Bayern: Kleinkinder nicht ausreichend gegen Rotaviren geimpft

München, 14. März 2017. Nur 54,2 Prozent der Kleinkinder in Bayern sind vollständig gegen den gefährlichen Rotavirus geimpft. Damit liegt die bayerische Impfquote deutlich unter der schon geringen deutschlandweiten Impfquote von 66 Prozent. Das teilt die Landesvertretung Bayern der Techniker Krankenkasse (TK) mit und beruft sich auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Mit nur 15,4 Prozent weist der Landkreis Rosenheim die schlechteste Impfquote in ganz Deutschland auf. Die beste Impfquote aller deutschen Bundesländer erreicht Mecklenburg-Vorpommern. Dort sind 79,8 Prozent der Kleinkinder rechtzeitig und vollständig gegen eine Infektion mit Rotaviren geimpft.

 

Rotaviren sind die häufigste Ursache für Magen-Darm-Infektionen bei unter Fünfjährigen. Sie lösen starken, bis zu einer Woche andauernden Durchfall, Erbrechen und Fieber aus. Zwar kommt es nur selten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen, wegen des hohen Wasserverlusts müssen dennoch zahlreiche Fälle stationär im Krankenhaus behandelt werden. Im Jahr 2016 gab es 3.570 Rotavirus-Erkrankungsfälle in Bayern, 2.108 davon trafen Kinder unter fünf Jahren, das sind 59 Prozent aller Erkrankten.

 

Deutliche regionale Unterschiede

In der Stadt Hof haben mehr Kleinkinder als überall sonst in Bayern den Impfschutz gegen Rotaviren bekommen: 82,8 Prozent. In ganz Bayern gibt es nur sieben Landkreise und Städte, in denen die Impfquote 70 Prozent übersteigt. Deutlich schlechter als in Hof sieht es in Rosenheim aus. Die Stadt im Inntal weist mit 15,4 Prozent den mit Abstand schlechtesten Wert auf - nicht nur in Bayern, sondern deutschlandweit. Direkt dahinter folgt als Zweitschlechtester der Landkreis Rosenheim mit einer Rotavirus-Impfquote von nur 20,4 Prozent.

 

Die Landeshauptstadt München verbucht 64,5 Prozent Impfquote, Nürnberg 51,7 Prozent, Augsburg 59,4 Prozent, Regensburg 71,8 Prozent, Landshut 49,2 Prozent, Bayreuth 68,7 Prozent und in Würzburg sind 52,6 Prozent der Kinder des Geburtsjahrgangs 2014 rechtzeitig und vollständig geimpft.

 

"Dass die Impfquoten generell nicht allzu hoch ausfallen, könnte daran liegen, dass es eine entsprechende Empfehlung der ständigen Impfkommission erst seit dem Jahr 2013 gibt", vermutet Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern angesichts der teilweise sehr niedrigen Zahlen. Die Empfehlung gelte aber nach wie vor und dient den Bundesländern als Vorlage für deren öffentliche Impfempfehlungen. Die Impfung kann Säuglinge und Kleinkinder vor einer schweren Infektion schützen, damit sie nicht ins Krankenhaus müssen.

 

Die Rotavirus-Saison beginnt meist im Herbst und dauert bis in den März hinein. "Es ist also damit zu rechnen, dass in den kommenden Wochen die Fallzahlen noch einmal deutlich ansteigen", erklärt Christian Bredl.

 

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Hinweis für die Redaktion

Die genannten Zahlen entstammen der KV-Impfsurveillance des Robert-Koch-Instituts und sind die aktuellsten, die derzeit zur Verfügung stehen.

 

Rotavirus-Impfquoten in Bayern nach Regierungsbezirken

Vollständige Impfung von Kleinkindern bis zur 32. Lebenswoche, Angaben in Prozent

 

OBERBAYERN

Ingolstadt 61,6%
München, Stadt 64,5%
Rosenheim, Stadt 20,4%
Altötting 20,6%
Berchtesgadener Land 50,5%
Bad Tölz-Wolfratshausen 29,1%
Dachau 53,3%
Ebersberg 56,2%
Eichstätt 50,2%
Erding 51,2%
Freising 47,2%
Fürstenfeldbruck 56,5%
Garmisch-Partenkirchen 50,9%
Landsberg am Lech 35,7%
Miesbach 28,6%
Mühldorf a.Inn 33,8%
München, Lkr. 68,3%
Neuburg-Schrobenhausen 43,4%
Pfaffenhofen a.d.Ilm 42,3%
Rosenheim 15,4%
Starnberg 47,1%
Traunstein 45,9%
Weilheim-Schongau 46,6%

NIEDERBAYERN
Straubing 68,0%
Straubing-Bogen 62,5%
Regen 56,6%
Deggendorf 53,5%
Passau Lkr. 52,5%
Passau Stadt 51,6%
Freyung-Grafenau 50,5%
Rottal-Inn 50,4%
Kelheim 50,3%
Landshut Stadt 49,2%
Dingolfing-Landau 44,8%
Landshut Lkr. 43,6%

OBERPFALZ
Cham 72,2%
Regensburg Stadt 71,8%
Weiden i. d. Opf. 63,9%
Schwandorf 63,9%
Regensburg Lkr. 63,7%
Tirschenreuth 60,4%
Amberg Stadt 59,7%
Neustadt a.d.Waldnaab 59,6%
Neumarkt i.d.OPf. 51,0%
Amberg-Sulzbach 41,5%

OBERFRANKEN
Hof Stadt 82,8%
Kronach 79,9%
Wunsiedel i.Fichtelgebirge 76,9%
Coburg Lkr. 69,7%
Hof Lkr. 69,7%
Bayreuth Stadt 68,7%
Lichtenfels 68,1%
Coburg Stadt 65,6%
Bayreuth Lkr. 62,3%
Forchheim 61,6%
Kulmbach 61,1%
Bamberg Lkr. 58,4%
Bamberg Stadt 56,6%

MITTELFRANKEN
Erlangen-Höchstadt 73,9%
Neustadt a.d.Aisch-Bad Windsheim 70,9%
Erlangen Stadt 68,1%
Fürth Stadt 67,8%
Fürth Lkr. 64,5%
Roth Lkr. 59,9%
Nürnberger Land 53,1%
Nürnberg 51,7%
Schwabach Stadt 49,5%
Weißenburg-Gunzenhausen 42,5%
Ansbach Lkr. 42,2%
Ansbach Stadt 31,6%

UNTERFRANKEN
Main-Spessart 67,9%
Haßberge 65,1%
Schweinfurt Stadt 60,3%
Schweinfurt Lkr. 57,2%
Kitzingen 53,6%
Würzburg Stadt 52,6%
Aschaffenburg Stadt 51,7%
Würzburg Lkr. 51,2%
Aschaffenburg Lkr. 49,9%
Miltenberg 49,1%
Bad Kissingen 36,1%
Rhön-Grabfeld 31,9%

SCHWABEN
Kaufbeuren Stadt 64,5%
Lindau (Bodensee) 62,9%
Augsburg Stadt 59,4%
Memmingen Stadt 55,4%
Günzburg 55,2%
Augsburg Lkr. 51,7%
Kempten (Allgäu) 50,4%
Aichach-Friedberg 49,3%
Neu-Ulm 44,1%
Unterallgäu 43,7%
Donau-Ries 42,2%
Ostallgäu 41,4%
Dillingen a.d.Donau 38,1%
Oberallgäu 38,1%

 

Peter SchieberReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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