Zehn Jahre Patientenbefragung zeigen Wirkung

München, 19. April 2017. Die transparente Darstellung der Patientenmeinung sorgt für eine Qualitätssteigerung bei den bayerischen Kliniken. "Seit unserer ersten Befragung vor zehn Jahren haben sich die Krankenhäuser im Freistaat aus Sicht der Patienten in allen Bereichen verbessert", sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. "Vor allem bei der Organisation und Unterbringung sowie bei der medizinisch-pflegerischen Versorgung." In diesen beiden Bereichen erreichen die bayerischen Krankenhäuser nun 79 und 82 von 100 möglichen Punkten. Das sind fünf beziehungsweise vier Punkte mehr als im Jahr 2007. Transparenz ist besonders für die Kliniken in Bayern ein Vorteil. Sie liegen in allen sechs abgefragten Qualitätsdimensionen über dem Bundesdurchschnitt.

 

Qualität wichtiger als wohnortnahe Behandlung

Jeder vierte Patient in Bayern informiert sich inzwischen vor einem Krankenhausaufenthalt, beispielsweise im Internet, über die Qualität der Klinik. Bei den 30- bis 39-Jährigen ist es sogar jeder Dritte. Und auch bei der Frage, ob ein Krankenhausaufenthalt wirklich notwendig ist, setzen inzwischen 27,3 Prozent auf eine zweite Meinung. Bei jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren steigt der Wert sogar auf über 30 Prozent. "Neun von zehn Patienten im Freistaat, die Informationsangebote einholen, sind bereit, für eine bessere Qualität weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen", erklärt Bredl.

 

Klinik-Qualität in BayernGrafik Herunterladen

 

Die Wohnortnähe ist bei der Klinikwahl nur für knapp 36 Prozent aller Patienten entscheidend. 55 Prozent würden in jedem Fall für bessere Qualität weiter zur Klinik fahren. Selbst bei den über 60-Jährigen sagt das mehr als die Hälfte. Der TK-Leiter: "Die Zukunft der Kliniken liegt in spezialisierten Zentren mit hoher Qualität." 

 

Patienten fühlen sich in Bayern sicher

Zum ersten Mal wurde bei der aktuellen TK-Patientenbefragung auch das Thema Patientensicherheit abgefragt. Rund 91 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich während des Krankenhausaufenthaltes in sicheren Händen gefühlt haben. Etwa genauso viele meinen, dass die Patientensicherheit immer oberste Priorität hatte. Das sind jeweils zwei Prozentpunkte mehr als im Bund.

 

Entlassungsmanagement bleibt Problemkind

Trotz aller guten Werte der Kliniken in Bayern und der positiven Entwicklung - eine Schwachstelle bleibt: die Vorbereitung auf die Entlassung. Bei den 40 Einzelfragen liegt das Ergebnis bei dieser Frage mit nur 73,5 Punkten auf dem vorletzten Platz. An letzter Stelle mit 73,3 Punkten sind die Wartezeiten für medizinische Untersuchungen, beispielsweise Röntgen. "Seit Jahren gibt es bei der Vorbereitung zur Entlassung kaum Fortschritte", moniert Bredl. Er fordert die bayerischen Einrichtungen auf, in diesem Punkt auf eine bessere Kommunikation mit dem Patienten zu achten. "Der Aufwand ist gering. Es ist eine Frage der guten Organisation und der menschlichen Zuwendung". Dies werde aber immer wichtiger, da heute mehr ältere Menschen allein leben. TK-Leiter Bredl: "Sie brauchen nach einer stationären Behandlung anfangs Hilfe und etwas Orientierung, um mit der neuen Situation klarzukommen."

Hintergrund

Bereits zum siebten Mal befragte die TK Patienten nach einem Klinikaufenthalt. Für die TK-Patientenbefragung wurden bundesweit rund 815.000 TK-Versicherte angeschrieben, darunter über 99.000 aus Bayern. Im Bund gingen daraus knapp 159.000 auswertbare Fragebögen hervor, im Freistaat 20.300. Befragt wurden alle TK-Versicherten mit einem Krankenhausaufenthalt im Jahr 2015. Die Befragung wurde erstmalig als Online-Befragung umgesetzt.

 

Für Bayern konnten Bewertungen von 179 Krankenhäusern und 168 Fachabteilungen in den aktuellen TK-Klinikführer einfließen, bundesweit von 1.136 Kliniken und 1.412 Fachabteilungen. Die Ergebnisse für jede Klinik stehen im TK-Klinikführer.

Stephan MayerReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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