Bayern: Zeitarbeiter sind fünf Tage länger krank

München, 7. Juli 2017. Zeitarbeiter haben in Bayern deutlich höhere Fehlzeiten als konventionell Beschäftigte. Im Schnitt waren sie im vergangenen Jahr rund fünf Tage länger krankgeschrieben. Die Beschäftigten auf festen Arbeitsplätzen fehlten durchschnittlich 12,6 Tage im Job, Zeitarbeiter dagegen 17,3 Tage. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern.

"Zeitarbeit gibt vielen Menschen die Chance auf einen Arbeitsplatz, den sie sonst vielleicht nicht bekommen könnten. Gleichzeitig sind Zeitarbeiter höherem Stress ausgesetzt, da die Tätigkeiten oft körperlich sehr anstrengend sind", sagt Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern.

 

Psychische Belastung bei Zeitarbeitern groß


Eine frühere Umfrage der TK ergab bereits: Menschen in Zeitarbeit fühlen sich durch die Unsicherheit des Arbeitsplatzes und das meist niedrigere Einkommen stärker belastet. "Zu der körperlichen Belastung kommt die psychische. Leiharbeiter leiden unter der fehlenden Jobperspektive und den wechselnden Einsatzorten", so Bredl. Sie fehlten besonders oft aufgrund von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (3,3 Tage) und Psychischen- und Verhaltensstörungen (2,7 Tage).

 

Betriebliche Gesundheitsförderung greift bei Zeitarbeitern kaum


"Die betriebliche Gesundheitsförderung greift bei Leiharbeitern kaum, da sie in der Regel nur kurze Zeit in einem Unternehmen eingesetzt werden", kritisiert Bredl. Sowohl Zeitarbeitsfirmen als auch Unternehmen müssten darauf achten, dass Zeitarbeiter besser in das betriebliche Gesundheitsmanagement eingebunden werden.


 

Hinweis an die Redaktion

Mit dem Begriff "Zeitarbeit" wird allgemein die Tätigkeit eines Arbeitnehmers im Rahmen einer befristeten Überlassung (durch ein Zeitarbeitsunternehmen bzw. einen Verleihbetrieb) an einen anderen Arbeitgeber (den Entleiher) bezeichnet.

Peter Schieber Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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