TK: Organspende - jeder sollte sich entscheiden

TK-Infografik: So viele Menschen warten auf ein SpenderorganBerlin, 28. November 2018. Der Bundestag debattiert heute Nachmittag zum Thema Organspende. Gesundheitsminister Jens Spahn möchte mit einer doppelten Widerspruchslösung dafür sorgen, dass mehr Menschen ein Spenderorgan erhalten. Das bedeutet, dass es nicht mehr wie bisher einer aktiven Zustimmung bedarf, sondern dass Spender ist, wer nicht widersprochen hat - vorbehaltlich der Zustimmung der Angehörigen. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK) zur Tagesordnung: "Es ist wichtig, das Thema auf die Agenda zu bringen und es außerhalb von Fraktionszwängen zu diskutieren. Ethische Themen wie Organspende sind keine Frage von rechts und links und kein Spielfeld für Parteipolitik."

 

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Organspende braucht eine informierte Entscheidung

Der TK-Chef befürwortet durchaus den Vorschlag aus der Politik, die Dokumentation der Entscheidung für oder gegen die Organspende mit Pass- und Meldeangelegenheiten zu verknüpfen. Allerdings: "Die Menschen brauchen gute Informationen, um eine Entscheidung zu treffen. Diese sollten wir dort platzieren, wo das gewährleistet ist - zum Beispiel in Arztpraxen, Apotheken oder bei Krankenkassen."

Organspenderegister braucht Sicherheit, Vertrauen und Digitalisierung

Bisher wird die Entscheidung für oder gegen eine Organspende auf einem Organspendeausweis dokumentiert, den nur der Besitzer selbst bei sich trägt. Experten fordern daher ein zentrales Register, damit die Information nicht nur dann zugänglich ist, wenn der Ausweis vorliegt. Laut der TK könne dies jedoch nur der Einstieg in ein gutes Informationsmanagement sein. "Als ersten Schritt könnte für die Dokumentation ein zentrales Register sinnvoll sein - hier muss nur klar geregelt sein, wer die Daten unter welchen Umständen einsehen darf. Perspektivisch könnte die Entscheidung 'Organspender ja oder nein' dann in der elektronischen Patientenakte dokumentiert werden und für Befugte, wie die Transplantationsbeauftragten im Krankenhaus, freigeschaltet sein, wie es auch bereits analoge Überlegungen für Notfalldaten gibt", so Baas.

 

Krankenhäuser stärken: Organspende braucht Zeit und Geld

Überhaupt sind die Kliniken für Baas, der selbst lange Jahre in Transplantationsteams gearbeitet hat, ein entscheidender Hebel, um das Thema Organspende voranzubringen. Mit dem "Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei Organspenden" gibt es erstmals verbindliche Regelungen für die Abläufe der Entnahmekrankenhäuser. Baas: "Jetzt gibt es klare Vorgaben, wann und wie lange Transplantationsbeauftragte für ihre wichtige Arbeit freigestellt werden. Diese Aufgabe muss auch angemessen honoriert werden."

Kein Krankenhaus darf einen finanziellen Nachteil haben

Genauso wichtig sei die kostendeckende Vergütung aller anderen Prozesse, die mit Organspenden zu tun haben. Keinem Krankenhaus dürfe ein finanzieller Nachteil durch eine Organentnahme entstehen. "Der Eingriff ist hochkomplex. Nicht selten kommen dabei mehrere Intensivmediziner und OP-Teams zum Einsatz. Personal, das an anderer Stelle zu der Zeit fehlt. Auch das muss entsprechend vergütet werden", macht Baas deutlich.

Gesamter Organspendeablauf muss transparent und gerecht sein

Es dürfe aber auch keinen übermäßigen finanziellen Vorteil geben, Organe zu entnehmen. Das wäre ethisch nicht vertretbar und würde das langsam wieder aufgebaute Vertrauen der Bevölkerung in das Thema Organspende mit einem Schlag zunichtemachen. Baas ist sicher: "Nur wenn es uns gelingt, den gesamten Prozess der Organspende von der informierten Entscheidung bis zur Transplantation transparent und gerecht zu gestalten, werden wir dafür sorgen, dass den 10.000 Menschen auf der Warteliste geholfen werden kann."


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