TK übernimmt die Kosten für HPV-Impfungen jetzt auch bei Jungen

Hamburg, 7. Juni 2018. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt nun, auch Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Bislang galt diese Empfehlung nur für Mädchen. Voraussichtlich erst Anfang 2019 wird der rechtswirksame Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorliegen und die HPV-Impfung für Jungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.

 

"Wir nehmen diese Empfehlung zum Anlass und erstatten ab sofort die Kosten für die HPV-Impfung auch für Jungen", so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK). "Die Eltern von TK-versicherten Kindern können die Belege für den Impfstoff und das Arzthonorar bei der TK zur Erstattung per Post oder ganz einfach online unter "Meine TK" einreichen."

 

Durch eine HPV-Impfung von Jungen können Erkrankungen, zum Beispiel im Genitalbereich, vermieden werden. Zudem wird schneller ein Schutz der Gesamtpopulation erreicht, da vor allem männliche Sexualpartner die Überträger der humanen Papillomviren sind. Sie können bei Frauen unter anderem Gebärmutterhalskrebs auslösen und auch bei Männern zu Krebs führen. Die Impfung sollte daher vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

 

"Werden nun auch Jungen gegen HPV immunisiert, kann die Infektionskette unterbrochen werden. Es profitieren also nicht nur die Geimpften selbst sondern letztendlich alle, wenn es weniger Ansteckungen und Erkrankungen gibt", so Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK. "Die Entscheidung für oder gegen eine HPV-Impfung sollte gemeinsam mit einem Arzt getroffen werden."

 

HPV-Impfung ist für Mädchen bereits Regelversorgung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfahl zuletzt in ihrer Impfempfehlung vom 25. August 2014 die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren, spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sollten auch bei ihnen versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Als sogenannte Mehrleistung erstattet die TK die Kosten der Impfung - abzüglich der Zuzahlung für den Impfstoff - auch für Frauen ab dem 18. Geburtstag bis zu dem Tag vor ihrem 27. Geburtstag.

 

Die HPV-Impfung wird jedoch noch verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. Laut Epidemiologischem Bulletin des Robert Koch Instituts aus dem Januar 2018 waren Ende 2015 nur ein Drittel der fünfzehnjährigen Mädchen (31,3 Prozent) vollständig geimpft. In den alten Bundesländern waren es mit 29,1 Prozent deutlich weniger als in den neuen Bundesländern mit 46,2 Prozent.

 

Die beiden derzeit in Deutschland verfügbaren Impfstoffe sind unabhängig vom Geschlecht ab einem Alter von neun Jahren zugelassen.

 

Hinweis für die Redaktionen

Nach der Veröffentlichung der STIKO-Empfehlung im Epidemiologischen Bulletin muss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) innerhalb von drei Monaten einen Beschluss zur Einführung in die GKV-Regelversorgung fassen, der danach innerhalb von zwei Monaten durch das BMG geprüft werden muss. Abschließend folgt die Veröffentlichung im Bundesanzeiger. Abhängig vom Alter bei der ersten Impfung werden zum vollständigen Impfschutz zwei oder drei Spritzen verabreicht. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand ist noch unklar, ob später eine Auffrischungsimpfung notwendig ist.

 

Ansprechpartner Presse

Dennis ChytrekDennis Chytrek

Stellvertretender Pressesprecher

 

Telefon Telefonnummer:040 - 69 09-30 20

dennis.chytrek@tk.de

 

 

Twitter www.twitter.com/TK_Presse

Blog www.wirtechniker.tk.de