Mit Tönen gegen Tinnitus: App behandelt störende Ohrgeräusche mit Lieblingsmusik

Hamburg, 16. September 2015. Ein Pfeifton oder ein Rauschen - rund drei Millionen Menschen in Deutschland kennen das, wenn ein ständiges Geräusch im Ohr stört. Und jeder hundertste leidet so stark darunter, dass dieser Tinnitus ärztlich behandelt werden muss - und nicht jede Methode führt zum Erfolg. Eine neue App bietet Betroffenen jetzt eine verblüffend einfache Behandlungsalternative: Indem sie über einen Zeitraum von zwölf Monaten mindestens 90 Minuten pro Tag ihre Lieblingsmusik hören, trainieren sie ihrem Hörzentrum den eingebildeten Ton ab. Möglich macht dies die App "Tinnitracks". Sie gibt es ab Anfang Oktober für Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) auf Rezept - verschrieben von Hamburger Hals-Nasen-Ohrenärzten.

 

"Mit Tinnitracks wird die App zum Therapeuten. Und sie kann eine Alternative zu den konventionellen Behandlungsmöglichkeiten sein", sagt Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagements der TK. Denn hat der Hals-Nasen-Ohrenarzt erst einmal die individuelle Tinnitus-Frequenz exakt ermittelt, erfolgt die Therapie allein via Smartphone. Möglich macht dies die Erfindung des Hamburger Start-Up-Unternehmens Sonormed GmbH in Kombination mit einem Versorgungsvertrag der TK und des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. Das Ziel: Erste Erfahrungen mit Tinnitracks als Behandlungsalternative unter Routinebedingungen zu sammeln und das Behandlungskonzept bei Erfolg bundesweit auszurollen. Aus diesem Grund machen rund 30 Hals-Nasen-Ohrenärzte in Hamburg den Anfang. Patienten können unabhängig von ihrem Wohnort teilnehmen, wenn sie bei einem dieser Ärzte in Behandlung sind.

Hintergrund: So funktioniert Tinnitracks bei Tinnitus

Der sogenannte "eingebildete" Tinnitus entsteht nicht durch ein reales Geräusch sondern durch eine Überaktivität bestimmter Nervenzellen im Hörzentrum des Gehirns. Diese sind dort - vergleichbar mit den Tasten auf einem Klavier - nach ihrer Frequenz angeordnet und verursachen ein entsprechendes Störgeräusch, wenn sie überreizt sind. Für die Therapie ermittelt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die individuelle Tinnitus-Frequenz und bestimmt so, welche Zellen unter der Therapie durch das Herausfiltern des Tones aus der Lieblingsmusik geschont werden sollen. Das regelmäßige Hören der gefilterten Musik soll dann die Überaktivität der betroffenen Nervenzellen reduzieren und so den Tinnitus nachhaltig lindern.

 

In klinischen Studien konnte das von Tinnitracks eingesetzte Verfahren der Frequenzfilterung bereits seine Wirksamkeit bei Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren und mit einer Tinnitus-Frequenz unter 8.500 Hertz beweisen. Die Ergebnisse sind eine gute Basis für die TK, die App als Alternative zu konventionellen Therapien unter Routinebedingungen zu erproben.

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