Kleine Helfer in der Not

Nachrichtenmoderator Marc Bator ist begeisterter Radsportler. Der ehemalige Präsident des Hamburger Radsport-Verbands, beleuchtet in seiner wöchentlichen Kolumne am Freitag wichtige Aspekte dieses hervorragenden Gesundheitssports. Diesmal: kleine Helfer in der Not.

Kleiner Helfer mit großer Wirkung

Wenn Radsportverrückte nicht aufhören, können Fachzusimpeln oder zu philosophieren, dann geht’s meist um Carbonfelgen, leichte Schlauchreifen oder womöglich um einen Sattel aus superweichem Leder - eben all das, was schick aussieht, wenig wiegt und gerade irgendwie en vogue ist. Über Preise spreche ich jetzt lieber mal nicht…

 

Marc BatorRadsportfan Marc Bator (Foto: Thorsten Jander)

Perfekt ausgerüstet

Über die kleinen Dinge des Lebens und Fahrens auf zwei Rädern werden dagegen eher wenige Worte verloren, dabei sind sie extrem wichtig für jeden! Wenn sie fehlen oder kaputt gehen, verleiden sie einem die schönste Ausfahrt oder lassen Sie sogar im Regen stehen oder fahren - ganz wie Sie es nehmen…

 

Schutzblech

Womit wir bereits beim Schutzblech wären. Beim klassischen Trekking- und Tourenrad gehören sie fest montiert, beim Rennrad sind sie Zubehör. Es gibt ansteckbare Modelle, die ähnlich - fast so wie fest montiert - das komplette Hinterrad abdecken. Und es gibt sogenannte "Mudcatcher" oder lachen Sie jetzt nicht, "Ass Saver", - so der neumodische Ausdruck für die trocken haltenden Poporetter - die am Sattelrohr montiert werden oder sich minimalistisch mit einem sanften Klick am hinteren Ende des Sattelgestells andocken. Alle bieten zuverlässigen Spritzschutz auf nassen Straßen. Solange es nicht Gießkannen regnet. Und verpönt ist ein Schutzblech am Rennrad auch nicht. Im Gegenteil, wer bei angesagtem Regen ernsthaft in der Gruppe trainiert und vergessen hat, ein Schutzblech anzustecken, gibt eine Runde aus. Musste auch ich schon. Mehrfach sogar…

 

Licht

Doch neben der Nässe im bevorstehenden Herbst und Winter müssen wir uns auch ein bisschen vor den Mächten der Finsternis schützen. Licht muss ran ans Rad. Das ist gesetzt! Für alle, die ab dem späten Nachmitttag noch trainieren wollen. Es gibt die Vorschriften der für viele Radsportler nun mal ungeliebten Straßenverkehrsordnung, die klar regeln, was benutzt werden darf und was nicht. Aber: das gesetzestreue Hin und Her mit Dynamo-und Akkuleuchten ist für viele nicht wirklich nachvollziehbar. Mein persönlicher Tipp: Benutzen Sie die Lampen, die für Sie am komfortabelsten sind und den bestmöglichen Schutz beim Sehen und Gesehen werden versprechen. Polizisten drücken gerne mal ein Auge zu, wenn Sie sehen, dass Sie sehen. In der Dunkelheit.

 

Ich selbst hab immer eine rote Blinkleuchte dabei, die ich an meine Sattelstütze klemmen kann. Der Rückstrahler wiegt fast nichts und lässt sich am Computer ganz einfach über den USB-Port wieder aufladen. Vorne habe ich einen strahlend hellen Scheinwerfer montiert, der sich seine Energie ebenfalls aus wieder aufladbaren Batterien zieht.

 

Pumpe, Flickzeug & Co.

Lassen Sie uns zu dem kommen, was wir hoffentlich nur selten brauchen, aber immer dabei haben sollten. Werkzeug, Ersatzschlauch, Pumpe und eventuell Flickzeug. Wobei ich ehrlich bin, dass ich mit letzterem schon seit Teenagertagen nichts mehr zu tun hatte. Ein Schlauch kostet heute nur noch ein paar Euro und ist mit wenigen Handgriffen gewechselt. Vorbei sein sollte bei Regen und womöglich Kälte das mühsame Suchen eines Löchleins im Gummi…

 

Was ich allerdings recht schnell gemerkt habe: Eine Mini-Pumpe mit ordentlichem Druck ist jeden Euro wert. Denn nichts nervt mehr, als wie gesagt bei Regen und Kälte irgendwo in der Pampa zu stehen und beim Aufpumpen mehr zu schwitzen als beim Fahren. Um dann nach getaner Schwerstpumpleistung vielleicht gerade mal fünf Bar in den Reifen gedrückt zu haben, obwohl acht Bar ideal gewesen wären.

 

Die kleinen Helfer, die glücklich machen

Es sind die kleine Dinge, die glücklich machen. Genauso wie robuste Reifenheber, die nicht zersplittern, wenn man den Mantel aus der Felge heben will oder ein Mini-Werkzeug, das mehr kann als nur Schrauben ziehen. Diese speziellen Geräte für Radfahrer sollten gängige Sechskantschlüssel besitzen, falls sogenannte Torx-Schrauben verbaut sind, auch Schlüssel für diese und vielleicht sogar noch einen Kettennietdrücker. Langstreckenpiloten wissen dieses Tool zu schätzen. Im Zweifel können Sie damit auch einen Kronkorken heben. Soll ja vorkommen, dass man sich nach getaner Ausfahrt noch mal schnell im Kreise seiner Trainingspartner mit einem alkoholfreien Bier belohnen will.

 

Empfehlungen für bestimmte Produkte werde ich nicht abgeben, Sie wissen schon, warum. Aber in Ihrem Bekanntenkreis, und wie so oft in den Weiten des Internets, bekommen Sie sicher Empfehlungen. Bis dahin rauf aufs Rad. Und bis kommende Woche.

 

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