger von den Vorteilen digitaler Anwendungen zu überzeugen und bestehende Hürden im System – wie zum Beispiel das geltende Fernbehandlungsverbot – zu überwinden. Ich freue mich, dass der Deutsche Ärztetag ebenfalls diesen Schritt in die Zukunft gehen will.“

 

„Jeder Arztkontakt ist wichtig, aber das Modellprojekt hat deutlich gemacht, dass der Patient dazu nicht jedes Mal in die Praxis kommen muss“, sagt Dr. Lothar Bleckmann vom HNOnet NRW. Die teilnehmenden Ärzte meldeten, dass 90 Prozent der Fälle in der telemedizinischen Behandlung geklärt werden konnten. Mehr als ein Drittel der Patienten nutzte den Chat wegen einer akuten Erkrankung, ein Viertel wegen chronischer Leiden und 13 Prozent entfielen auf Verlaufskontrollen im Rahmen einer Behandlung.

 

Lockerung des Fernbehandlungsverbots notwendig

"Das Modellprojekt hat bestätigt, dass die Online-Kommunikation sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte funktioniert", sagt Nicolas Schulwitz, Geschäftsführer von Patientus, dem technischen Dienstleister des Pilotprojekts. Allerdings schränkt das bestehende Fernbehandlungsverbot die Einsatzmöglichkeiten der Videosprechstunde noch zu stark ein. Nach derzeitiger Gesetzeslage darf ein Arzt einen Patienten erst nach einem persönlichen Erstgespräch per Videochat behandeln. Eine ausschließliche Fernbehandlung wird durch diese Regelung bislang ausgeschlossen.

 

"Die Ärztekammern müssen ihre Musterberufsordnungen und Landesberufsordnungen an die Realität in der digitalen Welt anpassen und das Fernbehandlungsverbot lockern", fordert Schulwitz. „Die in Deutschland zertifizierten Videodienstanbieter garantieren dabei den Datenschutz.“ Es gebe viele Einsatzmöglichkeiten, in denen die Videosprechstunde dem Patienten einen zeitsparenden, direkten Arztkontakt ermöglichen könne – beispielsweise bei der klassischen Vorsorge, bei Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand oder bei der medizinischen Beratung zu Impfungen oder Zweitmeinungen.

 

Videosprechstunde als Chance

Trotz der Einschränkungen versorgen immer mehr Ärzte ihre Patienten in der Videosprechstunde. „Seit es klare Regelungen zur Anwendung gibt und Patientus als sicherer Anbieter zertifiziert wurde, steigt unsere Kundenzahl deutlich. Viele innovative Ärzte sehen die Videosprechstunde als einfachen Einstieg in die Telemedizin und als Chance für eine effiziente Versorgung ihrer Patienten“, sagt Nicolas Schulwitz.

 

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