Bayern: Psychisch bedingte Fehlzeiten stagnieren erstmals seit elf Jahren

München, 31. März 2017. "Erstmals seit elf Jahren verzeichnen wir in Bayern keinen weiteren Anstieg der Fehltage mit psychischen Diagnosen", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) im Freistaat. 225 Krankheitstage je 100 Erwerbspersonen waren es im Schnitt 2016. Das sind zwei Fehltage weniger aufgrund psychischer Erkrankungen als im Vorjahr. Bayern liegt damit deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von 268 Tagen wie die Vorab-Daten des neuen TK-Gesundheitsreports zeigen. Im Freistaat ging die Zahl dieser Fehlzeiten zuletzt im Jahr 2006 zurück. Damals kamen durchschnittlich 115 Fehltage auf 100 Erwerbspersonen wegen psychischer Störungen.

 

Am 1. April starten nun umfangreiche Neuregelungen in der ambulanten Psychotherapie, die die Lage weiter entspannen. "Mit über 4.900 zugelassenen Psychotherapeuten ist Bayern bestens versorgt", sagt Bredl. "In jeder Region beträgt der Versorgungsgrad mehr als 100 Prozent. Am niedrigsten ist er in Freyung-Grafenau mit 103, am höchsten in Dachau mit 467." Das Problem lag bisher darin, dass die Wahl der Therapieform oft zufällig war. Nur wenige Patienten werden von ihrem Hausarzt gezielt zu Therapeuten überwiesen. "Ob Betroffene verhaltenstherapeutisch, tiefenpsychologisch oder psychoanalytisch therapiert werden, hängt weniger von der Diagnose ab als vom Schwerpunkt der Therapeuten und von den freien Plätzen", so TK-Leiter Bredl.

 

Durch die neue Richtlinie bekommen die Patienten schneller Hilfe und die richtige Unterstützung. Nun gibt es psychotherapeutische Sprechstunden, die dem Patienten einen zeitnahen Zugang zur Versorgung ermöglichen und helfen, den individuellen Bedarf zu ermitteln. Ist es beispielsweise ein Krisenfall, können Patienten künftig direkt nach der Sprechstunde bis zu zwölf Stunden Akutbehandlung erhalten. Auch die Kontaktmöglichkeiten zu den Therapeuten werden deutlich verbessert. Künftig müssen sie zu festen Zeiten telefonisch erreichbar sein. Über die jeweiligen Zeiten informiert die Kassenärztliche Vereinigung.

Hintergrund

Bei den Arbeitsunfähigkeitsdaten handelt es sich um Vorab-Daten aus dem TK-Gesundheitsreport 2017. Der vollständige Bericht erscheint im Juni. Grundlage sind die 4,8 Millionen, davon 649.000 aus Bayern, bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von ALG-I.

Stephan MayerReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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