Praxis Versorgungsforschung: Viel hilft nicht immer viel - Auf dem Weg zur richtigen Versorgung

Berlin, 09. Mai 2018. Die medizinischen Möglichkeiten hierzulande sind immens, und das deutsche Gesundheitssystem ist robust und leistungsfähig. Zugleich stellt sich in der Arztpraxis wie auch am Klinikbett Medizinern und Patienten immer wieder die Frage: Ist das Maximum immer auch das Optimum für den individuellen Menschen in seiner konkreten Situation? Oder kann der Verzicht auf einzelne medizinische Interventionen auch ein Gewinn für den Patienten sein? Diesen schwierigen Abwägungen widmen sich Wissenschaftler und Praktiker auf dem Symposium "Praxis Versorgungsforschung: Viel hilft nicht immer viel - Auf dem Weg zur richtigen Versorgung". Veranstalter sind die Techniker Krankenkasse (TK) und das Institut für angewandte Gesundheitsforschung (InGef), ein Tochterunternehmen von spectrumK.

 

Thomas Ballast, als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK verantwortlich für die Versorgungsbereiche: "Wir diskutieren viel über Unter- und Fehlversorgung, dabei gibt es im Gesundheitswesen genügend Beispiele für Überversorgung. Ein Maximum an möglicher medizinischer Therapie dient nicht immer nur dem Wohl des Patienten, sondern kann unter Umständen auch Leid verursachen. Die Lebensqualität für den Patienten muss daher im Zentrum der Therapie stehen. Den damit verbundenen Fragestellungen möchten wir mit diesem Symposium ein Forum geben."

 

Yves Rawiel, Geschäftsführer von spectrumK ergänzt: "Uns ist es besonders wichtig, diese komplexen Fragestellungen im Dialog mit allen beteiligten Akteuren zu diskutieren - und insbesondere den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu intensivieren. Nur so kann die Versorgungsforschung fundierte Entscheidungsgrundlagen für die Praxis bereitstellen, die dabei unterstützen, die richtigen, am Wohl des einzelnen Patienten orientierten, Versorgungsentscheidungen zu treffen.“

 

Keynote-Speaker ist Professor Dr. mult. Eckhard Nagel, geschäftsführender Direktor des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Er widmet sich dem "Maß der Dinge: sinnhafte medizinische Versorgung im Zeitalter des medizinischen Fortschritts" und wird in seinem Vortrag die unterschiedlichen Facetten der Bewertung des medizinischen Fortschritts diskutieren - von einem neuen medizinischen Maß für Indikationen bis hin zu einem neuen ökonomischen Maß. Seine Sicht auf die Dinge ist nicht nur medizinischer Natur: Er ist auch Doktor der Philosophie und Ehrendoktor der Theologie.


 

Zwei Sessions - eine Fragestellung: "Ist mehr immer auch besser für den Patienten?"

 

In den zwei anschließenden Plenarsessions geht es um zwei unterschiedlich anmutende Themen, die aber beide der gleichen Fragestellung nachgehen: "Hilft viel immer viel?"

 

Zunächst steht die Versorgung am Lebensende auf dem Programm. Dr. Matthias Thöns, Palliativarzt in der häuslichen Sterbebegleitung und Buchautor, geht den Fragen nach, was Übertherapie sein kann und wodurch sie verursacht wird. Dr. Johannes Bruns widmet sich als Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft der Frage, was die Ziele einer Therapie bei fortgeschrittenem Tumorleiden sein können. Und schließlich spricht Professor Dr. Eckhard Nagel über Patientenautonomie am Lebensende.

 

Die zweite Plenarsession widmet sich der generellen Frage von Fehlversorgung und deren Auswirkungen auf den Patienten. Was bedeutet zum Beispiel der Einsatz von Antibiotika in der Primärversorgung von Patienten - Nutzen für das Individuum oder Schaden für die Allgemeinheit? Diesem Thema geht Professor Dr. Attila Altiner nach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universität Rostock. Darüber, wie eine sinnvolle Arzneimitteltherapie bei Menschen aussehen kann, die gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leiden, und wo der sogenannte "Nettonutzen" endet, referiert Professor Dr. Petra Thürmann, Direktorin des Instituts für Klinische Pharmakologie am Helios Klinikum Wuppertal. Und da die Frage nach der im Einzelfall richtigen Versorgung immer sowohl den Arzt wie auch den Patienten betrifft, rundet der Vortrag von Professor Dr. Norbert Schmacke vom Institut für Public Health und Pflegeforschung an der Universität Bremen die zweite Session ab: Sein Thema ist "Gemeinsam klug entscheiden im deutschen Gesundheitssystem: Arzt-Patienten-Kommunikation als Schlüssel zur Partizipation".

 

Zum Abschluss der Veranstaltung werden Inhalte beider Plenarsessions in einem Überblick beleuchtet und diskutiert.

 

Hinweis für die Redaktionen

Das Symposium "Praxis Versorgungsforschung: Viel hilft nicht immer viel - Auf dem Weg zur richtigen Versorgung" findet am 17. Mai 2018 von 10 bis 16 Uhr im dbb forum berlin, Friedrichstraße 169, 10117 Berlin, statt. Weitere Informationen zu der Veranstaltung und dem Programm sind verfügbar unter www.praxis-versorgungsforschung.de. Unter diesem Link ist auch eine Online-Anmeldung möglich. Presse-Akkreditierungen können per Mail an pressestelle@tk.de erfolgen.

 

Presse-Akkreditierungen

Möchten Sie am Symposium teilnehmen, bitten wir Sie um Akkreditierung per Mail an pressestelle@tk.de.

 

Über das InGef

Das Institut für angewandte Gesundheitsforschung (InGef) unterstützt als Tochterunternehmen von spectrumK, dem Full-Service-Dienstleister für öffentliche Auftraggeber im Gesundheitswesen, mit praxisnaher Forschung die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung. Es untersucht die medizinische Versorgung mit dem Anspruch, Herausforderungen des Gesundheitssystems zu erforschen, Zusammenhänge zeitnah zu erkennen und Impulse für die zukünftige Versorgung in Deutschland zu geben. Mit der Software EVA ermöglicht das InGef den Krankenkassen, die Versorgung ihrer Versicherten selbst zu analysieren. Weitere Informationen sind unter www.ingef.de verfügbar.

 

Über die TK

Die Techniker Krankenkasse (TK) nutzt eine Vielzahl wissenschaftlicher Ansätze, um die Versorgung ihrer über 10 Millionen immer weiter zu verbessern. Wesentlich ist hier der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Praxis. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Analyse von sogenannten Routinedaten der Kasse, um bestehende Versorgungsangebote zu verbessern und neue zu entwickeln. Weitere Informationen sind unter www.tk.de, Webcode 966960, verfügbar.

 

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