Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch - wie steht es um Qualität und Datenschutz?

München, 27. Januar 2017. Alleine für die Betriebssysteme Android und iOS stehen mittlerweile in den gesundheitsbezogenen Kategorien Gesundheit/Fitness und Medizin weltweit über 250.000 Apps zur Verfügung. Das sind etwa doppelt so viele wie vor drei Jahren. "Dieser Markt boomt und wird täglich unübersichtlicher für die Nutzer", sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Nutzen, Qualität und Datenschutz unterscheiden sich zum Teil gravierend bei den einzelnen Apps. Anlässlich des 11. Europäischen Datenschutztages rät Bredl den Anwendern genau hinzuschauen und gezielt auszuwählen. Mit der TK-Checkliste unterstützt die Techniker Nutzer, ihr Bewusstsein für Qualität und Datenschutz bei den Apps zu stärken.

 

Mit Checkliste Risiko der Gesundheits-App vorab einschätzen

Was will ich mit der App erreichen? Kenne und vertraue ich dem Anbieter? Für Antworten auf diese und weitere Fragen vergibt die TK-Checkliste Punkte. Je höher der Wert, desto kritischer sollten die Nutzer sein. So schätzt man im ersten Schritt das Risiko ein, das von einer App ausgehen kann, wie der unberechtigte Zugriff durch Dritte auf Gesundheitsdaten. Anschließend können die Interessenten mit Fragen zu Datenschutz, Sicherheit der Privatsphäre oder Finanzierung der App schnell prüfen, ob der Anbieter das Informations- und Sicherheitsbedürfnis des Nutzers ernst nimmt und mit den persönlichen Daten verantwortungsvoll umgeht.

 

Patienten informieren sich im Internet - Ärzte müssen gezielter beraten

Die Digitalisierung wirkt sich auch nachhaltig auf das Arzt-Patienten-Verhältnis aus. Bredl: "Deshalb ist die Initiative von bayerischen Landtagsabgeordneten richtig, die einen Leitfaden für Ärzte zur gezielten Beratung von Patienten fordern, die sich durch Apps und das Internet informiert haben." Dies soll auch ein Schwerpunkt der Aus- und Weiterbildung bei den Medizinern werden. "Nur eine Modernisierung der Ausbildungsstrukturen ist jedoch zu wenig", so der TK-Leiter weiter. "Ein sicherer Umgang mit modernen Kommunikationstechniken ist für die Patienten immer wichtiger. Deshalb sollten für alle Heil- und Pflegeberufe Weiterbildungen zur Digitalisierung obligatorisch sein."

Hintergrund

Der Europäische Datenschutztag wurde vom Europarat ins Leben gerufen und wird seit 2007 jährlich begangen. Er findet immer am 28. Januar statt, da die Europaratskonvention 108 zum Datenschutz im Jahr 1981 an diesem Datum zur Unterzeichnung aufgelegt wurde. Mit der Konvention verpflichten sich die beteiligten Staaten, bei der automatisierten Datenverarbeitung insbesondere für die Achtung der Persönlichkeitsrechte Sorge zu tragen. Der Europarat will über den Europäischen Datenschutztag das Bewusstsein für Datenschutz bei den Bürgerinnen und Bürgern in Europa stärken.

Stephan MayerReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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