Bayern: 77 Prozent mehr psychische Fehlzeiten bei Azubis

München, 28. Juni 2017. Seit Jahren steigen die psychisch bedingten Fehlzeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Bei Auszubildenden fällt der Anstieg noch stärker aus als im Durchschnitt der Beschäftigten. Nach Angaben des heute veröffentlichten Gesundheitsreports der TK in Bayern fehlte 2016 im Schnitt jeder Auszubildende zwischen 16 und 25 Jahren 1,2 Tage am Arbeitsplatz wegen psychischer Störungen. Seit dem Jahr 2000 sind die Fehlzeiten aufgrund von Depressionen, Anpassungs- und Belastungsstörungen etc. bei den jungen Menschen um 77 Prozent gestiegen. Über alle Altersgruppen hinweg betrug der Anstieg bei dieser Diagnose "nur" 70 Prozent.

 

Bayerns Auszubildende mit der höchsten Anitdepressivaquote

Insgesamt sind Auszubildende mit 11,2 Fehltagen im Jahr 1,9 Tage weniger krankgeschrieben als der Durchschnitt der Erwerbstätigen in Bayern. Sie sind aber häufiger krankgeschrieben. "Rechnerisch lagen bei jedem Auszubildenden zwei Krankheitsfälle vor", sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. "Das waren fast doppelt so viele wie im Durchschnitt aller Beschäftigten".

 

Vergangenes Jahr verordneten die Ärzte 2,5 Prozent der Berufseinsteiger in Bayern mindestens ein Antidepressivum. Das sind so viele wie in keinem anderen Bundesland. Bundesweit liegt hier der Schnitt bei 2,2 Prozent. Laut Bredl zeigen die Entwicklungen klar auf, dass sich Krankenkassen und Betriebe mehr um die Gesundheit der jüngsten Arbeitnehmergruppe kümmern müssen.

  

Mit Medienkompetenz digital ins Berufsleben

Eine Ursache für den hohen Stresslevel der Berufseinsteiger sehen die Experten auch im Medienkonsum. Dr. Volker Busch, Leiter der psychosozialen Stress- und Schmerzforschung an der Universitätsklinik Regensburg: "Viele verbringen ihren Feierabend gern mit digitalen Medien. Das allein muss nicht per se schädlich sein. Aber der Versuch, sie gleichzeitig oder wechselweise zu nutzen und so ständig abgelenkt und unterbrochen zu sein, kostet das Gehirn Kraft und geht auf Kosten der Regeneration."

 

Um die Generation "Smartphone", die nun verstärkt ins Berufsleben einsteigt, zu unterstützen, stellt die TK heute auch den Medienkompetenzfilm "Digital ins Berufsleben" vor. Der Film zeigt, wie ein bewusstes Offline für ein gesundes Online im Ausbildungsalltag sorgen kann. Das Video richtet sich gleichermaßen an Schulabgänger, Eltern und Ausbilder.  

 

Hinweis an die Redaktion

Für den Gesundheitsreport 2017 wertete die TK Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der 4,8 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen aus, rund 650.000 davon aus Bayern. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Der diesjährige Themenschwerpunkt widmet sich der Gesundheit von Auszubildenden. Die Grundlage dafür bilden 187.000 TK-versicherte Auszubildende zwischen 16 und 25 Jahren, davon über 27.000 in Bayern.

Stephan MayerReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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