TK-Landeschef begrüßt Entscheidung des Ärztetages: Bayern kann nun die Chancen der Fernbehandlung nutzen

München, 28.10.2018. Arztgespräche per Video von zu Hause aus führen - das wünschen sich 28 Prozent der Bayern. "Der Freistaat liegt damit über dem bundesweiten Wert von 25 Prozent", sagt Christian Bredl, Chef der TK in Bayern. "Das ist ein klares Votum der Bürger, die telematischen Chancen für die Gesundheitsversorgung noch besser zu nutzen als bisher."

 

Deutscher Ärztetag hat Möglichkeiten geschaffen - Bayern zieht jetzt nach

Die Delegierten des Ärztetags haben im Mai dieses Jahres die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Eine Beratung oder Behandlung über Kommunikationsmedien ist nun auch möglich, wenn es sich um einen sogenannten Erstkontakt des Arztes mit dem Patienten handelt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Landesärztekammern der Länder mitziehen und deren Musterberufsordnungen entsprechend anpassen. In Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein oder Sachsen ist das bereits vor Monaten geschehen.

 

"Mit dem jetzigen Beschluss beim Bayerischen Ärztetag in Nürnberg zieht der Freistaat jetzt nach", sagt Bredl. "Das begrüße ich sehr und sehe damit die große Chance für Bayern, sich bei der digitalen Nutzung im Gesundheitsbereich wieder in eine führende Rolle zu bringen."

 

Vorteile für ältere und mobil eingeschränkte Menschen im ländlichen Bereich

In einem Flächenstaat wie Bayern können vor allem ältere und mobil eingeschränkte Menschen, die auf dem Land leben, von der Lockerung des Fernbehandlungsverbots profitieren. Ihnen bleibt im Idealfall der beschwerliche Weg in die Praxis öfters erspart. Darüber hinaus kann bei vielen Patienten eine Vorabklärung des Gesundheitszustands über die modernen Kommunikationsmedien erfolgen. Überfüllte Ambulanzen und Wartezimmer wird dies entlasten.

 

TK-Landeschef Bredl: "Die Videosprechstunde wird den Arztbesuch nie vollständig ersetzen können. Sie kann jedoch in vielen Fällen, sowohl für den Patienten als auch für die Arztpraxis, eine sinnvolle Ergänzung sein."

 

Pilotprojekte zeigen gute Ergebnisse

Projekte, die sich bereits im Versorgungsalltag etabliert haben, weisen positive Ergebnisse auf.  Zwei von drei Patienten (69 Prozent), die die Online-Video-Sprechstunde der TK getestet haben, bewerten den Video-Chat als gute und praktische Ergänzung zum Arztbesuch in der Praxis. Das zeigt die Auswertung des 15-monatigen Pilotprojekts zur Online-Kommunikation zwischen Facharzt und Patient, das die TK gemeinsam mit Dermatologen, Hals-Nasen-Ohrenärzten und dem Innovator "Patientus" durchgeführt hat.

 

Optimal wäre es, wenn der Patient im Anschluss der Fernsprechstunde nicht noch zusätzlich in die Praxis müsste, um etwa ein Rezept abzuholen oder sich krankschreiben zu lassen. Seit Ende 2017 erprobt die TK deshalb in einem Projekt wie Praxen auf Wunsch des Versicherten die Krankschreibung direkt per Mausklick an die Kasse senden können. Nach erfolgreichem Start in Schleswig-Holstein wurde es mittlerweile auf Hamburg und Nordrhein-Westfalen ausgeweitet. In weiteren Ländern laufen bereits intensive Gespräche. Bredl: "Ich würde mich sehr freuen, wenn bald auch bayerische Ärzte und Patienten von Verwaltungsarbeiten entlastet werden könnten."

 

Ebenfalls erfolgreich sind beispielsweise die Teletherapie Stottern als onlinebasierte Intensiv-Stottertherapie, ergänzend zur bewährten Präsenztherapie oder der TK DepressionsCoach, der Menschen mit leichten bis mittelschweren Depressionen eine schnelle und interaktive Hilfe per Online-Coaching bietet.

Hinweis an die Redaktion

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland zum Gesundheitssystem befragt. Die Studie "TK-Meinungspuls Gesundheit 2017" steht unter www.tk.de/tk/945984 zum Herunterladen bereit.

Stephan MayerReferent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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