Neues Gesetz zur Organspende: TK-Chef Dr. Jens Baas begrüßt Stärkung der Krankenhäuser

Hamburg, 5. September 2018. 10.000 Menschen warten zurzeit in Deutschland auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Doch die Anzahl der Organspender ist seit Jahren rückläufig. Darauf hat die Politik jetzt mit einem Gesetzentwurf reagiert, in dem es darum geht, die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für die Entnahmekrankenhäuser zu stärken, um so langfristig die Organspenderzahlen zu erhöhen. Kernpunkte sind die Stärkung der Transplantationsbeauftragten und eine bessere Finanzierung der Entnahmekrankenhäuser.

 

Kein Krankenhaus darf einen finanziellen Nachteil haben

TK-Infografik: So viele Menschen warten auf ein SpenderorganDr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK): "Da ich lange Jahre Teil eines Transplantationsteams war, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: wir begrüßen es sehr, dass die Entnahmekrankenhäuser mit dem neuen Gesetz gestärkt werden. Erstmals gibt es klare Vorgaben, wann und wie lange die Transplantationsbeauftragten für ihre wichtige Arbeit freigestellt werden. Diese Aufgabe muss auch angemessen honoriert werden."

 

Neben der Vergütung der Transplantationsbeauftragten geht es in dem Gesetz auch um die Finanzierung aller weiteren Prozesse im Zusammenhang mit einer Organentnahme. "Es darf keinem Krankenhaus ein finanzieller Nachteil entstehen, wenn es eine Organentnahme vornimmt", so Baas. "Allerdings darf die Vergütung auch nicht über neue Pauschalen nach dem Gießkannenprinzip erfolgen. Dafür gibt es Spezialisten. In diesem Fall das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). 'Prämien' für Organentnahmen, die die Kosten deutlich übersteigen, bergen die große Gefahr in sich, das Vertrauen der Patienten in das Thema Organspende weiter zu erschüttern."

 

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Gesamtgesellschaftliche Diskussion um Widerspruchslösung gefragt

In der aktuellen Debatte um die Einführung der sogenannten Widerspruchslösung setzt die TK auf eine breite Diskussion in der gesamten Gesellschaft. Baas: "Ein Systemwechsel zur Widerspruchslösung ist eine ethische und sehr persönliche Frage, die ausführlich gesamtgesellschaftlich diskutiert werden muss. Daher gehört diese Diskussion, wie jetzt auch von unserem Bundesgesundheitsminister angeregt und von unserer Kanzlerin befürwortet, in den Bundestag."

 

Blogbeitrag zur Organspende von Dr. Jens Baas

 

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