Klinik-Keime: Handys gefährden die Patienten

München, 9. Mai 2017. Mobiltelefone, die in Krankenhäusern vom medizinischen und vom Pflege-Personal verwendet werden, sind regelrechte Keinschleudern und deshalb für die Krankenhauspatienten besonders gefährlich. Eine Studie brachte ans Licht, dass sich auf praktisch jedem Handy eines Krankenhausarztes oder einer Pflegekraft pro Quadratzentimeter 3.895 Bakterien befinden. Das sind 84 mal mehr als auf einem Toilettensitz, berichtet die Landesvertretung Bayern der Techniker Krankenkasse (TK). Auf vielen Mobiltelefonen wurden mehrere unterschiedliche Bakterien gefunden. Davon wiederum waren etliche gegen Antibiotika resistent.

 

"Ärzte und Pflegekräfte sollten sich unbedingt an die Hygiene-Vorschriften halten", erklärt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. "Kaum jemand vom Klinikpersonal reinigt und desinfiziert sein Mobiltelefon regelmäßig. Dadurch werden die Patienten gefährdet." Im letzten Jahr wurden in Deutschland 3.134 Erkrankungen infolge multiresistenter Keime an das zuständige Robert-Koch-Institut gemeldet.

 

Der Chef der TK in Bayern appelliert an die Ärzte und das gesamte Klinikpersonal, nach jedem Kontakt mit einem Mobiltelefon die Hände zu desinfizieren. Die Krankenhäuser fordert Bredl auf, die nötigen Desinfektions-Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

 

Hinweis an die Redaktion

Die TK bezieht sich u. a. auf die Studie von Fatma Ulger et al. in Annals of Clinical Microbiology and Antimicrobials.

Quelle zu den Erkrankungszahlen: Robert Koch-Institut, RKI Survstat

Peter SchieberReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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