BHÄV und TK schulen Hausärzte und MFA zu Antibiotika-Therapie und Hygiene

München, 21. September 2017. Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) und die TK setzen im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen auf gezielte und an den Erfordernissen der Hausarztpraxis ausgerichtete Fortbildungsveranstaltungen: In Kooperation mit der TK bietet der BHÄV Ärztinnen und Ärzten sowie interessierten Medizinischen Fachangestellten (MFA) die Fortbildung "Kalkulierte Antibiotikatherapie und Hygienemanagement in der Hausarztpraxis" erstmals am 04. Oktober 2017 in München-Unterhaching an. Weitere Termine an anderen Standorten in Bayern folgen.

 

Fehleinsatz von Antibiotika ist Hauptursache für Resistenzen

"Der Fehleinsatz von Antibiotika wird als Hauptgrund für die Entstehung von Resistenzen angesehen", erläutert  Dr. Ernst Engelmayr, Referent und Fortbildungsbeauftragter des BHÄV. "In Bayern werden beispielsweise Atemwegserkrankungen in 27,5 Prozent aller Fälle mit Antibiotika behandelt, in anderen Bundesländern liegt diese Quote sogar noch deutlich darüber." Das kann Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern, mit Blick auf den aktuellen Gesundheitsreport seiner Krankenkasse bestätigen: "Im vergangenen Jahr hat immer noch etwa jeder vierte Beschäftigte, der in Bayern erkältungsbedingt krankgeschrieben war, ein Antibiotikum verschrieben bekommen."

 

Erkältungen werden meistens von Viren ausgelöst

In den meisten Fällen werden Erkältungskrankheiten jedoch von Viren ausgelöst, gegen die Antibiotika nicht wirken. Dass Patienten mit einem viralen Atemwegsinfekt dennoch häufig die Arztpraxis mit einer Antibiotika-Verordnung in der Tasche verlassen, lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass Mediziner bei der Behandlung von Infekten sicher gehen und für den Fall einer bakteriellen Ursache diese gleich bekämpfen wollen. Hinzu kommt, dass Patienten oft vom behandelnden Arzt ein Antibiotikum einfordern in der irrigen Annahme, dadurch schnelle Hilfe für ihre Beschwerden zu erhalten.

 

Neues Fortbildungsangebot für mehr Sicherheit im Gebrauch von Antibiotika

Das neue Fortbildungsangebot, dessen Inhalte vom BHÄV entwickelt und das in Kooperation mit der TK organisatorisch umgesetzt wird, zielt darauf ab, den Hausärztinnen und Hausärzten mehr Sicherheit im Gebrauch von Antibiotika zu geben und so die Zahl unnötiger Verordnungen zu senken. "Die Fortbildung gibt den Medizinern Kriterien zur besseren Differenzierung zwischen viralen und durch Bakterien ausgelösten Infekten an die Hand und  zeigt auf, wann und welche Antibiotika indiziert sind", erläutert Dr. Engelmayr. "Da sich durch geeignete Hygienemaßnahmen in der Hausarztpraxis die Infektionsgefahr deutlich verringern lässt, haben wir auch diesen Aspekt mit in die neue Fortbildung aufgenommen", ergänzt er.

 

Weniger multiresistenter Keime durch gutes Hygienemanagement

Bereits in der Vergangenheit wurde dem Hygienemanagement in bayerischen Hausarztpraxen große Bedeutung eingeräumt, um Infektionen und der Entstehung multiresistenter Keime entgegen zu wirken. Hygienemanagement ist schon immer fester Bestandteil des Hausärztlichen Qualitätsmanagements (HÄQM) des Bayerischen Hausärzteverbandes. 2015 bot der Verband durch seine Wirtschafts- und Servicegesellschaft erstmals auch halbtägige Fortbildungen für Medizinische Fachangestellte (MFA) sowie für Ärztinnen und Ärzte zum Hygienemanagement in der Praxis an.

 

Ein Engagement, das auch von der TK geschätzt wird und an das die neue Fortbildung "Kalkulierte Antibiotikatherapie und Hygienemanagement in der Hausarztpraxis" anknüpft. "Mit der Weiterentwicklung des Hygieneprojektes des Bayerischen Hausärzteverbandes um den Baustein 'Kalkulierte Antibiotikatherapie' möchten wir eine dauerhafte Senkung des Antibiotikaverbrauches erreichen", sagt Christian Bredl. Der bayerische TK-Chef weiter: "Ziel ist es, eine weitere Zunahme multiresistenter Keime zu vermeiden, um so die Patientensicherheit zu erhöhen."

 

In den Hausarztpraxen stößt das neue Fortbildungskonzept auf großes Interesse: Zwei der bayernweit sechs Veranstaltungen sind bereits ausgebucht.

Stephan MayerReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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