Krankenhausspiegel informiert über Qualität und Angebote in der Geriatrie
 

Bremen, 15. Juni 2017. Die Krankenhäuser im Land Bremen haben ein hochqualifiziertes Angebot zur geriatrischen (altersmedizinischen) Versorgung aufgebaut und weisen gute Leistungen auf. Das zeigt der Bremer Krankenhausspiegel mit seiner neuen Rubrik "Altersmedizin“. Zusätzlich präsentiert der Krankenhausspiegel jetzt die neuesten Ergebnisse aller Krankenhäuser aus 19 häufigen Behandlungsgebieten. Dies gibt Patientinnen und Patienten wichtige Entscheidungshilfen für die Wahl eines Krankenhauses an die Hand.

 

Die medizinische Versorgung älterer Menschen wird auch im Bundesland Bremen immer wichtiger. Im Jahr 2030 werden hier rund 80.000 Menschen leben, die über 75 Jahre alt sind. Betagte und hochbetagte Menschen bilden die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe. "Wir werden älter, das ist schön. Es ist aber auch wichtig, dass sich die medizinische Versorgungslandschaft darauf einstellt“, sagte Bremens Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt bei der Vorstellung des Krankenspiegels. "Für ältere Menschen und ihre Angehörigen ist es wichtig, dass sie gut über die verschiedenen Versorgungsangebote informiert werden.“

 

Vier Kliniken mit geriatrischen Fachabteilungen

Gemäß der aktuellen Landeskrankenhausplanung bieten vier Kliniken mit geriatrischen Fachabteilungen umfangreiche Leistungen der Altersmedizin: die Kliniken Bremen-Ost und Bremen-Nord, das Krankenhaus St. Joseph-Stift und das Klinikum Bremerhaven Reinkenheide. Zusammen haben diese vier Krankenhäuser im Jahr 2015 knapp 5.500 geriatrische Patienten behandelt. Die Ergebnisse der vier geriatrischen Fachabteilungen können sich sehen lassen: So verbessert sich zum Beispiel die Beweglichkeit der alten Menschen durch die geriatrische Behandlung in der Regel deutlich. Im Krankenhaus St. Joseph-Stift, das die größte geriatrische Abteilung vorhält, bewältigten im Jahr 2015 nur 14,7 Prozent der Patientinnen und Patienten bei ihrer Aufnahme auf die Station einen Beweglichkeitstest in der vorgegebenen Zeit, infolge von gezielten therapeutischen Maßnahmen erhöhte sich bei der Entlassung die Zahl auf 33,1 Prozent. Im Klinikum Bremerhaven Reinkenheide erreichten die Patienten bei der Messung der Selbstständigkeit durchschnittlich 45,9 von 100 möglichen Punkten, als sie aufgenommen wurden, aber 65,4 Punkte, als sie entlassen wurden. Die Kliniken Bremen-Ost und Bremen-Nord erzielen ähnlich gute Resultate. Alle Ergebnisse, auch die in den geriatrischen Tageskliniken der genannten Krankenhäuser, sind im aktuellen Bremer Krankenhausspiegel in leicht verständlichen Schaubildern dargestellt.

 

Akutgeriatrische Fachabteilungen

In der neuen Rubrik "Altersmedizin“ des Bremer Krankenhausspiegels werden die Leistungen aller vier nach dem Krankenhausplan zugelassenen geriatrischen Fachabteilungen ausführlich dargestellt. "Je nach medizinischer Problemlage werden die Patienten entweder zunächst in der entsprechenden Fachabteilung des betreffenden Krankenhauses behandelt – z.B. in der Unfallchirurgie, Chirurgie, Herzchirurgie oder Kardiologie – und dann in die akutgeriatrische Abteilung verlegt oder aber direkt dort aufgenommen“, berichtet Dr. Thomas Brabant, Chefarzt des Zentrums für Geriatrie und Frührehabilitation im Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen. "In den akutgeriatrischen Abteilungen können Patienten nach Operationen nachbehandelt und die verschiedenen alterstypischen Erkrankungen fachgerecht geriatrisch versorgt werden. Dazu arbeiten unterschiedliche Experten wie Fachärzte und -pflegekräfte, Physio-, Ergo- und Psychotherapeuten, Psychologen und Neuropsychologen und der Sozialdienst des Krankenhauses zusammen.“ Typische Krankheitsbilder, die in einer akutgeriatrischen Abteilung behandelt werden, sind etwa Schlaganfall, Herzinfarkt, Oberschenkelhals- und andere Brüche, Nachbehandlungen von Operationen wie Hüft- oder Kniegelenkersatz, Arthrose, Arthritis, Osteoporose, Diabetes, Parkinson, Demenz und vieles mehr.

 

Frührehabilitation und Tageskliniken

In der Regel geht die Akutbehandlung direkt in eine geriatrische Frührehabilitation ebenfalls auf einer akutgeriatrischen Station über. In allen vier Häusern gibt es zudem eine geriatrische Tagesklinik, in denen Patientinnen und Patienten nach ihrer Entlassung eine weiterführende teilstationäre Rehabilitation machen können. Sie wohnen dann zu Hause und werden von einem Fahrdienst in die Tagesklinik und wieder nach Hause gebracht. Alle vier Krankenhäuser sind mit ihren akutgeriatrischen Fachabteilungen und geriatrischen Tageskliniken nach dem Qualitätsmaßstab des Bundesverbandes Geriatrie zertifiziert.

 

Ganzheitlich und vernetzend

Kennzeichnend für die Geriatrie ist ihre umfassende und ganzheitliche Herangehensweise. "Die Geriatrie kümmert sich nicht nur um einzelne alterstypische Krankheiten und deren Behandlung, sondern um den gesamten alten Menschen, um seine körperliche, geistige und seelische Gesundheit“, erklärt Dr. Brabant. "Dafür bringt sie verschiedene medizinische Fachrichtungen wie Innere Medizin, Orthopädie, Kardiologie, Neurologie, Psychologie und Psychiatrie unter ihrer speziellen altersbezogenen Betrachtungsweise zusammen.“ Eine wichtige Aufgabe der Geriatrie ist es, die unterschiedlichen Fachkräfte, die für die Betreuung eines geriatrischen Patienten wichtig sind, zu vernetzen. Dazu gehören nicht nur die Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten, sondern ebenso auch Angehörige, Pflegeeinrichtungen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Behörden.

 

Ziel der Geriatrie: Selbstständigkeit erhalten und verbessern

Eine geriatrische Behandlung hat immer mehrere Ziele zugleich. Es geht natürlich zunächst darum, alterstypische Erkrankungen positiv zu diagnostizieren und zu therapieren, aber ebenso auch durch Prävention Erkrankungen zu vermeiden. Das übergeordnete Ziel ist es, den Gesundheitszustand und die Lebensqualität sowie die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung zu erhalten und zu verbessern. Letztendlich soll Pflegebedürftigkeit und auch soziale Isolation kranker alter Menschen verhindert werden.

 

Geriatrische Patienten – meist mehrfach und chronisch krank

Nicht jeder alte Mensch ist allerdings automatisch ein geriatrischer Patient. Immer mehr Menschen sind auch im fortgeschrittenen Alter noch rüstig und aktiv. Geriatrische Patienten sind häufig mehrfach (multimorbide) und langwierig (chronisch) erkrankt, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und bei Aktivitäten des täglichen Lebens beeinträchtigt. Außerdem sind einige geriatrische Patienten nur noch eingeschränkt kommunikationsfähig und meist auch sozial belastet. Generell werden Patienten über 80 Jahre wegen der alterstypischen Anfälligkeit für verschiedene Erkrankungen als Geriatrie-Patienten betrachtet und behandelt – ebenso Patienten über 70 Jahre, die bereits an zwei oder mehreren chronischen Erkrankungen leiden. Es können aber auch jüngere Patienten geriatrisch behandelt werden, insbesondere wenn demenzielle Erkrankungen wie Alzheimer oder ein Parkinson-Syndrom mit schweren Beeinträchtigungen vorliegen.

 

Geriatriekonzept für das Land Bremen

Da die medizinische Versorgung alter Menschen mit dem demographischen Wandel auch im Land Bremen ein immer wichtigeres Thema wird, erarbeitet auf Initiative der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz das Landesgremium ein Geriatriekonzept, das die zukünftigen Strukturen einer geriatrischen Versorgung in Bremen und Bremerhaven skizziert. An diesem Konzept wirken alle relevanten Beteiligten in diesem Bereich mit. "Im stationären Bereich ist Bremen in der Geriatrie schon sehr gut aufgestellt.“, so Gesundheitssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt. "Insbesondere im wohnortnahen ambulanten Bereich wollen wir die geriatrische Versorgung weiter stärken und ausbauen und die Strukturen insgesamt noch besser vernetzen.“

 

Aktualisierte Qualitätsdaten zu 19 Behandlungsgebieten

Neben dem neuen Schwerpunktthema "Altersmedizin“ präsentiert der Bremer Krankenhausspiegel wieder aktualisierte Qualitätsergebnisse zu insgesamt 19 häufigen Behandlungsgebieten. Hier zeigt sich, dass die Krankenhäuser in Bremen und Bremerhaven auf vielen Gebieten eine überdurchschnittlich gute Behandlungsqualität aufweisen. So schneiden sie z.B. bei Brustkrebsoperationen, bei der Geburtshilfe, in der Herzchirurgie, beim Hüft- und Kniegelenkersatz, bei der Rekonstruktion der Halsschlagader oder bei der Vermeidung von Druckgeschwüren zum Teil deutlich besser ab als der Bundesdurchschnitt.

 

Umfassende Informationsquelle für Patienten

Zusätzlich werden im Bremer Krankenhausspiegel hilfreiche medizinische Informationen zu den verschiedenen Behandlungsgebieten, Ergebnisse von Patientenbefragungen, ausführliche Krankenhausporträts mit allen wichtigen Angaben, Kontaktmöglichkeiten zu Geburtsstationen, Selbsthilfegruppen, Patientenfürsprechern, psychiatrischen Notaufnahmen, Palliativstationen und vieles mehr veröffentlicht. "Der Bremer Krankenhausspiegel stellt somit eine umfassende Informationsquelle für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes und des Umlands über die Qualität und das Leistungsangebot ihrer Krankenhäuser dar“, fasst Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft der Freien Hansestadt Bremen, zusammen.

 

Digitale Angebote von allen Altersgruppen genutzt

Bei der Kliniksuche vertrauen viele Patienten auf den Rat ihres Arztes oder von Freunden. Aber auch verständlich aufbereitete Informationen im Internet können bei der Entscheidung helfen. Ein Beispiel dafür ist der Bremer Krankenhausspiegel. "Aus Umfragen wissen wir, dass die Menschen offen sind für die Digitalisierung des Gesundheitswesens – und zwar in allen Altersklassen“, berichtet Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Bremen. "Selbst unter den 60- bis 70-Jährigen nutzt mehr als jeder Zweite das Internet als Informationsquelle für Gesundheitsthemen oder kann sich dies vorstellen.“

Inga HeinrichReferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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