Vorbildliche Ärzte in Bayern verordnen die wenigsten Arzneien ohne Zusatznutzen

München, 22. September 2017. Die Ärzte in Bayern setzen auf Bewährtes. Sie verordnen seltener als ihre Kollegen neue Medikamente, bei denen es sich nicht um wirkliche therapeutischen Innovationen handelt. Das zeigt der Innovationsreport 2017 der Techniker Krankenkasse (TK).

 

Der Innovationsreport erscheint in diesem Jahr zum fünften Mal. Er soll dazu beitragen, die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Arzneimittelversorgung zu verbessern. "Der Report zeigt, dass die Pharmaindustrie vor allem darauf bedacht ist, hohe Preise einzufordern und nicht so sehr darauf, wirklich innovative Arzneimittel zu entwickeln", erklärt Christian Bredl, Leiter der TK-Landesvertretung Bayern. "Uns ist wichtig herauszufinden, welcher Nutzen für die Versicherten durch neue Arzneimittel entstehen kann."

 

32 Präparate, die 2014 auf dem Markt gekommen sind, wurden im Report nach dem Ampelschema "Rot", "Gelb", "Grün" in drei Kategorien bewertet. Gibt es bereits eine verfügbare Therapie? Gibt es einen Zusatznutzen für Patienten? Verursacht das neue Medikament geringere Kosten? Durch den zeitlichen Abstand konnten die Wissenschaftler der Universität Bremen auch Aussagen dazu treffen, wie sich das Arzneimittel im Markt etabliert hat und ob es gegebenenfalls aktuelle Warnhinweise zur Anwendung gibt.

 

Das Ergebnis: Kein einziges der 32 neuen Präparate erhielt die Ampelfarbe "Grün". 17 Präparate wurden mit "Gelb" und 15 mit "Rot" bewertet. Echte Innovationen fanden sich also nicht unter den neuen Arzneimitteln, aber sie verursachen teilweise weitaus höhere Kosten.

 

Der Innovationsreport zeigt außerdem, wie oft Arzneimittel ohne Zusatznutzen in Deutschland verordnet wurden. In Nordrhein-Westfalen erhielten mit 3,7 von 1.000 Versicherten statistisch die meisten Patienten diese Präparate - in Bayern mit 1,1 von 1.000 Versicherten dagegen die wenigsten (Bundesdurchschnitt: 2,2 je 1.000).

 

Christian Bredl vermutet, dass die kostenlosen TK-Arzneimittel-News und die gute Zusammenarbeit mit den Ärzten in Bayern Früchte tragen. "Die Arzneimittel-News erhalten niedergelassene Mediziner auf Wunsch regelmäßig. Ärzte können sie nutzen, um ihre Verordnungsweise im Sinne der Patienten weiter zu optimieren und um sich mit wenig Aufwand über rationale Arzneimitteltherapien zu informieren", so der bayerische TK-Chef. Diese News sind frei vom Einfluss der Pharmaindustrie. Neben den Arzt-Informationen gibt es zusätzlich auch eine Zusammenfassung für Patienten.

Hinweis an die Redaktion

Wissenschaftler der Universität Bremen haben mit Hilfe der TK den Innovationsreport 2017 erstellt. Die digitale Pressemappe enthält den vollständigen Report, die Präsentation von Professor Dr. Glaeske, Statements und Infografiken.

Peter SchieberReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Peter Schieber

 

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